Wednesday, February 13, 2013

OMW – Brookly's neuer Hub für ursprünglichen Lebensstil in der Musik


Brooklyn ist zum Ort der Verständigung zwischen Musik und Unternehmertum geworden. Eine der großen neuen Akteure ist Paola Prestini, die vor Kurzem vom New Yorker als junge “Komponisten-Impressaria” betitelt, vorgestellt wurde. Ihr jüngstes Projekt ist es , die ozeanischen Verse für ihre europäische Premiere am ‘Barbican’ mit dem BBC Symphonie Orchester diesen Mai zu orchestrieren, ausserdem aber wurde sie zur künstlerischen Direktorin des nächstes Jahr zu eröffnenden Musik-Kultur-Zentrums ‘Original Music Workshop’ ernannt.
Foto von Kevin Dolan: OMW - Williamsburg, Brooklyn Wythe Avenue/Ecke North 6th Street.
Der Name der Organisation ist weniger originell als ihre Räumlichkeiten, die aus der alten Hülle einer Sägespäne-Fabrik aus Ziegelstein aus dem späten 19. Jahrhundert besteht, mit einem völlig neu gestalteten 205 qm großen Innenbereich; der einzigartige Raum in Williamsburg, der sich noch in Planung befindet, wird bereits als kreative Hochburg gefeiert, an der Musik produziert, gespielt und aufgenommen werden wird. Indem sich dieser an eine pulsierende Kunstszene und doch auch an ein großes, potentielles Publikum richtet, wird die Räumlichkeit ebenfalls als ein sozialer und kreativer Treffpunkt dienen und auch sein Stammpublikum mit musikalischer Innovation von der Basis verbinden.

Während traditionelle Spielorte viel von ihrer sozialen Verbundenheit verloren haben, die man mit Kunst in Verbindung bringt, zielt OMW auf einen programmatischen Unterschied ab: es stellt einen Ansatz dar, der auf die Einheit der Künste zielt, eine Idee, die mit dem Gesamtkunstwerk des frühen 20. Jahrhundert eingeführt wurde. OMW ist darum bemüht, diese Lücke innerhalb der Kunstszene zu schließen, indem es die Tradition des sozialen Treffpunktes in der Musikwelt wiederbelebt und wiederauferstehen läßt.

Vor Jahrzehnten war die gegenseitige Befruchtung von sozialen und künstlerischen Aspekten eines Konzertes eine Antriebskraft, die hinter der Errichtung der kreativen Zentren von Wien, Paris, und New York stand und nun hat diese Praxis eine wachsende, aktiv engagierte Szene in Brooklyn gefunden. OMW gibt der unternehmerischen Lücke zwischen den Künsten und der sozialen Szene, die vielen von uns, die mit der Welt der Musik zu tun haben, bewusst geworden ist, Nahrung. Foto von Erika Harrsch: Paola Prestini

OMWs Kombination von Proberaum mit Multi-Media ausgestatteter Konzerthalle und einem einladenden Empfangsbereich (einschließlich eines unabhängig betriebenen Restaurants) wird Auftretende und Publikum in einer Atmosphäre zusammen finden lassen, die der sozialen Interaktion förderlich ist und dennoch den höchsten Ansprüchen hinsichtlich Klangqualität und Ästhetik genügt. Die Räumlichkeit wird eine lebendige Szene umspannen, die das Konzererlebnis eines neuen Publikums verbessert, wie sie mit aus Zusammenarbeit entstandener Avandgarde Musik in Berührung kommen und sie wird dem Publikum ebenfalls die Möglichkeit geben, auch klassische Musik in einem anderen Kontext zu erleben. OMW ist bereits zu einem künstlerischem Gemeinschaftsprojekt geworden und, vielleicht noch wichtiger, es ist zu einem unternehmerischen Herzstück geworden, das Visionäre aus allen Ecken der New Yorker Musikszene zusammengebracht hat, einschließlich von WQXR.
Foto von Jill Steinberg: Alessio Bax und Lucille Chung im ‘Greene Space‘ Musikalische Darbietung und Aufnahme sind unwiderruflich auf dem Musikmarkt miteinander verbunden. Indem es diese Idee anerkennt, plant OMW ein High Tech Studio, das auf dem letzten Stand steht, wie auch einen Musiksaal mit hoher Klangqualität mit der Fähigkeit zum Live-Streaming, bereitzustellen. Unter den Partnern von OMW ist der Aufnahme Ingenieur und Grammy Preisträger Adam Abeshouse und der Anwalt internationalen Steuerrechts Kevin Dolan, der Erstinvestor des Projekts, der von sich sagt, dass er schon lange mit der Vorstellung einer “Kunstfabrik” gespielt habe. Dolan ist selbst ein Amateur Komponist und Organist und von der Energie ergriffen, die die ihn umgebenden Künstler liefern und glaubt, dass die Zeit endlich reif dafür ist, sich für diese kommunale, nicht auf Profit ausgerichtete Unternehmung zu engagieren. “Musik ist so wichtig, so emotional, und es gibt genau hier so viel Talent! Diese Generation lebt die Musik. Aber es gibt hier keine Infrastruktur, die ihnen Rechnung trägt und die sie ihren Träumen und ihrem Wesen nachgehen läßt,” meint Dolan mit Nachdruck im Anschluss an das letzte vom OMW initiierte Konzert im ‘Green Space’ von WQXR, dem klassischen Radiosender von New York. Er ist sich voll bewusst, welches enorme Potential er durch sein ambitiöses Projekt anbietet. Zum Beispiel, indem WQXR befähigt wird, die Konzerte im Musiksaal von OMW mit Live Streaming zu übertragen, haben die herausgestellten Künstler die Möglichkeit, ein größeres Publikum zu erreichen, was wiederum eine neue, größere Zuhörerschaft für die in den Kinderschuhen steckenden klassischen Musikszenen gewinnen könnte. Diese den Künstlern teilwerdende Öffentlichkeit wird OMWs Beliebtheit als Spielort für neue und etablierte Künstler vergrößern.

