Sunday, April 18, 2010

Simone Dinnerstein












Ich bewundere Simone Dinnerstein schon sehr lange und bereits vor unserem ersten Mal aufeinandertreffen.Bereits 2000 hatte ich sie beim Schumann-Konzertwettbewerb an der Juilliard School gehört, und obwohl Jeremy Denk, der gegen sie angetreten war, den Wettbewerb gewann und mit dem Juilliard-Orchester spielen durfte, war ich sehr von ihrem Spiel beeindruckt und so fing ich an, mich für die junge Pianistin zu interessieren. Ich war dann auch keineswegs überrascht, als ich Jahre später erfuhr, dass ihre Konzertaufnahmen, die nach ihren Auftritten mit Bachs Goldberg-Variationen im März 2005 und ihrem Debut in der Weill Recital Hall der Carnegie Hall im November 2005 entstanden waren, äußerst erfolgreich waren. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.
“Meine Karriere war weniger geplant als dass sie einfach passierte”, erzählte sie mir. "Die Goldberg-Variationen waren ein grosses Project. Ich musste nicht nur mit Hilfe meiner Freunde das Geld für die Aufzeichnung beschaffen, sondern ich musste auch einen Produzenten finden, und dann ein Tonstudio. Motiviert hat mich die Tatsache, dass ich mit den Goldberg-Variationen bereits über mehrere Jahre hinweg öffentlich aufgetreten war. Ich fühlte, dass ich einen individuellen Beitrag leisten konnte, und wollte das auch dokumentieren. Ich hatte zu der Zeit keine Ahnung, wohin mich das alles führen würde.” Sie fährt fort: “Ich wusste nicht, ob sich ein Label finden liesse. Dann bearbeitete Adam Abeshouse die Goldberg-Arie und die ersten fünf Variationen, und stellte die Aufzeichnung ein paar Leuten in der Musikindustrie vor. Plötzlich wollte man mit mir reden. Wo immer es schwierig gewesen war, meinen Fuss in die Tür zu bekommen, wollte man mich nun ‘live’ hören.”Ein ihr bis dahin unbekannter Musikliebhaber aus Israel war bereit, ihr erstes Konzert zu sponsern, und dann lernte Dinnerstein Tanja Dorn von IMG Artists kennen, die später ihre Agentin werde sollte. Ihre Karriere nahm ihren eigenen unverhofften Verlauf. Trotzdem: Dinnerstein bleibt mit beiden Beinen fest auf der Erde. Auf die Frage, wie sie mit der Tatsache klarkommt, als Ehefrau und Mutter gleichzeitig den Anforderungen einer sich rapide entwickelnden Karrriere genügen zu müssen, sagt sie mir: “Ich werde immer nach meinem Sohn gefragt. Für meine männlichen Kollegen scheint diese Frage weit weniger Gewicht zu haben, obwohl es unter ihnen viele Väter gibt, die sich ganz bewusst dafür entschieden haben, in ihrer Karriere kürzer zu treten, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Diese Situation scheint für Frauen immer noch konfliktreicher zu sein.Und sie fügt hinzu: “Natürlich ist es sehr wichtig für mich, mit meiner Familie zusammen zu sein. Was meine Abwesenheit von zu Hause betrifft, versucht mein Manager, auf mich einzugehen. Ich bin nie länger als zwei Wochen unterwegs. Ich versuche ausserdem, meine Zeit genau einzuteilen, in Zeit für meine Privatsphäre mit meinem Mann und Sohn, und in Zeit für Proben und Konzerte. Das Schwierigste ist, immer da voll präsent und fokussiert zu sein, wo man gerade ist. Es ist leicht, sich ablenken zu lassen, und obwohl wir Frauen angeblich gut im ‘Multitasking’ sind, ist es eine ständige Herausforderung, die richtige Balance zu finden.”

Dinnerstein spricht über die verschiedenen Methoden, die sie ausprobiert hat, um für die Bewältigung ihrer täglichen Anforderungen Hilfe zu finden – Yoga und Meditation zum Beispiel. Aber sie räumt ein, dass es “letztendlich immer darauf ankommt, wie man mit dem psychologischen Druck umgeht, und dass man notwendigerweise effektiv delegiert.”
Es sei sehr hilfreich, dass ihr Mann Lehrer an der Schule ihres Sohnes ist, meint sie, und dass sie sich so wenigstens keine Sorgen darum machen muss, wie ihr Sohn in die Schule kommt, wenn sie auf Reisen ist. “Trotzdem muss ich erst einmal loslassen, und das ist nicht immer einfach. Es ist immer ein Kompromiss.”
Ihre ausgeprägte Persönlichkeit und ihr Realitätssinn machen Simone Dinnersteins ausgesprochen bodenständigen Charakter aus. Und genau so möchte sie auch gesehen werden. Ihre eher zurückhaltende Art zeigt sich auch bei ihren Auftritten. “Ich kleide mich gern leger für meine Konzerte”, meint sie. “Dramatische Abendkleider finde ich etwas antiquiert.”
Bei ihrem Debut in der Avery Fisher Hall am 7. Juli diesen Jahres trug sie eine schwarze Hose und eine ärmellose violette Bluse. Ihre bescheidene Gardarobe und ihr freundliches Auftreten taten jedoch der Intensität ihrer Darbietung, die sie sämtliche musikalische Gesten auskosten liess ohne je überdramatisch zu wirken, keinerlei Abbruch.

Meine Londoner Lehrerin, die Schnabel-Schülerin Maria Curcio, mit der ich eine kurze Zeit arbeitete, war sehr ‘körperbetont’, und hat auch Aspekte der Alexander-Technik in ihren Unterricht integriert”, erklärt mir Dinnerstein. “Ich bin sehr entspannt am Klavier; ich fühle meinen Körper, wenn ich spiele.”“Es muss eine totale Verbindung zwischen Technik und Musik geben”, sagt sie. Im heutigen Konservatorium liegt der Schwerpunkt auf Technik als Fazilität. Manche Studenten entwickeln sich erfolgreich mit dieser Methode; meine Stärke war das nie. Für mich muss der musikalische Ausdruck die treibende Kraft hinter der technischen Finesse der Aufführung sein.” Vielleicht ist es das, was den Guardian dazu bewegte, Dinnerstein als ‘wirkliche Musikerin’ zu bezeichnen, und nicht nur als Pianistin.Gibt es Dinge, die sie bezüglich ihrer Karriere bedauert? “Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich etwas länger bei Maria Curcio geblieben oder früher zu ihr gegangen wäre. Aber was immer geschieht, geschieht aus gutem Grund. In vielerlei Hinsicht bin ich eher eine Spätentwicklerin. Ich habe mich langsam zu mir selbst hin entwickelt.” Und genau das vermittelt Dinnerstein bei ihren Auftritten.Als eine ihrer wichtigsten Erfahrungen an der Juilliard School nennt sie die Begeisterung, mit der sie bei Peter Serkin studiert hat, und auch ihre Auftritte mit dem ‘New Juilliard Ensemble’ und ‘Focus’, was wiederum zu einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Cellisten Zuill Bailey führte. Die gemeinsame Aufnahme von “Beethoven: Complete Works for Piano and Cello” ist 2009 bei Telarc erschienen.
Ihre unvergesslichsten Aufführungen? “Wenn das Publikum anerkennend, und nicht übersättigt reagiert”, sagt sie. “Manchmal ist es überraschend, wo das passiert. Ich komme gerade von einer Aufführung im Wiener Konzerthaus, und hatte erwartet, dass das Publikum dort sehr viel steifer ist. Zu meinem Erstaunen waren die Zuhörer auf sehr persönliche Weise engagiert. Während ich spielte, herrschte konzentrierteste Stille, und dann gab es enthusiastischen Beifall.Sie erwähnt auch ein Konzert, das sie kürzlich in einem Frauengefängnis in Baltimore gegeben hatte, und spricht darüber, wie dankbar das Publikum war, und wie dessen Aufmerksamkeit ihren Auftritt so viel bedeutsamer für sie gemacht hatte. “Es beruht eben alles auf Gegenseitigkeit”, sagt sie.Wenn sie nicht auf Konzerttournee ist, kann es sein, dass man Simone Dinnerstein und ihre Musikerfreunde an der Schule ihrer Nachbarschaft antrifft. Sie möchte dem Problem schwindender Zuhörer, vor allem unter jungen Leuten, etwas entgegensetzen, und sie möchte Menschen zusammen bringen. Zur Zeit arbeitet sie daran, ihr Konzept auf weitere städtische Schulen auszuweiten. “Ich geniesse es, wenn Musiker auf Augenhöhe mit ihrem Publikum sind. Das macht Auftritte viel natürlicher”, sagt sie. “In meiner Nachbarschaft gibt es viele Leute, die nie zu einem Konzert gehen, sei es, weil sie keinen Babysitter haben, oder weil die Anfahrt zu lang ist - was immer das Problem sein mag. Hier können sie ihre Kinder mitbringen, und die wachsen dann mit klassischer Musik auf.”Und abschliessend meint sie: “Musik sollte fester Bestandteil einer jeden Gemeinschaft werden.”Man kann ihr da nur zustimmen. Wohltemperiert aus New York verbleibe ich herzlichst : Ilona
Ich bewundere Simone Dinnerstein schon sehr lange und bereits vor unserem ersten Mal aufeinandertreffen.Bereits 2000 hatte ich sie beim Schumann-Konzertwettbewerb an der Juilliard School gehört, und obwohl Jeremy Denk, der gegen sie angetreten war, den Wettbewerb gewann und mit dem Juilliard-Orchester spielen durfte, war ich sehr von ihrem Spiel beeindruckt und so fing ich an, mich für die junge Pianistin zu interessieren. Ich war dann auch keineswegs überrascht, als ich Jahre später erfuhr, dass ihre Konzertaufnahmen, die nach ihren Auftritten mit Bachs Goldberg-Variationen im März 2005 und ihrem Debut in der Weill Recital Hall der Carnegie Hall im November 2005 entstanden waren, äußerst erfolgreich waren. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.
“Meine Karriere war weniger geplant als dass sie einfach passierte”, erzählte sie mir. "Die Goldberg-Variationen waren ein grosses Project. Ich musste nicht nur mit Hilfe meiner Freunde das Geld für die Aufzeichnung beschaffen, sondern ich musste auch einen Produzenten finden, und dann ein Tonstudio. Motiviert hat mich die Tatsache, dass ich mit den Goldberg-Variationen bereits über mehrere Jahre hinweg öffentlich aufgetreten war. Ich fühlte, dass ich einen individuellen Beitrag leisten konnte, und wollte das auch dokumentieren. Ich hatte zu der Zeit keine Ahnung, wohin mich das alles führen würde.” Sie fährt fort: “Ich wusste nicht, ob sich ein Label finden liesse. Dann bearbeitete Adam Abeshouse die Goldberg-Arie und die ersten fünf Variationen, und stellte die Aufzeichnung ein paar Leuten in der Musikindustrie vor. Plötzlich wollte man mit mir reden. Wo immer es schwierig gewesen war, meinen Fuss in die Tür zu bekommen, wollte man mich nun ‘live’ hören.”Ein ihr bis dahin unbekannter Musikliebhaber aus Israel war bereit, ihr erstes Konzert zu sponsern, und dann lernte Dinnerstein Tanja Dorn von IMG Artists kennen, die später ihre Agentin werde sollte. Ihre Karriere nahm ihren eigenen unverhofften Verlauf. Trotzdem: Dinnerstein bleibt mit beiden Beinen fest auf der Erde. Auf die Frage, wie sie mit der Tatsache klarkommt, als Ehefrau und Mutter gleichzeitig den Anforderungen einer sich rapide entwickelnden Karrriere genügen zu müssen, sagt sie mir: “Ich werde immer nach meinem Sohn gefragt. Für meine männlichen Kollegen scheint diese Frage weit weniger Gewicht zu haben, obwohl es unter ihnen viele Väter gibt, die sich ganz bewusst dafür entschieden haben, in ihrer Karriere kürzer zu treten, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Diese Situation scheint für Frauen immer noch konfliktreicher zu sein.Und sie fügt hinzu: “Natürlich ist es sehr wichtig für mich, mit meiner Familie zusammen zu sein. Was meine Abwesenheit von zu Hause betrifft, versucht mein Manager, auf mich einzugehen. Ich bin nie länger als zwei Wochen unterwegs. Ich versuche ausserdem, meine Zeit genau einzuteilen, in Zeit für meine Privatsphäre mit meinem Mann und Sohn, und in Zeit für Proben und Konzerte. Das Schwierigste ist, immer da voll präsent und fokussiert zu sein, wo man gerade ist. Es ist leicht, sich ablenken zu lassen, und obwohl wir Frauen angeblich gut im ‘Multitasking’ sind, ist es eine ständige Herausforderung, die richtige Balance zu finden.”

Dinnerstein spricht über die verschiedenen Methoden, die sie ausprobiert hat, um für die Bewältigung ihrer täglichen Anforderungen Hilfe zu finden – Yoga und Meditation zum Beispiel. Aber sie räumt ein, dass es “letztendlich immer darauf ankommt, wie man mit dem psychologischen Druck umgeht, und dass man notwendigerweise effektiv delegiert.”
Es sei sehr hilfreich, dass ihr Mann Lehrer an der Schule ihres Sohnes ist, meint sie, und dass sie sich so wenigstens keine Sorgen darum machen muss, wie ihr Sohn in die Schule kommt, wenn sie auf Reisen ist. “Trotzdem muss ich erst einmal loslassen, und das ist nicht immer einfach. Es ist immer ein Kompromiss.”
Ihre ausgeprägte Persönlichkeit und ihr Realitätssinn machen Simone Dinnersteins ausgesprochen bodenständigen Charakter aus. Und genau so möchte sie auch gesehen werden. Ihre eher zurückhaltende Art zeigt sich auch bei ihren Auftritten. “Ich kleide mich gern leger für meine Konzerte”, meint sie. “Dramatische Abendkleider finde ich etwas antiquiert.”
Bei ihrem Debut in der Avery Fisher Hall am 7. Juli diesen Jahres trug sie eine schwarze Hose und eine ärmellose violette Bluse. Ihre bescheidene Gardarobe und ihr freundliches Auftreten taten jedoch der Intensität ihrer Darbietung, die sie sämtliche musikalische Gesten auskosten liess ohne je überdramatisch zu wirken, keinerlei Abbruch.

Meine Londoner Lehrerin, die Schnabel-Schülerin Maria Curcio, mit der ich eine kurze Zeit arbeitete, war sehr ‘körperbetont’, und hat auch Aspekte der Alexander-Technik in ihren Unterricht integriert”, erklärt mir Dinnerstein. “Ich bin sehr entspannt am Klavier; ich fühle meinen Körper, wenn ich spiele.”“Es muss eine totale Verbindung zwischen Technik und Musik geben”, sagt sie. Im heutigen Konservatorium liegt der Schwerpunkt auf Technik als Fazilität. Manche Studenten entwickeln sich erfolgreich mit dieser Methode; meine Stärke war das nie. Für mich muss der musikalische Ausdruck die treibende Kraft hinter der technischen Finesse der Aufführung sein.” Vielleicht ist es das, was den Guardian dazu bewegte, Dinnerstein als ‘wirkliche Musikerin’ zu bezeichnen, und nicht nur als Pianistin.Gibt es Dinge, die sie bezüglich ihrer Karriere bedauert? “Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich etwas länger bei Maria Curcio geblieben oder früher zu ihr gegangen wäre. Aber was immer geschieht, geschieht aus gutem Grund. In vielerlei Hinsicht bin ich eher eine Spätentwicklerin. Ich habe mich langsam zu mir selbst hin entwickelt.” Und genau das vermittelt Dinnerstein bei ihren Auftritten.Als eine ihrer wichtigsten Erfahrungen an der Juilliard School nennt sie die Begeisterung, mit der sie bei Peter Serkin studiert hat, und auch ihre Auftritte mit dem ‘New Juilliard Ensemble’ und ‘Focus’, was wiederum zu einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Cellisten Zuill Bailey führte. Die gemeinsame Aufnahme von “Beethoven: Complete Works for Piano and Cello” ist 2009 bei Telarc erschienen.
Ihre unvergesslichsten Aufführungen? “Wenn das Publikum anerkennend, und nicht übersättigt reagiert”, sagt sie. “Manchmal ist es überraschend, wo das passiert. Ich komme gerade von einer Aufführung im Wiener Konzerthaus, und hatte erwartet, dass das Publikum dort sehr viel steifer ist. Zu meinem Erstaunen waren die Zuhörer auf sehr persönliche Weise engagiert. Während ich spielte, herrschte konzentrierteste Stille, und dann gab es enthusiastischen Beifall.Sie erwähnt auch ein Konzert, das sie kürzlich in einem Frauengefängnis in Baltimore gegeben hatte, und spricht darüber, wie dankbar das Publikum war, und wie dessen Aufmerksamkeit ihren Auftritt so viel bedeutsamer für sie gemacht hatte. “Es beruht eben alles auf Gegenseitigkeit”, sagt sie.Wenn sie nicht auf Konzerttournee ist, kann es sein, dass man Simone Dinnerstein und ihre Musikerfreunde an der Schule ihrer Nachbarschaft antrifft. Sie möchte dem Problem schwindender Zuhörer, vor allem unter jungen Leuten, etwas entgegensetzen, und sie möchte Menschen zusammen bringen. Zur Zeit arbeitet sie daran, ihr Konzept auf weitere städtische Schulen auszuweiten. “Ich geniesse es, wenn Musiker auf Augenhöhe mit ihrem Publikum sind. Das macht Auftritte viel natürlicher”, sagt sie. “In meiner Nachbarschaft gibt es viele Leute, die nie zu einem Konzert gehen, sei es, weil sie keinen Babysitter haben, oder weil die Anfahrt zu lang ist - was immer das Problem sein mag. Hier können sie ihre Kinder mitbringen, und die wachsen dann mit klassischer Musik auf.”Und abschliessend meint sie: “Musik sollte fester Bestandteil einer jeden Gemeinschaft werden.”Man kann ihr da nur zustimmen. Wohltemperiert aus New York verbleibe ich herzlichst : Ilona
Ich bewundere Simone Dinnerstein schon sehr lange und bereits vor unserem ersten Mal aufeinandertreffen.Bereits 2000 hatte ich sie beim Schumann-Konzertwettbewerb an der Juilliard School gehört, und obwohl Jeremy Denk, der gegen sie angetreten war, den Wettbewerb gewann und mit dem Juilliard-Orchester spielen durfte, war ich sehr von ihrem Spiel beeindruckt und so fing ich an, mich für die junge Pianistin zu interessieren. Ich war dann auch keineswegs überrascht, als ich Jahre später erfuhr, dass ihre Konzertaufnahmen, die nach ihren Auftritten mit Bachs Goldberg-Variationen im März 2005 und ihrem Debut in der Weill Recital Hall der Carnegie Hall im November 2005 entstanden waren, äußerst erfolgreich waren. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mich mit Simone Dinnerstein zu unterhalten. Wir trafen uns bei “Sweet Melissa”, einem kleinen Brooklyner Restaurant in der Nähe der Schule ihres Sohnes.
“Meine Karriere war weniger geplant als dass sie einfach passierte”, erzählte sie mir. "Die Goldberg-Variationen waren ein grosses Project. Ich musste nicht nur mit Hilfe meiner Freunde das Geld für die Aufzeichnung beschaffen, sondern ich musste auch einen Produzenten finden, und dann ein Tonstudio. Motiviert hat mich die Tatsache, dass ich mit den Goldberg-Variationen bereits über mehrere Jahre hinweg öffentlich aufgetreten war. Ich fühlte, dass ich einen individuellen Beitrag leisten konnte, und wollte das auch dokumentieren. Ich hatte zu der Zeit keine Ahnung, wohin mich das alles führen würde.” Sie fährt fort: “Ich wusste nicht, ob sich ein Label finden liesse. Dann bearbeitete Adam Abeshouse die Goldberg-Arie und die ersten fünf Variationen, und stellte die Aufzeichnung ein paar Leuten in der Musikindustrie vor. Plötzlich wollte man mit mir reden. Wo immer es schwierig gewesen war, meinen Fuss in die Tür zu bekommen, wollte man mich nun ‘live’ hören.”Ein ihr bis dahin unbekannter Musikliebhaber aus Israel war bereit, ihr erstes Konzert zu sponsern, und dann lernte Dinnerstein Tanja Dorn von IMG Artists kennen, die später ihre Agentin werde sollte. Ihre Karriere nahm ihren eigenen unverhofften Verlauf. Trotzdem: Dinnerstein bleibt mit beiden Beinen fest auf der Erde. Auf die Frage, wie sie mit der Tatsache klarkommt, als Ehefrau und Mutter gleichzeitig den Anforderungen einer sich rapide entwickelnden Karrriere genügen zu müssen, sagt sie mir: “Ich werde immer nach meinem Sohn gefragt. Für meine männlichen Kollegen scheint diese Frage weit weniger Gewicht zu haben, obwohl es unter ihnen viele Väter gibt, die sich ganz bewusst dafür entschieden haben, in ihrer Karriere kürzer zu treten, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Diese Situation scheint für Frauen immer noch konfliktreicher zu sein.Und sie fügt hinzu: “Natürlich ist es sehr wichtig für mich, mit meiner Familie zusammen zu sein. Was meine Abwesenheit von zu Hause betrifft, versucht mein Manager, auf mich einzugehen. Ich bin nie länger als zwei Wochen unterwegs. Ich versuche ausserdem, meine Zeit genau einzuteilen, in Zeit für meine Privatsphäre mit meinem Mann und Sohn, und in Zeit für Proben und Konzerte. Das Schwierigste ist, immer da voll präsent und fokussiert zu sein, wo man gerade ist. Es ist leicht, sich ablenken zu lassen, und obwohl wir Frauen angeblich gut im ‘Multitasking’ sind, ist es eine ständige Herausforderung, die richtige Balance zu finden.”