Das Herzstück dieses Projektes ist immer noch der Wunsch einen unmittelbaren Bedarf zu decken: ein attraktives und bezahlbares Zuhause für die Kunstszenen in Brooklyn zu finden und die Kunst zuhause in diesem Stadtteil zu belassen. Von dem Projekt und der Räumlichkeit sagt Dolan: Ich habe eine Gruppe sehr talentierter, junger Leute um mich versammelt und fragte sie, wie möchtet ihr etwas gestalten, so dass ihr tatsächlich etwas bewirken könnt? Es handelte sich dabei um einen Prozess und am Ende wurde festgestellt, dass die perfekte Größenordnung 11 x 15 sein würde, was ein 15 x 30 Gebäude notwendig machte. Es sollte eine 30 Meter Decke haben, so dass der Klang nicht beeinträchtigt würde. Die Club-ähnliche Atmosphäre sollte die Stammkundschaft einer zwanzig- bis dreißigjährigen Zielgruppe anziehen, aber die Qualität der Konzerte wird nicht ältere Herrschaften verscheuchen, die wegen der Musik kommen. Ich bezeichne das jüngste Design als Mozarella-Käse Konzerthalle – aber es spielt nicht wirklich eine Rolle, was ich persönlich denke. Von Anfang an stand der Gedanke Pate, nie die Akustik aus irgendwelchen Design Gründen zu beeinträchtigen, aber es sollte auch nicht steril sein und deshalb wurden progressive, junge Designer angestellt, um das zu bekommen, was den Massen gefällt und der sozialen Interaktion dienlich ist, damit die Künstler sich für ein Glas Wein selbst unter das Publikum mischen und dem nächsten Auftrittskünstler zuhören.”

Es hilft sicherlich, dass ein jeder, der an diesem Projekt beteiligt ist, auf vertraute Weise auf die ein oder andere Art mit Musik verbunden ist. Peter Zuspan von der Design Firma BUREAU V ist ebenfalls ein Komponist; er arbeitet eng mit dem Team, das für das Design und den Bau der neuen OMW Räumlichkeiten steht und beschreibt das Design als aus rohem Backstein und Beton bestehend, was ein facettiertes Interior umschließt, das aus einem Verbund aus perforiertem Metall und lichtdurchlässigem Stoff zusammengesetzt ist. Seine Beschreibung ist voller Eloquenz und unbestreitbarem Enthusiasmus: “Ich könnte nicht von dem neuen Design begeisterter sein, ein Ergebnis architektonischer Ungeschliffenheit und den raffiniertesten Technologiestandards. Was den Hintergrund betrifft, wird auf das Modell einer Auftrittshalle aus dem 18. Jahrhundert zurückgegriffen – außer dass es hier einfach zu einem Raum wird, wir haben die Vorhänge mit dem tatsächlichen Eingangsbereich zum Raum ersetzt und so gibt es den zeremoniellen Aspekt sobald man eintritt, und dann wird man von der Vertrautheit des Konzertes selbst umschlossen,” erläutert er. Das Team arbeitet eng zusammen, um sich durch die strengen, unternehmerischen Leitlinien und Entscheidungen hindurchzuarbeiten, ruft sich konstant die Nähe zu ihrer Lieblingssache - der Musik - in Erinnerung und ihre Gabe, an dieser gemeinsam Anteil zu haben und vereinigt auf schlagkräftige Weise ihre mannigfaltigen geplanten Projekte.
Foto von Jill Steinberg: Guan Riley und Luca Tarrantino im “Greene Space”