Dinnerstein spricht über die verschiedenen Methoden, die sie ausprobiert hat, um für die Bewältigung ihrer täglichen Anforderungen Hilfe zu finden – Yoga und Meditation zum Beispiel. Aber sie räumt ein, dass es “letztendlich immer darauf ankommt, wie man mit dem psychologischen Druck umgeht, und dass man notwendigerweise effektiv delegiert.”
Es sei sehr hilfreich, dass ihr Mann Lehrer an der Schule ihres Sohnes ist, meint sie, und dass sie sich so wenigstens keine Sorgen darum machen muss, wie ihr Sohn in die Schule kommt, wenn sie auf Reisen ist. “Trotzdem muss ich erst einmal loslassen, und das ist nicht immer einfach. Es ist immer ein Kompromiss.”
Ihre ausgeprägte Persönlichkeit und ihr Realitätssinn machen Simone Dinnersteins ausgesprochen bodenständigen Charakter aus. Und genau so möchte sie auch gesehen werden. Ihre eher zurückhaltende Art zeigt sich auch bei ihren Auftritten. “Ich kleide mich gern leger für meine Konzerte”, meint sie. “Dramatische Abendkleider finde ich etwas antiquiert.”
Bei ihrem Debut in der Avery Fisher Hall am 7. Juli diesen Jahres trug sie eine schwarze Hose und eine ärmellose violette Bluse. Ihre bescheidene Gardarobe und ihr freundliches Auftreten taten jedoch der Intensität ihrer Darbietung, die sie sämtliche musikalische Gesten auskosten liess ohne je überdramatisch zu wirken, keinerlei Abbruch.

Meine Londoner Lehrerin, die Schnabel-Schülerin Maria Curcio, mit der ich eine kurze Zeit arbeitete, war sehr ‘körperbetont’, und hat auch Aspekte der Alexander-Technik in ihren Unterricht integriert”, erklärt mir Dinnerstein. “Ich bin sehr entspannt am Klavier; ich fühle meinen Körper, wenn ich spiele.”“Es muss eine totale Verbindung zwischen Technik und Musik geben”, sagt sie. Im heutigen Konservatorium liegt der Schwerpunkt auf Technik als Fazilität. Manche Studenten entwickeln sich erfolgreich mit dieser Methode; meine Stärke war das nie. Für mich muss der musikalische Ausdruck die treibende Kraft hinter der technischen Finesse der Aufführung sein.” Vielleicht ist es das, was den Guardian dazu bewegte, Dinnerstein als ‘wirkliche Musikerin’ zu bezeichnen, und nicht nur als Pianistin.Gibt es Dinge, die sie bezüglich ihrer Karriere bedauert? “Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich etwas länger bei Maria Curcio geblieben oder früher zu ihr gegangen wäre. Aber was immer geschieht, geschieht aus gutem Grund. In vielerlei Hinsicht bin ich eher eine Spätentwicklerin. Ich habe mich langsam zu mir selbst hin entwickelt.” Und genau das vermittelt Dinnerstein bei ihren Auftritten.Als eine ihrer wichtigsten Erfahrungen an der Juilliard School nennt sie die Begeisterung, mit der sie bei Peter Serkin studiert hat, und auch ihre Auftritte mit dem ‘New Juilliard Ensemble’ und ‘Focus’, was wiederum zu einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Cellisten Zuill Bailey führte. Die gemeinsame Aufnahme von “Beethoven: Complete Works for Piano and Cello” ist 2009 bei Telarc erschienen.
Ihre unvergesslichsten Aufführungen? “Wenn das Publikum anerkennend, und nicht übersättigt reagiert”, sagt sie. “Manchmal ist es überraschend, wo das passiert. Ich komme gerade von einer Aufführung im Wiener Konzerthaus, und hatte erwartet, dass das Publikum dort sehr viel steifer ist. Zu meinem Erstaunen waren die Zuhörer auf sehr persönliche Weise engagiert. Während ich spielte, herrschte konzentrierteste Stille, und dann gab es enthusiastischen Beifall.Sie erwähnt auch ein Konzert, das sie kürzlich in einem Frauengefängnis in Baltimore gegeben hatte, und spricht darüber, wie dankbar das Publikum war, und wie dessen Aufmerksamkeit ihren Auftritt so viel bedeutsamer für sie gemacht hatte. “Es beruht eben alles auf Gegenseitigkeit”, sagt sie.Wenn sie nicht auf Konzerttournee ist, kann es sein, dass man Simone Dinnerstein und ihre Musikerfreunde an der Schule ihrer Nachbarschaft antrifft. Sie möchte dem Problem schwindender Zuhörer, vor allem unter jungen Leuten, etwas entgegensetzen, und sie möchte Menschen zusammen bringen. Zur Zeit arbeitet sie daran, ihr Konzept auf weitere städtische Schulen auszuweiten. “Ich geniesse es, wenn Musiker auf Augenhöhe mit ihrem Publikum sind. Das macht Auftritte viel natürlicher”, sagt sie. “In meiner Nachbarschaft gibt es viele Leute, die nie zu einem Konzert gehen, sei es, weil sie keinen Babysitter haben, oder weil die Anfahrt zu lang ist - was immer das Problem sein mag. Hier können sie ihre Kinder mitbringen, und die wachsen dann mit klassischer Musik auf.”Und abschliessend meint sie: “Musik sollte fester Bestandteil einer jeden Gemeinschaft werden.”Man kann ihr da nur zustimmen. Wohltemperiert aus New York verbleibe ich herzlichst : Ilona

Wednesday, March 17, 2010

Pianist Jeffrey Biegel : Gemeinsames Engagement- Gemeinsam Im Rampenlicht







Es gibt kein Halten für den Pianisten Jeffrey Biegel, wenn es darum geht, sein Organisationstalent dafür einzusetzen, weltweit klassische Musik zu fördern.
Zeitweilig mit dem legendären amerikanischen Pianisten Van Cliburn verglichen,der 1958 den internationalen Tchaikovsky Wettbewerb in Moskau gewann und damit für Amerika einen Meilenstein pianistischer Leistung setzte.
Biegels“Grand Style” machte ihn zu einem sehr erfolgreichen Auftritts-und Aufnahmekünstler. Aber, wie seine Aufzeichnungen und auch andere Exkursionen in weniger konventionelle Darstellungsformen beweisen, ist sein Spektrum musikalischer Ausdrucksfähigkeit keineswegs auf einen Stil oder eine Aktivität begrenzt. Auf der langen Liste seiner Erfolge lassen sich Komponieren und Arrangieren neben seinen vielen Klavierauftritten finden und immer wieder stößt man auf das Wort “zuerst”, wenn er wieder einmal neues Terrain erobert hat. (siehe auch meinen Artikel: http://blogcritics.org/music/article/transcriptions-and-collaborations-why-not-mix)
Das war der Fall, als Biegel 1997 die Steinway Hall in New York als seinen Stützpunkt nutzte, um den ersten weltweiten Klavierabend ins Leben zu rufen, was zu jener Zeit überschwenglich als erstes Live Audio- und Videokonzert auf dem Internet angepriesen wurde.
Die Grenzen weiter sprengend, gründete er 1999 das erste große Konsortiumsprojekt, indem er 27 Orchester in 25 amerikanischen Städten zusammenbrachte.
“Ellen Taaffe Zwilich, die erste Frau, die einen Pulitzer Preis im Bereich Musik im Jahre 1983 erhalten hatte, komponierte die “Millenium Fantasy” für mich, erklärte Biegel als er beschrieb, wie sein Projekt, das im September 2010 mit der Veröffentlichung bei Naxos seinen Höhepunkt finden wird, entstanden war.
“Ich hatte beschlossen, dass es schön wäre, ein neues Werk für Klavier und Orchester bei Ellen Taaffe Zwilich, einer herausragenden Persönlichkeit in der Musikszene - gerade zu jener Zeit in New York, in Auftrag zu geben, ... und schon bald sprachen wir ausführlich über meine Idee, für ein einzelnes Auftragswerk das größte Orchesterkonsortium in den USA zu schaffen, um so das Jahrtausend zu feiern.”
Um Zwilich einen Überblick seines Werkes zu geben, schickte Biegel ihr seine Aufnahmen von Beethoven, Prokofiev, Leroy Anderson und Lalo Schifrins Zweites Klavierkonzert. Nach dem Anhören der Aufnahmen, rief sie
Biegels Partner Jeffrey James an und gab grünes Licht für ihren Beitrag. “Dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Frau Zwilich und mir,” wie sich Biegel erinnert.
Am 22. September 2000 wurde Zwilichs “Millenium Fantasy for Piano and Orchestra” von Biegel uraufgeführt und spielte in Cincinnati mit dem Cincinnati Symphony Orchestra unter Jesus Lopez-Cobos. In Anbetracht des großen Erfolges der Premiere, verkündete Cincinnatis Bürgermeister den “Ellen Taaffe Zwilich Day” und übergab ihr den Schlüssel zur Stadt.
Der Erfolg von Zwilichs “Millenium Fantasy” Aufführung im Jahre 2000 - bis zu diesem Zeitpunkt das größte zusammenspielende Konsortium von Orchestern der Welt - führte zu einer Reihe weiterer Auftragsarbeiten.
Im November 2000 wurden Briefe an Orchester überall in den USA geschickt, mit dem Ziel das Konzept von 25 Staaten auf 50 auszuweiten.
“Concerto America”, eine Partitur von Tony Preisträger Charles Strouse, war bereits vollständig finanziert und enthob so die Orchester von der Sorge, Mittel für seine Schaffung aufzubringen. Die Boston Pops hatten bereits zugestimmt, das “Concerto America” im Jahre 2002 zusammen mit dem Honolulu Symphony uraufzuführen, als der 11. September 2001 Biegels ambitioniertem Plan ein jähes Ende bereitete.
Er erinnert sich: “Direkt nach dem 11. September hörten wir damit auf, andere Orchester anzusprechen. Zu dieser Zeit schien es das Richtige zu sein. Ich wartete 3 Wochen lang damit Herrn Strouse anzurufen, in der Annahme, er hätte, nachdem er von seiner Manhattaner Wohnung aus das World Trade Center hatte brennen sehen, das Werk niedergelegt. Das Gegenteil war der Fall. Er sagte, er habe das Mittelstück vom Fröhlichem ins Tragische geändert.
Als weiteres Konzertprojekt folgte im Jahre 2003 - diesmal als Auftragsarbeit in internationaler Zusammenarbeit, das Concerto Nr.3, Opus 95 von Lowell Liebermann.
Wie Biegel so hatte auch Liebermann die Julliard School in New York besucht und ihre Wege hatten sich oft gekreuzt. So sagt Biegel: “In meiner Erinnerung ist am erfreulichsten, wenn Lowell mich im Klavierproberaum am Üben sah. Er würde in den Raum mit einem neuen Stück kommen, das er soeben geschrieben hatte. Er würde mich bitten, es vorzuspielen und mich dann nach meiner Meinung fragen. Und zweifelsohne handelte es sich immer um ein sagenhaftes, neues Werk.
Liebermanns “Concerto Nr.3”wurde schließlich von 17 amerikanischen und einem deutschen Orchester gemeinsam in Auftrag gegeben.
Der Weltpremiere des Concertos mit dem Milwaukee Symphony Orchestra unter der Leitung von Andreas Delfts im Jahre 2006 folgte 2007 die Aufführung des Schleswig-Holsteiner Landestheater Orchesters in Flensburg, wobei Deutschland dem Projekt seine internationale Dimenson gab. Derzeit gibt es Pläne das Concerto während der 2011-2012 Konzert Saison aufzuzeichnen.
Zum Thema Zusammenarbeit bei der Auftragsgebung von musikalischen Werken hat Jeffrey Biegel folgendes zu sagen: “Es scheint inzwischen unvermeidlich zu sein, dass der zukünftige Verlauf mehr Projekte hervorbringen wird, die auf dieser Art sehr effizienter Zusammenarbeit beruhen.”
Und er fügt hinzu: “Ich stelle mir vor, dass globale Auftragsprojekte neue Kompositionen weltweit in die Städte bringen werden, während gleichzeitig für jedes Mitglied die Kosten bezüglich neuer Kompositionen finanziell erschwinglich bleiben. So verbindet das ebenfalls als Kulturdiplomatie viele Länder und macht die Musik zum Eckpfeiler der Zusammenarbeit.”
Vorerst scheint es, als plane Jeffrey Biegel seine nächsten Schritte in diesem Arbeitsablauf, indem er den Erfolg seines allerersten Projektes mit Zwilich feiert.
“Auf Ellen [Taaffe Zwilich] zurückzukommen, um ein neues Werk für Klavier und Orchester zu komponieren, schien für mich eine logische Wahl zu sein. Fünf Orchester haben sich bis jetzt verpflichtet für das 2011-2012-2013 Unternehmen im Konsortium zu sein und während dieser Artikel geschrieben wird, werden weltweit Orchester kontaktiert. Diese Arbeit, die vom Louisiana Philharmonic 2011/2012 aufgeführt wird, schafft für Orchester eine neue Gelegenheit mitzumachen. In der schweren wirtschaftlichen Lage ist es überall in den USA wie auch global, wenn ich hinzufügen darf,“ erklärt Biegel, schwieriger geworden, neue Werke für eine Komponistin von Frau Zwilich’s Statur in Auftrag zu geben.”
Und: “eine Schaffung einer sozusagen globalen Allianz von Symphoniorchestern wird auch die Inauftragstellung neuer Musik von Komponisten aus verschiedenen Teilen der Welt fördern.”
Da Jeffrey Biegel so unermüdlicher ist, sollte ich auch erwähnen, dass sein allernächstes Werk nicht weit entfernt ist: “Für Trio21, haben wir eine neue Inauftragsstellung für Klavier für unsere Konzerteröffnungssaison 2011-12 von dem schnell bekannt werdenden Komponisten Kenneth Fuchs.
Biegels Trio21 mit Violinistin Judy Kang und dem Cellisten Robert deMaine, vermag in der Tat das Konzept der kooperativen Auftragsprojekte weiter ausweiten und auch weltweit im Bereich Kammermusik kooperative Gruppenaufträge miteinzuschliesssen.
“Mein Ziel war es immer,” stellt Jeffrey Biegel abschliessend fest, “durch Musik die Welt so nah wie möglich zusammenzubringen - Musik, die wir alle kennen, wie auch neue Musik, die noch nie vorher aufgeführt worden ist.”
Und das ist genau das, was er macht…
Ellen Taaffe Zwilichs Komposition und Mr. Biegels erstes Auftragsprojekt “Millennium Fantasy” wurde mit dem Florida State University Orchestra aufgenommen, dirigiert von Alexander Jiminez und als Teil einer Kollektion von drei Zwilich Werken im Rahmen der Digitalen Downloads bei Naxos im Februar 2010 veröffentlicht:
1: Millennium Fantasy, für Jeffrey Biegel im Jahre 2000 geschrieben
2: Peanuts Gallery, ein Stück bestehend aus sechs Sätzen als Anerkennung der Figuren von Charles M. Schulz (beide von Jeffrey Biegel aufgeführt)
3: Images for Two Pianos and Orchestra, aufgeführt von den Pianisten Read Gainsford und H.L.Williams. Die Veröffentlichung der CD ist für September 2010 geplant.
Andere Projekte sind Richard Danielpours “Mirrors for Piano and Orchestra,” was gemeinsam von privaten Geldgebern und dem Pacific Symphony Orchestra in Auftrag gegeben wurde (Weltpremiere im Februar 2010) und die Weltpremiere von William Bolcoms “Prometheus for Piano, Orchestra and Chorus” mit dem Pacific Symphony Orchestra und Pacific Chorale, die für November 2010 geplant ist.

Sunday, November 22, 2009

Concert Meister Serie

Not macht erfinderisch, wie man sagt.

Um Kosten für teure Anreisen und den Hotelaufenthalt internationaler Künstler von hohem Rang zu sparen, hatte die New Yorkerin Simona DeFeo die brilliante Idee, einzelnen Musikern, die bereits für Engagements mit ihren Orchestern in den USA eingetroffen waren, Soloauftritte vor Ort zu verschaffen. Diese konnten dementsprechend auch preisgünstiger angeboten werden. Zusammen mit dem israelischen Pianisten Elisha Abas, der sich durch seine weltweiten Auftritte mit verschiedenen Orchestern ein dichtes Netzwerk an Kontakten aufgebaut hatte, entstand die ‚Concert Meister Series'



So war zum Beispiel Albena Danailova, eine der wenigen weiblichen Geigerinnen, und gleichzeitig auch eine der vier Konzertmeister der Wiener Phiharmonie, ursprünglich mit Musikern des Orchesters zu einem Konzert der Vereinten Nationen nach New York gekommen. Am Dienstagabend, den 3. November 2009, spielte sie dann das erste Konzert der ‚Concert Meister Series’ im Performing Arts Center des New Yorker Baruch Colleges.


Das gelungene Programm in der Engelman Recital Hall umfasste Beethovens Kreutzersonate (Nr. 9, opus 47 in A-Dur), Bela Bartoks Sonata Nr. 1, gefolgt von Ronn Yedidias ‚Lullabye’, sowie ‚Liebesleid’ und ‚Marche Miniature Viennoise’ von Fritz Kreisler. Danailova wurde von dem jungen Pianisten und Absolventen der Baseler Musikakademie, Julian Riem, begleitet. ‚Resident’-Komponist Ronn Yedida, ein Schüler von David Diamond und Milton Babbitt, war selbst an diesem Abend dabei.



„Für viele der Musiker, die es gewohnt sind im Orchester zu spielen, ist es eine willkommene Abwechslung, auch mal wieder als Soloist aufzutreten“, meinte Danailova in einem Interview mit der New York Times.
Eine seltene Gelegenheit für die meisten Orchestermitglieder, die sich jetzt dank der ‚Concert Meister Series’ häufiger verwirklichen lässt.
Eine nette Gelegenheit für ein meet and greet bot die „Zugabe“ einer Afterparty des Sponsors der ersten Saison ‚Chopin Vodka’. Stilvoll sorgte sie mit viel Alkohol und eleganten Hors d’oevres im noblen Restaurant ‚Olives’ des Hotels ‚W’ für einen gelungenen Abschluss des ersten Konzertabend



So hatte ich denn auch die Gelegenheit, mit Ronn Yedida ins Gespräch zu kommen und mich mit Simona DeFeo und Elisha Abas über das wunderbare Konzept der Musikreihe zu unterhalten.
„Es wundert mich, dass niemand vorher von diesem eigentlich ziemlich simplen Konzept Gebrauch gemacht hat“ , bemerkte Abas . „Wir mieten die Halle und teilen unsere Einnahmen mit den Musikern. So gewinnt jeder, und keiner trägt ein allzu grosses Risiko.“

Und Frau DeFeo fügte hinzu: “Im November 2008 hatte ich das Konzept schon einmal mit einem Konzert unter dem Titel "The Concert Meister Series presents Micha Haran” getestet. Es war unglaublich, wie viele Leute kamen. Und das alles auf Grund von Mundpropaganda und Internet-Marketing. Im Jahre 2009 machte ich den zweiten Test, mit Sergey Ostrovsky, dem Konzertmeister des ‘Orchestre de la Suisse Romande’. Wieder ein voller Erfolg! Letzten Sommer dann bat ich Elisha Abas, als ‘Artistic Director’ miteinzusteigen.”

DeFeo betont, dass die ‘Concert Meister Series’ eigentlich gar keine Musikreihe im eigentlichen Sinn sei, sondern eher eine globale Gemeinschaft von Musikern, deren gemeinsame Auftritte dazu dienen, ihr Publikum besser kennen zu lernen.
Frau DeFeo hat weitere Pläne. Sie möchte ihr Konzept auf die Tanz- und Theaterwelt ausweiten, und auch Museen und Gallerien bereichern. Und sie würde gern geografisch expandieren, und in Kulturzentren wie London und Paris tätig werden.

Ihre Berufserfahrungen im wirtschaftlichen Bereich, wie auch ihre Expertise, wenn es um Internet-Marketing und soziale Netzwerke und Gruppen wie Facebook geht, sind hier von grossem Nutzen. Wenn dann noch Mundpropaganda und Flugblätter eingesetzt werden, wird verständlich, warum DeFeos enormer Einsatz immer wieder zu Erfolg führt.

Eine Hürde ist jedoch noch nicht überwunden: Die der Auftrittsorte. Es ist nicht einfach, geeignete Bühnen in einer Stadt zu finden, in der es vor kulturellen Veranstaltungen nur so wimmelt. Frau DeFeo hat ihre Bemühungen jedoch nicht auf die üblichen Veranstaltungsorte beschränkt: Ausser der Juilliard - und der Manhattan School of Music, und anderen Einrichtungen, die Musikerziehung anbieten, bemüht sie sich auch um Botschaften und diplomatische Vertretungen. So war denn auch der österreichische Botschafter einer ihrer ersten Gäste.
Die Qualität der Serie wird von ihren hervorragenden Soloisten getragen. So haben sich bereits die Geiger Guy Braunstein, Konzertmeister der Berliner Philharmonie, und Glenn Dicterow, Konzertmeister der New Yorker Philharmonie, für Auftritte verpflichtet; ebenso Micha Haran, Erster Cellist und Roman Spitzer, Erster Geiger, beide von der Israelischen Philharmonie.

Der impresarische Coup von Simona DeFeo and Elisha Abas bereichert das New Yorker Publikum um ein weiteres Angebot an musikalischen Leckerbissen.