Prestini war die Idealbesetzung für die Position des künstlerischen Leiters des neuen OMW. Das neu erfundene Vorhaben wird klassische und Neue Musik in interdiziplinären Multi-Media Vorzeigeprojekten präsentieren. Gleich wie anderen benachbarten, musikalischen Musen, wie zum Beispiel Limor Tomer, die als kreative Kuratorin der innovativen Musikreihe des ‘Metropolitan Museum of Art’ dafür berühmt ist, ihre Musikprojekte in die Umgebung des Met zu rücken und das volle Potential des Met dafür voll ausschöpft, ist Prestini dazu bereit, die kreative Stimmung ihrer Generation in das OMW zu integrieren und gleichzeitig ein neues Publikum anzulocken. Sie hat bereits für Gastaufenthalte einiger der innovativsten Kammermusikgruppen vorgesorgt, einschließlich von u.a den ‘Knights’, ‘ICE’ und dem ‘Talea Ensemble’.

Paola Prestini begann ihre eigene Firma vor ein paar Jahren, um ihre Arbeiten als Vokalistin und Komponistin vorzustellen. Ihre Firma VisionIntoArt (VIA) sammelt derzeit im Rahmen einer Kickstart Kampagne Gelder, um nun auch ihr eigenes Platten Label ins Leben zu rufen. Wie sie jüngst ‘The Glass’ mitteilte, beinhalten ihre ersten Veröffentlichungen die Oceanic Verses von Prestini selbst, mit der Sängerin Helga Davis, Anna Clynes The Violine, die Cornelius Dufallo präsentiert und eine CD in zwei Teilen mit dem Titel North und Glaub jeweils von Paulas Ehemann, dem Cellisten Jeff Zeigler vom Kronos Quartett. Prestini erläutert, dass es sich bei diesem Label um eine natürliche Fortsetzung für VIA handelt, bei der es ihr zufolge immer “um Musik und Zusammenarbeit ging.” Sie sagt,”es wird mir wirklich klar, dass es Raum und Platz für ein weiteres Platten Label gab, das sich wirklich der Art von Künstlern verpflichtet fühlt, die ich gern vorstelle - wie auch Neuer Musik und Multimedia. Also werden wir in der Regel Multimedia Veröffentlichungen haben und ich freue mich riesig darüber! Ich denke, dass es immer Raum für mehr Möglichkeiten für Komponisten und Musiker geben wird, die gewissermaßen ein bisschen außerhalb festgelegter Bahnen denken.”
Prestini lässt es zu, sich bei ihrer Auswahl von kreativer Aufrichtigkeit, künstlerischer Voraussicht und einem selbstsicheren, ungetrübten Instinkt leiten zu lassen, der bereits in jüngstser Erinnerung das Engagement einiger der talentiertesten Künstler hervorgebracht hat. Ihre Projekte umfassen klassische Auftrittskünstler, wie die dynamischen Pianisten Alessio Bax und Lucille Chung, die bei der OMW Vorausschau im ‘Green Room’ von WQXR spielten. “Ich bin Komponistin, und so ist es nur natürlich, dass ich Neue Musik liebe, aber ich mag jeder Art guter Musik. Wenn es gut kuratiert wird, kann Klassisches und alles andere gut zusammen passen.”
Prestinis persönliche Vorgehensweise bietet dem Musikgeschäft etwas Erfrischendes an: die Art von Freundschaft und Unterstützung, um die sich ein Leben in der Musikwelt drehen sollte. Sie sagt: Mit OMW besteht der Unterschied zu allen anderen darin, dass es seinen Künstlern Unterstützung zur Verfügung stellt.”

OMW plant seine Türen Ende 2013 zu öffnen, spätestens anfangs 2014. Seine Einführung in die lokale Szene wird viele Veränderungen auf einmal bringen, aber es hat für die Betreuung neuer Künstler ein großes Potential, indem man kuratieren, aufnehmen und die Künste der Öffentlichkeit näherbringen kann. Die gemeinsame Vision des zusammenarbeitenden Teams könnte tatsächlich etwas in der Musikwelt bewirken und verändern, wie wir eine all-umfassende Gemeinschaft aufbauen. Wie Kevin Dolan sagt: es sollte ein Zuhause für Künstler sein, es geht nicht nur um Virtuosität und Experimente, es geht darum, das Herz anzusprechen.” Foto von Jill Steinberg: Paola Prestini


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