Die diesjährige Reihe findet am Baruch’s Performing Arts Center statt.

Samstag, 14. November 2009, 19.30 Uhr: Guy Braunstein, Violine, Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, begleitet von Shai Wosner, Piano, spielen Mozarts Violin-Sonate in B-Moll K454, und Brahms’ Violin-Sonate No. 3 in D-Moll, Op. 108.

Sonntag, 22. November 2009, 16 Uhr: Amerigo-Trio und Glenn Dicterow, Konzertmeister der New Yorker Philharmonie, mit Karen Dreyfus, Violine, und Inbal Segev, Cello, spielen Zoltan Kodalys Intermezzo für Streichterzett, Gideon Kleins Streichterzett, und Leo Weiners Streichterzett in G-Moll, Op. 6 (1908).
mstag, 12.12.2009, 20 Uhr: Micha Haran, Erste Cellistin des Israel Philharmonic Orchestra mit Konzertpianist Xheni Rroji spielen Stücke von Schumann, Pierre Sancan, Jan Friedlan, und SchuberFreitag, 18.12.2009, 20 Uhr: Roman Spitzer, Erster Geiger des Israel Philharmonic Orchestra mit Konzertpianist Xheni Rroji spielen Stücke von Bach, Schumann und Brahms.

Saturday, November 14, 2009

Downtown New York und die neue klassische Musikszene



(le)Poisson Rouge




Neue Veranstaltungsorte öffnen ihre Türen für die klassische Musik. In letzter Zeit kann man starke Veränderungen in der Wahl der Aufführungsorte für klassische Musik beobachten. Mag sein, dass die Wirtschaftslage den New Yorker Immobilienmarkt negativ beeinflusst, für die klassische Musikszene gilt nach wie vor dessen goldene Regel: Lage, Lage und nochmals Lage.
Um dieser Tage Beachtung zu finden, muss ein Konzert in einem Nachtclub stattfinden, mit Vorliebe in ‘Downtown Manhattan’ unterhalb der 14. Straße. Geadelt durch die Auftritte berühmter Künstler haben sich bereits die ersten Favoriten herauskristallisiert. Manager und Werbefirmen ergreifen die Gelegenheit, das Image ihrer Künstler neu zu definieren und machen daher von den neuen Möglichkeiten für CD - Veröffentlichungen und spezielle Aufführungen Gebrauch.
Wenn Künstler klassischer Musik nach ‘downtown’ kommen, führt das zu einer aufregenden gegenseitigen Bereicherung, und die ‘downtown’- Nachtclubszene erweitert ihren Horizont in Richtung Klassik. Gab es zuvor eine klare Trennung zwischen ‘uptown’ - Klassik und ‘downtown’ - Musikszene, so haben Musiker und Fans klassischer Musik nun auch die Möglichkeit, ‘cool’ zu sein.
Zwei Clubs, die sich diesem Trend ganz und gar verschrieben haben, sind Le Poisson Rouge und der Highline Ballroom, beide in Lower Manhattan.
Bekannt als Veranstaltungsorte für Rock- und Popmusik, wurden deren Programme erweitert und bieten jetzt auch klassische Musik an. Das Besitzer - Team des Le Poisson Rouge, ein klassisch ausgebildeter Cellist, ein Violinist und Komponist - haben Le Poisson Rouge von Grund auf renoviert. Dort, wo einst das historische ‘Village Gate’ stand, ist unter der Leitung von John Storyk, ein hochmoderner Aufführungsort mit flexibler Bestuhlung und einer anspruchsvollen Tonanlage entstanden.
Ronen Givony, der künstlerische Direktor desLe Poisson Rouge, den der New Yorker-Essayist Alex Ross einen geborenen Impresario nennt, ist ein Erneuerer von Format, wenn es darum geht, unterschiedliche Teile der Musikwelt zusammen zu bringen und dabei etwas Neues zu schaffen. Vor seiner Tätigkeit für den Club verfasste Givony Subventionsanträge für die Chamber Society des Lincoln Centers. Dort zeichnete er auch für die ‘Wordless Music Series’ verantwortlich, die vom Radiosender Minnesota National Public Radio als gemeinsames Territorium für klassische Musik und Rockmusik gepriesen wurde.

“ Ich wollte die Struktur des traditionellen Rockkonzertes und des klassischen Konzertes neu überdenken”, sagt Givony, der zwar selbst kein Musiker ist, dafür aber ein Freund jeglicher Musik. Voller Enthusiasmus konzipierte er eine Veranstaltungsreihe einstündiger Aufführungen, in der er Künstler klassischer Musik mit Künstlern aus den Bereichen Rock, elektronische Musik und später auch Pop paarte, und die zur Hälfte Klassik, und zur anderen Hälfte Rockmusik boten. Über die ganze Stadt verteilte Kirchen, Hallen und Museen dienten als informelle Aufführungsorte für diese Veranstaltungen. “Im Stil der Internet-erfahrenen Personengruppe, die wir erreichen wollten, verzichtete die Veranstaltungsreihe auf jegliche Druckwerbung, sondern verließ sich auf Emails und auf unsere Website”, sagte Givony in einem Interview mit Musical America.Die Erfahrungen aus dieser Veranstaltungsreihe waren es denn auch, die die Grundlage für das Konzept von Le Poisson Rouge bildeten.

Um mit der jüngeren Generation klassischer Musiker Kontakt aufzunehmen und potentielle Künstler für den Club zu gewinnen, setzte Givony unter anderem auch Facebook ein. Trotz seines Erfolgs bleibt er bescheiden. “Klassische Musik hat sich schon immer in Richtung ‘downtown’ bewegt”, erklärte er mir. “Wahrscheinlich schon seit John Cage in intimen Clubs wie Stan's Kitchen and Joe's Pub auftrat. Was wir hier machen, ist alles schon mal dagewesen." Givony hat ohne Zweifel eine gute Nase in Sachen Auswahl der Künstler.
„ Ich hatte die Gelegenheit, einige meiner Lieblingskünstler bei inspirierenden Auftritten im Le Poisson Rouge zu erleben, so zum Beispiel die Pianistin Lucille Chung, die mit Alessio Bax die gesamten Ligety- Klavierwerke zu vier Händen, sowie Petroushka, die Stravinsky-Partitur für vier Hände vortrug.“
Den viel beschäftigten Alessio Bax, der erst kürzlich den begehrten Avery Fisher-Preis gewann, und der als Pianist sehr ernst genommen wird, ist einer der Künstler seiner Generation, dessen Name Schlagzeilen macht. Gerade erst letzte Woche veröffentlichte er eine bemerkenswerte Sammlung an Bach-Transkriptionen verschiedener Komponisten, ihn selbst eingeschlossen. Vor dem Konzert sprach er über die Wirkung der Petroushka auf ihn, und auch darüber, was es für ihn bedeutete, dieses Werk gemeinsam mit seiner Frau Lucille, die ebenfalls eine grossartige Pianistin ist, aufzuführen.
Und Lucille Chung bemerkte in unserem Gespräch über Aufführungen dieser Art: “Es war auf jeden Fall auch aus wirtschaftlicher Perspektive ein cleverer Zug, ein etwas heterogeneres Publikum für klassische Musik zu gewinnen; viele Leute ziehen einen informellen Ort wie Le Poisson Rouge einem formaleren Rahmen wie einer Konzerthalle vor. Auch ich selbst hatte weniger Probleme, Leute meiner Altersgruppe einzuladen, die ja sowieso ‘downtown’ ausgehen. Die kürzeren Werke, die modernen Komponisten und die etwas ausgefalleneren Stücke wie die zu vier Händen, all das passt so viel besser in diese Gegend - wie alles, was die doch etwas intimere Atmosphäre, die man hier erwartet, unterstützt.Trotz alledem – die Intimität muss - wie auf jeder anderen Bühne auch – nach wie vor vom Künstler geschaffen werden. Die kürzeren Stücke stehen im Einklang mit der kürzeren Aufmerksamkeitsspannne, und auch mit der Erwartungshaltung des Publikums, das sich hier auch sozial auszutauschen möchte.”
Auf die Frage, wie sie das Servieren von Speisen und den Lärm beim Abräumen der Tische während der musikalischen Darbietungen empfand – beides Dinge, die mich des Öfteren zusammenzucken liessen und es mir schwer machten, auch nur an meinem Wein zu nippen - antwortete Lucille: “Das stört mich eigentlich nicht. Wenn ich erst einmal spiele, bin ich total konzentriert. Viel wichtiger ist die Qualität des Klaviers oder des Flügels – damit steht und fällt alles.”

Man spürt den Geist der Veränderung und den Nervenkitzel des Aufbruchs und der Überwindung traditioneller Barrieren. Und die Musikindustrie ist sensibel genug, um den subtiblen, und gleichzeitig rasanten Veränderungen Rechnung zu tragen.
Der Highline Ballroom ist an einer Ausweitung seines Appeals als Club interessiert, und der Erfolg der klassischen Veranstaltungsreihe des vorigen Jahres im Le Poisson Rouge diente der Highline Ballroom-Musikserie diesen Sommer als Inspiration. Und vielleicht wird ja auch Jeremy Denk das für den Highline Ballroom tun können, was Andy Warhol einst für den Club 54 tat. Dank Denks guten Rufs als klassischer Pianist kommentierte Allan Kozinn von der New York Times dessen brilliante Aufführung. Aber nicht nur das: er gab auch seinen Kommentar zur interessanten Wahl und zum legeren Stil des Veranstaltungssortes ab. Kozinn verschwieg weder die akustischen Probleme noch die Qualität der Verstärker oder die Geräuschkulisse durch das klappernde Geschirr. Trotzdem schrieb er der Veranstaltung ‘das gewisse Etwas’ zu.
Jeremy Denks Aufführung war Teil einer Musikreihe, die Steinway and Sons mit der Leihgabe eines fantastischen Klaviers unterstützt hatten. Wie er mir bei unserem Gespräch kurz nach dem Konzert in einem Café an der Upper Westside erklärte, war er begeistert davon, im Highline Ballroom aufzutreten:
“Mein Manager hat mir den Veranstaltungsort angeboten und der interssierte mich sofort. Das Publikum war jung und offen …."
Und weiter: “ Es gibt immer mehr Ungeduld mit der stickigen Atmosphäre der Konzerthallen. Klassische Musik muss nicht als einengend erfahren werden. Ich habe den direkten Kontakt und die Nähe des Publikums im Highline Ballroom genossen. Ich fand das entspannend. Der Geräuschpegel, der zweifelsohne existiert, hat mich nicht wirklich gestört. Ich bin selten so entspannt wie ich es an diesem Abend war, und ich würde die Erfahrung jederzeit wiederholen.”

Es wird sich natürlich zeigen müssen, ob es sich hier um eine Modeerscheinung oder ein brilliantes Konzept handelt, das das Publikum mit seinem schlichten Ansatz zu mehr Flexibilität überreden kann, und dazu, Musik für sich selbst sprechen zu lassen, egal ob Radiohead oder Schubert.
In der Zwischenzeit gilt, was Ronen Givony vom Le Poisson Rouge sagt: "Die Qualität der Angebots an klassischer Musik auf unserem Veranstaltungskalender wächst beständig.”
Der Diskurs zum Thema klassische Musik innerhalb unserer Pop-orientierten Gesellschaft lädt weiterhin zum Nachdenken ein. So stellt James R. Oestreich in seinem New York Times - Artikel die Frage “Wer braucht Carnegie Hall”, und kommentiert somit diese Entwicklung. Das Interesse an diesem Themenbereich zeigt sich in der starken Reaktion zu den Alternativen, die zur Auswahl stehen.
Das Publikum gewinnt dabei. Jetzt kann man sein Glass Wein bei klassischer Musik geniessen.

Spencer Myer, Pianist - Merkin Concert Hall, 21. Oktober 2009






Noch hat der junge Pianist Spencer Myer keinen Weltruhm erlangt, doch er gehört mit Sicherheit zu den Auserwählten seiner Generation, die auf dem besten Wege dazu sind.
Astral, eine in Philadelphia gegründete Organisation zur Förderung junger Musiker, präsentierte am 21. Oktober sein Konzert in der Merkin Concert Hall an New Yorks Upper Westside. Mit sicherem Auftreten spielte er ein Programm, das durch unprätentiöse Vervollkommnung beeindruckte.
Bediente man sich des Ausdrucks der ‚Ausgeglichenheit’, liefe man leicht Gefahr, missverstanden zu werden. Hier ist ‚Ausgeglichenheit’ keineswegs als freundlichere Bezeichnung für Langeweile zu verstehen, sondern ganz im Gegenteil als ideales Maß.
Beim Klavierspielen muss alles im Verhältnis zueinander gesehen werden: Was ist zum Beispiel laut, und was ist leise. Das Tempo eines Laufes wird erst durch das relativ langsamere des ganzen Stückes bestimmt. Maßgebend ist die Steigerung innerhalb einzelner Abstufungen; erst durch diese wird ein vollendetes Klangbild erzeugt. Technisch perfekte Kontrolle dieser Abstufungen ist die Voraussetzung differenzierter musikalischer Ausdrucksfähigkeit.
Doch wann übernimmt das Temperament des Musikers die zugrundeliegende Botschaft des Komponisten, und inwieweit ist er in der Lage, auch trotz der komplizierten technischen Griffe nur die Musik und nicht den Arbeitsaufwand in den Vordergrund zu stellen? Sollte eine musikalische Darbietung eine gewisse Leichtigkeit behalten und das Publikum inspirieren? Dies sind nur einige von vielen möglichen Fragen und Widersprüchen, die Spencer Myer in seinem Konzert äußerst harmonisch löste.
Das Programm selbst bot eine eklektische Auswahl zeitlich unterschiedlicher Stilrichtungen und somit nicht nur Abwechslung, sondern es bewies auch Spencer Myers Beherrschung der verschiedensten Charakteristika einzelner Musikstile.
In Georg Friedrich Händels Suite No.2 in F-Dur (HWV 427) zum Beispiel brachte Myer das ständige Spiel zwischen führender Melodie und harmonischer Substanz besonders wirkungsvoll zu vollen theatralischen Ausdruck.
Leos Janaceks Sonate 1.X von 1905, ein eher schwieriges Werk, war ein weiterer Programmhöhepunkt, den er mit eindringlicher Präsenz vorstellte.

Myers Interpretation der vier Schubert – Impromtus (Op.90) war für mich jedoch der absolute Höhepunkt des Konzertes. Bislang war Eva Maria Pires’ Wiedergabe des Werkes für mich maßgebend gewesen. Nun muss ich Myers Version einen ebenso hohen Rang einräumen. Meisterhaft kalkuliert in der gleichmäßigen Einhaltung der Tempi und wunderbar differenziert in der Tonpalette, wurde er diesen melodischen Kleinoden voll und ganz gerecht.
Seine stilistische Anpassungsfähigkeit zeigte sich auch in der ganz unterschiedlichen Handhabung früher jazziger Rhythmen, so in Aaron Coplands Pianovariations. El amor y la muerte (Liebe und Tod ) und Los requiebros (Liebelei), beide aus dem Goyescas-Zyklus, gaben Spencer Myer ausreichend Gelegenheit, seinem Charme freien Lauf zu lassen. Die innigen und etwas ‚verruchten’ Tanzrhythmen verloren dennoch nie ihren eigenen Charakter.
Ein begeistertes Publikum und stehender Beifall für Myer, der sich mit zwei Zugaben bedankte: Ein Stück, das auf keinem seiner Konzerte fehlen darf – Debussys Possoin d’Or – und, als ganz besondere Note, Gershwins Embraceable You, arrangiert von Earl Wilde, schlossen den Abend in der fast ausgebuchten Halle ab.
Ich hatte schon vor diesem wunderbaren Abend Gelegenheit, persönlich mit Spencer Myer ins Gespräch zu kommen. Zu seiner etwas enttäuschenden Platzierung im Van Cliburn, noch immer einer der bedeutendsten internationalen Wettbewerbe, hatte er folgendes zu sagen:
„Ich habe dieses Kapitel in meinem Leben glücklicherweise abgeschlossen; dennoch muss ich sagen, dass mir die Wettbewerbe viele Auftrittsmöglichkeiten und Kontakte verschafft haben. Häufig wurde ich angesprochen: ‚Ich mag Ihre Art zu spielen, bitte geben Sie mir Ihre Karte.’ 2004 dann gewann ich den UNISA-Wettbewerb in Südafrika, was zu sieben Auftritten mit Orchestern und zu langfristigen Beziehungen führte. Für das Jahr 2010 sind weitere Auftritte in Südafrika geplant.“
Ich interessiere mich sehr dafür, wie Künstler eigentlich zu ihrer Kunst kommen.
Wacht man plötzlich auf und weis, dass man Pianist werden will? Wächst man in diese Rolle hinein oder wird man durch übereifrige Eltern oder einen Lehrer in eine Berufslaufbahn gedrängt, in der man sich zwar gerne und erfolgreich betätigt, die aber eigentlich nie zum Broterwerb werden sollte?
Jeder Künstler hat da seine ganz eigene Geschichte.
Myer erinnert sich: „Als Sechsjähriger stand ich mit meiner Mutter Schlange, um in die Baseball-Mannschaft aufgenommen zu werden. Da realisierte ich plötzlich, dass ich eigentlich viel lieber Klavier spielen würde und eröffnete dies meiner Mutter. Zum Glück zeigte sie Verständnis und ich durfte Klavierstunden nehmen.“
Und weiter meint er: “Ich würde mich nicht als Wunderkind bezeichnen. Das Talent und die Liebe zum Klavierspielen waren gegeben, aber ich hatte auch eine sehr ausgeglichene Kindheit in einem guten sozialen Umfeld.“
Das erklärt wohl auch Myers ausgewogene Einstellung zu den vielfältigen Herausforderungen, denen er als Konzertpianist ständig ausgesetzt ist: “Man darf nicht alles so ernst nehmen. Man bereitet sich vor, so gut man kann, auch um sich weiter zu entwickeln, und dann gibt man sein Bestes. Wenn man sich die Mißerfolge zu sehr zu Herzen nimmt, kann man daran zugrunde gehen.”
Seit 2003 ist Myers in guten Händen. Wie auch Simone Dinnerstein wurde er Mitglied bei Astral, die im gleichen Jahr seinen Soloauftritt und sein Orchester – Debut in Philadelphia präsentierten.
Für jeden angehenden Pianisten ist es eine große Frage, welche Lehrer für ihn in Frage kommen. Das ist natürlich immer eine sehr subjektive Entscheidung, und pragmatische Gegebenheiten spielen dabei meist eine grosse Rolle. Wie viele seiner Zeitgenossen hatte Spencer Myer eine ganze Reihe von Lehrern, deren Methodik zum Teil sehr variierte: Mal mehr von den Fingern ausgehend, mal mehr mit entspanntem Arm – je nach Schule und Tradition des jeweiligen Lehrers war der Ansatz oft ganz unterschiedlich, was natürlich leicht zu Verwirrung führen kann.
Zu Myers’ Lehrern gehörten hochrespektierte, zum Teil sehr bekannte Persönlichkeiten, die den Ruf grosser Pianisten und Lehrmeister genossen und ihm viele wunderbare Einsichten vermitteln konnten. Da war zum Beispiel Joseph Schwarz, den eine lange Tradition mit der legendären Rosina Lhevienne verband, oder der Leon Fleischer-Schüler Peter Takacs – aktiv auftretende Künstler, deren Einfluss zweifelsohne sehr inspirierend war.
Im College-Alter machte sich bei Myer jedoch Unbehagen beim Klavierspielen bemerkbar, und dieses Unbehagen äußerte sich in Verspannungen der Muskulatur, ganz besonders der Muskeln unterhalb der Armbeuge. Von Klavierschülern um den Oberlin-Professor Robert Shannon hörte Myer damals zum ersten Mal von der Taubman-Technik, die eine Analyse natürlicher Bewegungsabläufe beim Klavierspiel auf Video vorstellte. Dieses revolutionäre Konzept wies bereits erste Erfolge auf. Dorothy Taubman war es in ihrem Brooklyner Studio gelungen, Robert Shannon von seinen Schmerzen beim Klavierspielen zu erlösen – eine Heilung, die Shannon veranlasste, Taubmans Lehre weiter zu verbreiten.
Nachdem Myer für sein Master-Diplom bei der Juilliard-School in New York angenommen worden war, begegnete er schließlich Julian Martin, der für ihn der größte und entscheidendste Einfluss seiner Laufbahn werden sollte. Der Fleischer-Schüler Martin war es denn auch, der Myer einen inspirierenden Weg zur Verbindung von analytisch-technischem Denken und musikalischer Struktur aufzeigte.
2003 wirkte Myer als Pianist bei der Aufnahme der Uraufführung von Huang Ruos Chamber Concerto-Zyklus beim International Contemporary Ensemble mit. Seine erste eigene CD wurde vor kurzem von Harmonia Mundi USA veröffentlicht.
Für Allan Kozinn von der New York Times war dieses Konzert die Nummer 2 der Top-10 Momente klassischer Musik des Jahres 2003.
Die großzügige Unterstützung seiner Ausbildung durch die American Pianist Association im Jahre 2006 war ein weiterer Meilenstein in Myers Leben.
Inzwischen hat Spencer Myer seinen Doktor gemacht; er sieht sich zwar nach wie vor in erster Linie als aktiver Konzertpianist, glaubt aber, dass dies eine akademische Laufbahn keineswegs ausschließen muss. Im kommenden Jahr wird er seinen ehemaligen Lehrer Peter Takacz ein Jahr lang am Oberlin-College vertreten.
Seine ausgeglichene Wesensart spiegelt sich also nicht nur in seinem Klavierspiel wieder, sondern durchzieht seine gesamte Lebenseinstellung: “Ich liebe meine Tätigkeit sehr und fühle mich wohl als Musiker. Mein Freundeskreis setzt sich zum Grossteil aus Musikern zusammen und der gemeinsame Lebensstil ist sehr verbindend. Ich hoffe noch viele Konzerte mit Orchestern zu spielen und meine regelmäßigen Auftritte auszubauen. Aber ich bin auch gern flexibel und liebe die Abwechslung. Das Gefühl, ein Versager zu sein, wenn ich nicht jedes Jahr mit den New Yorker Philharmonikern auftrete, habe ich nicht“, meint Myer bescheiden.
Meine ganz persönliche Meinung ist, dass genau das bald Wirklichkeit werden könnte. Spencer Myer hat sich den Applaus verdient.
Damit verbleibe ich 'wohltemperiert aus New York' Ihre Ilona Oltuski

Cultures in Harmony- Musiker als Kultur- Vermittler






Wiliam Harvey -Paganini Challenge

Viele Leute schätzen sich als Idealisten oder sogar als Aktivisten ein. Man engagiert sich mit mehr oder weniger großem Elan im sozial-kulturellen oder politischen Bereich, bereichert von der eigenen Identitätsfindung und der Bewusstwerdung allgemein humanitärer Verantwortung.Die Freude am persönlichen Einsatz, am Teilen seines eigenen Enthusiasmus ist dabei nicht zu unterschätzen. Für Viele ist auch die Anerkennung innerhalb des persönlichen Wirkungskreises stark motivierend oder das Beibehalten bzw. die Weiterführung eines traditionellen Erbes.
Ein faszinierendes Beispiel des ganz besonderen persönlichen Einsatzes mit und durch Klassische Musik, der auch kreatives Denken und natürlich ungemeine Bereitwilligkeit einen Unterschied zu machen repräsentiert, ist das im folgenden geschilderte Projekt des jungen Musikers und Juilliard -Absolventen Wiliam Harvey: "Cultures in Harmony"

"Cultures in Harmony" heißt seine kurz nach dem tragischen 11. September in New York gegründete Organisation. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt kulturelle und nationale Barrieren durch die universelle Sprache der Kunst ( und hier im Speziellen der Musik) zu durchbrechen. Geprägt vom Willen zur Zusammenarbeit mit den jeweils ansässigen Musikern ist es dabei nebensächlich, ob es sich um klassische Musiker in den Philippinen, Mbira-Spieler in Zimbabwe oder Kanun-Virtuosen der Türkei handelt.
Ausschlaggebend ist das Konzept des gemeinsam positiv Erlebten, als Ausgangsbasis zur Verbesserung des Verhältnisses zueinander.
Auf der Basis gegenseitigen Respekts sucht "Cultures in harmony" den aktiven Dialog mit der Bevölkerung des jeweiligen Gastlandes auf unterschiedlichen Ebenen. Dabei gilt das besondere Bemühen immer der Unterstützung demokratischer Ideale.
Zum Beispiel wurde das Mitmachen weiblicher Musiker bei der musikalischen Begleitung einer traditionellen Dervisch Zeremonie in Konya zum ersten Mal in dieser Gegend der Türkei ermöglicht. (einer 700-jährige Tradition zu Trotz) Kleine Veränderungen können Größere nach sich ziehen. Es geht hier darum Präzedenz-Fälle zu schaffen, die das kulturelle Umfeld erweitern und positive Verhältnisse etablieren.Es wurden sowohl Wohltätigkeits-Konzerte für UNICEF in Zimbabwe veranstaltet, als auch Kompositions-Lehrgänge für Jugendliche auf den Philippinen, Mexico und Tunesien eingeführt.
Es geht den Musikern, die rund um die Welt reisen und an unterschiedlichen Projekten teilhaben darum, durch die Darbietung ihrer Fähigkeiten, Freundschaft und Hoffnung zu vermitteln und Vorurteile abzubauen.
Und von einer persönlich geprägten Erfahrung berichtet William Harvey dann auch:
Noch vor dem Türkei-Besuches, des damaligen regierenden US Präsidenten Busch, besuchte William im Rahmen einer moslemisch-amerikanischen Gruppeninitiative im Juni 2004, die ziemlich anti-amerikanisch gestimmte Türkei:
"Wir saßen beim Abendessen, bei einem Musiker - einem türkischen Oude-Spieler und die Unterhaltung ging nicht voran. Jeder war für sich, bis ich eine Geige entdeckte und anfing zu spielen. Danach spielte der Oudeist und die Atmosphäre lockerte sich zunehmend auf, schließlich spielten wir zusammen. die Musik überbrückte wirklich jegliche Kluft. Es war eine unglaubliche Erfahrung."
Ich hatte den jungen Mann, von dem mir eine gemeinsame Bekannte erzählt hatte, bisher noch nicht gesehen. Ich verabredete mich mit ihm Downtown in der Clinton Street Bakery. Zwar kannte ich sein Facebook-Profil, was in manchen Fällen ganz schön viel über die Person aussagt, aber ich hatte ihn noch nie als Musiker auftreten sehen, spielen gehört oder persönlich gesprochen. Ein Link auf seiner Facebook Seite: "Paganini Caprice Challenge" auf dem er mit Geige in der Hand sozusagen "Luftsprünge" veranstaltet, machte mich neugierig darauf ,was es denn mit seinen Aktivitäten wirklich auf sich hat.
Diese Challenge ist eine Aufforderung zur Unterstützung seiner Organisation. Er lernt und spielt jeweils eines der Stücke aus der Reihe des schwierigen, virtuosen Repertoires der Capricen. Gegen Spende versteht sich.
Das Projekt wird ähnlich wie bei anderen Wohltätigkeits-Aktionen, durch aktive oder passive Sponsoren finanziert. Eine im Prinzip lustige Idee, eines außergewöhnlich leidenschaftlichen, engagierten , jungen Musikers.
"Als 9-11 passierte, hatte ich gerade in "Juilliard" zu studieren begonnen. Es war die erste Woche nach meiner Freshman-Orientierung.“, erzählt William während er die Speisekarte studiert. Seinen Geigen Kasten, den er beim Eintreten über der Schulter trug, hat er unter seinem Stuhl verstaut. Er befand sich also am Ausgangspunkt einer viel versprechenden Ausbildung, die in manchen Fällen zu einer Traum -Karriere führt. Auf jeden Fall aber gehört die Ausbildung zu einer der Anerkanntesten überhaupt und dementsprechend äußerst schwer zu erlangenden Schulungen. "Die Studenten hier sind überkritisch zueinander und stehen in einem ständigen Konkurrenzverhalten." Kurzentschlossen bestellt er Pancakes mit viel Sirup. Die Schilderung seiner Erfahrungen, seine besonders gesprächige, verbindliche und sehr ernste Persönlichkeit sind sehr einnehmend. Man kann fühlen, dass William die tiefere Befriedigung, die er durch seine Kunst und in seinem Leben verfolgt nicht im Gewinnen etlicher Musik-Wettbewerbe finden wird. Voraussichtlich wird diese ihm auch nicht auf den Bühnen der großen Konzertsäle begegnen, obwohl er diese Möglichkeit eine Zeitlang, als 'hochbegabt' anerkannt, ins Auge gefasst hatte. Als er wieder zu seiner eindringlichen Beschreibung 'seines' 9-11 übergeht, schauert mich die Erinnerung. Dieser Tag und auch eine ganze Zeit danach, ist auch mir als 'mein' 9-11 in so klarer Erinnerung geblieben, als läge er nicht schon Jahre zurück.Ich sehe die Wolken über derselben Downtown, in der wir jetzt unseren Kaffee trinken, als wäre es heute und ich bin mir ziemlich sicher, dass es allen New Yorkern ebenso ergeht.
"Die Stimmung war so bedrückend, jeder wollte etwas tun, aber alle fühlten sich unglaublich hilflos. Jemand sagte: "Warum schicken wir nicht unsere Musiker los, damit sie den Leuten einfach Trost spenden.“ "So kam eine kleine Gruppe von 3 Juilliard Studenten in dem riesigen militärischen Gebäude, der sogenannten "Armory" zusammen, um Quartett-Musik zu spielen. Üblicherweise für Antik -Shows und Ähnliches benutzt, wimmelte es von Leuten, die auf Nachricht von ihren Angehörigen warteten. Wir spielten von den Noten, für vier Instrumente arrangierte Musik, zu dritt. Die Menschen hörten zu. Manche weinten. Alle waren gerührt. Ich blieb länger und spielte weiter, als die beiden Anderen gingen, sie waren vor mir gekommen und vollkommen erschöpft. Ein Hauptmann der völlig erledigt von der Hilfeleistung bei den Bergungsarbeiten mit seinem Trupp einkehrte, bat mich für seine Maenner zu spielen. Ich spielte mein gesamtes Repertoire, dass ich auswendig konnte: Bach H-Moll Partita - Tchaikovsky Konzert - Dvorak Konzert - Paganini Capricen 1 und 17 - Vivaldi Winter und Frühling -Tchaikovsky Melody und noch einige zeitlose Melodien. Zuletzt fragte ich, ob es okay wäre, die Amerikanische Nationalhymne zu spielen und der Hauptmann der 69sten Division bejahte. So kam es, dass ich die Hymne vor 300 Männern der 69sten Armee Einheit spielte, und da verstand um was es geht, anderen Musik zu vermitteln.“
William erhielt für seinen ganz persönlichen Einsatz, die Ehren -Medaille des Regiments. Sein Essay, genauso fesselnd wie seine persönlichen Schilderungen, über seine Erfahrungen als 18 -Jähriger unmittelbar nach 9-11, wurde in mehreren Publikationen veröffentlicht. William wurde von der Rundfunk -und Fernseh-Sendung "From the Top" die junge Talente der Musikbranche Amerikas vorstellt und auch fördert, als einer ihrer ersten Künstler, öffentlich vorgestellt.
"Cultures in Harmony" wird von einigen bekannten Corporations und Foundations, sowie von privaten Sponsoren unterstützt:McGraw-Hill Companies, Fan Fox and Leslie R.Samuels Foundation ,the Gladys Krieble Delmas Foundation, Kevin and Pam Wolf und Susan and Gerald Slavet.Auch wird häufig positiv und auch sehr anerkennend über diese außerordentlich tatkräftige Organisation berichtet. Doch all dies hat es leider bisher nicht ermöglicht, Cultures in harmony ein festes Budget oder gar Gehälter einzurichten. William Harvey wird im kommenden Semester, eine Lehrposition in Afghanistan antreten.
Weitere Informationen zu "Cultures in Harmony" auf: http://www.culturesinharmony.org/
Musiker als Kultur -Vermittler - Photo: Peter Schaaf
Viele Leute schätzen sich als Idealisten oder sogar als Aktivisten ein. Man engagiert sich mit mehr oder weniger großem Elan im sozial-kulturellen oder politischen Bereich, bereichert von der eigenen Identitätsfindung und der Bewusstwerdung allgemein humanitärer Verantwortung.Die Freude am persönlichen Einsatz, am Teilen seines eigenen Enthusiasmus ist dabei nicht zu unterschätzen. Für Viele ist auch die Anerkennung innerhalb des persönlichen Wirkungskreises stark motivierend oder das Beibehalten bzw. die Weiterführung eines traditionellen Erbes.
Ein faszinierendes Beispiel des ganz besonderen persönlichen Einsatzes mit und durch Klassische Musik, der auch kreatives Denken und natürlich ungemeine Bereitwilligkeit einen Unterschied zu machen repräsentiert, ist das im folgenden geschilderte Projekt des jungen Musikers und Juilliard -Absolventen Wiliam Harvey: "Cultures in Harmony"


"Cultures in Harmony" heißt seine kurz nach dem tragischen 11. September in New York gegründete Organisation. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt kulturelle und nationale Barrieren durch die universelle Sprache der Kunst ( und hier im Speziellen der Musik) zu durchbrechen. Geprägt vom Willen zur Zusammenarbeit mit den jeweils ansässigen Musikern ist es dabei nebensächlich, ob es sich um klassische Musiker in den Philippinen, Mbira-Spieler in Zimbabwe oder Kanun-Virtuosen der Türkei handelt.
Ausschlaggebend ist das Konzept des gemeinsam positiv Erlebten, als Ausgangsbasis zur Verbesserung des Verhältnisses zueinander.
Auf der Basis gegenseitigen Respekts sucht "Cultures in harmony" den aktiven Dialog mit der Bevölkerung des jeweiligen Gastlandes auf unterschiedlichen Ebenen. Dabei gilt das besondere Bemühen immer der Unterstützung demokratischer Ideale.
Zum Beispiel wurde das Mitmachen weiblicher Musiker bei der musikalischen Begleitung einer traditionellen Dervisch Zeremonie in Konya zum ersten Mal in dieser Gegend der Türkei ermöglicht. (einer 700-jährige Tradition zu Trotz) Kleine Veränderungen können Größere nach sich ziehen. Es geht hier darum Präzedenz-Fälle zu schaffen, die das kulturelle Umfeld erweitern und positive Verhältnisse etablieren.Es wurden sowohl Wohltätigkeits-Konzerte für UNICEF in Zimbabwe veranstaltet, als auch Kompositions-Lehrgänge für Jugendliche auf den Philippinen, Mexico und Tunesien eingeführt.
Es geht den Musikern, die rund um die Welt reisen und an unterschiedlichen Projekten teilhaben darum, durch die Darbietung ihrer Fähigkeiten, Freundschaft und Hoffnung zu vermitteln und Vorurteile abzubauen.
Und von einer persönlich geprägten Erfahrung berichtet William Harvey dann auch:
Noch vor dem Türkei-Besuches, des damaligen regierenden US Präsidenten Busch, besuchte William im Rahmen einer moslemisch-amerikanischen Gruppeninitiative im Juni 2004, die ziemlich anti-amerikanisch gestimmte Türkei:
"Wir saßen beim Abendessen, bei einem Musiker - einem türkischen Oude-Spieler und die Unterhaltung ging nicht voran. Jeder war für sich, bis ich eine Geige entdeckte und anfing zu spielen. Danach spielte der Oudeist und die Atmosphäre lockerte sich zunehmend auf, schließlich spielten wir zusammen. die Musik überbrückte wirklich jegliche Kluft. Es war eine unglaubliche Erfahrung."
Ich hatte den jungen Mann, von dem mir eine gemeinsame Bekannte erzählt hatte, bisher noch nicht gesehen. Ich verabredete mich mit ihm Downtown in der Clinton Street Bakery. Zwar kannte ich sein Facebook-Profil, was in manchen Fällen ganz schön viel über die Person aussagt, aber ich hatte ihn noch nie als Musiker auftreten sehen, spielen gehört oder persönlich gesprochen. Ein Link auf seiner Facebook Seite: "Paganini Caprice Challenge" auf dem er mit Geige in der Hand sozusagen "Luftsprünge" veranstaltet, machte mich neugierig darauf ,was es denn mit seinen Aktivitäten wirklich auf sich hat.
photo : Peter Schaaf
Diese Challenge ist eine Aufforderung zur Unterstützung seiner Organisation. Er lernt und spielt jeweils eines der Stücke aus der Reihe des schwierigen, virtuosen Repertoires der Capricen. Gegen Spende versteht sich.
Das Projekt wird ähnlich wie bei anderen Wohltätigkeits-Aktionen, durch aktive oder passive Sponsoren finanziert. Eine im Prinzip lustige Idee, eines außergewöhnlich leidenschaftlichen, engagierten , jungen Musikers.
"Als 9-11 passierte, hatte ich gerade in "Juilliard" zu studieren begonnen. Es war die erste Woche nach meiner Freshman-Orientierung.“, erzählt William während er die Speisekarte studiert. Seinen Geigen Kasten, den er beim Eintreten über der Schulter trug, hat er unter seinem Stuhl verstaut. Er befand sich also am Ausgangspunkt einer viel versprechenden Ausbildung, die in manchen Fällen zu einer Traum -Karriere führt. Auf jeden Fall aber gehört die Ausbildung zu einer der Anerkanntesten überhaupt und dementsprechend äußerst schwer zu erlangenden Schulungen. "Die Studenten hier sind überkritisch zueinander und stehen in einem ständigen Konkurrenzverhalten." Kurzentschlossen bestellt er Pancakes mit viel Sirup. Die Schilderung seiner Erfahrungen, seine besonders gesprächige, verbindliche und sehr ernste Persönlichkeit sind sehr einnehmend. Man kann fühlen, dass William die tiefere Befriedigung, die er durch seine Kunst und in seinem Leben verfolgt nicht im Gewinnen etlicher Musik-Wettbewerbe finden wird. Voraussichtlich wird diese ihm auch nicht auf den Bühnen der großen Konzertsäle begegnen, obwohl er diese Möglichkeit eine Zeitlang, als 'hochbegabt' anerkannt, ins Auge gefasst hatte. Als er wieder zu seiner eindringlichen Beschreibung 'seines' 9-11 übergeht, schauert mich die Erinnerung. Dieser Tag und auch eine ganze Zeit danach, ist auch mir als 'mein' 9-11 in so klarer Erinnerung geblieben, als läge er nicht schon Jahre zurück.Ich sehe die Wolken über derselben Downtown, in der wir jetzt unseren Kaffee trinken, als wäre es heute und ich bin mir ziemlich sicher, dass es allen New Yorkern ebenso ergeht.
"Die Stimmung war so bedrückend, jeder wollte etwas tun, aber alle fühlten sich unglaublich hilflos. Jemand sagte: "Warum schicken wir nicht unsere Musiker los, damit sie den Leuten einfach Trost spenden.“ "So kam eine kleine Gruppe von 3 Juilliard Studenten in dem riesigen militärischen Gebäude, der sogenannten "Armory" zusammen, um Quartett-Musik zu spielen. Üblicherweise für Antik -Shows und Ähnliches benutzt, wimmelte es von Leuten, die auf Nachricht von ihren Angehörigen warteten. Wir spielten von den Noten, für vier Instrumente arrangierte Musik, zu dritt. Die Menschen hörten zu. Manche weinten. Alle waren gerührt. Ich blieb länger und spielte weiter, als die beiden Anderen gingen, sie waren vor mir gekommen und vollkommen erschöpft. Ein Hauptmann der völlig erledigt von der Hilfeleistung bei den Bergungsarbeiten mit seinem Trupp einkehrte, bat mich für seine Maenner zu spielen. Ich spielte mein gesamtes Repertoire, dass ich auswendig konnte: Bach H-Moll Partita - Tchaikovsky Konzert - Dvorak Konzert - Paganini Capricen 1 und 17 - Vivaldi Winter und Frühling -Tchaikovsky Melody und noch einige zeitlose Melodien. Zuletzt fragte ich, ob es okay wäre, die Amerikanische Nationalhymne zu spielen und der Hauptmann der 69sten Division bejahte. So kam es, dass ich die Hymne vor 300 Männern der 69sten Armee Einheit spielte, und da verstand um was es geht, anderen Musik zu vermitteln.“
William erhielt für seinen ganz persönlichen Einsatz, die Ehren -Medaille des Regiments. Sein Essay, genauso fesselnd wie seine persönlichen Schilderungen, über seine Erfahrungen als 18 -Jähriger unmittelbar nach 9-11, wurde in mehreren Publikationen veröffentlicht. William wurde von der Rundfunk -und Fernseh-Sendung "From the Top" die junge Talente der Musikbranche Amerikas vorstellt und auch fördert, als einer ihrer ersten Künstler, öffentlich vorgestellt.
"Cultures in Harmony" wird von einigen bekannten Corporations und Foundations, sowie von privaten Sponsoren unterstützt:McGraw-Hill Companies, Fan Fox and Leslie R.Samuels Foundation ,the Gladys Krieble Delmas Foundation, Kevin and Pam Wolf und Susan and Gerald Slavet.Auch wird häufig positiv und auch sehr anerkennend über diese außerordentlich tatkräftige Organisation berichtet. Doch all dies hat es leider bisher nicht ermöglicht, Cultures in harmony ein festes Budget oder gar Gehälter einzurichten. William Harvey wird im kommenden Semester, eine Lehrposition in Afghanistan antreten.
Weitere Informationen zu "Cultures in Harmony" auf: http://www.culturesinharmony.org/
Musiker als Kultur -Vermittler
Viele Leute schätzen sich als Idealisten oder sogar als Aktivisten ein. Man engagiert sich mit mehr oder weniger großem Elan im sozial-kulturellen oder politischen Bereich, bereichert von der eigenen Identitätsfindung und der Bewusstwerdung allgemein humanitärer Verantwortung.Die Freude am persönlichen Einsatz, am Teilen seines eigenen Enthusiasmus ist dabei nicht zu unterschätzen. Für Viele ist auch die Anerkennung innerhalb des persönlichen Wirkungskreises stark motivierend oder das Beibehalten bzw. die Weiterführung eines traditionellen Erbes.
Ein faszinierendes Beispiel des ganz besonderen persönlichen Einsatzes mit und durch Klassische Musik, der auch kreatives Denken und natürlich ungemeine Bereitwilligkeit einen Unterschied zu machen repräsentiert, ist das im folgenden geschilderte Projekt des jungen Musikers und Juilliard -Absolventen Wiliam Harvey: "Cultures in Harmony"


"Cultures in Harmony" heißt seine kurz nach dem tragischen 11. September in New York gegründete Organisation. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt kulturelle und nationale Barrieren durch die universelle Sprache der Kunst ( und hier im Speziellen der Musik) zu durchbrechen. Geprägt vom Willen zur Zusammenarbeit mit den jeweils ansässigen Musikern ist es dabei nebensächlich, ob es sich um klassische Musiker in den Philippinen, Mbira-Spieler in Zimbabwe oder Kanun-Virtuosen der Türkei handelt.
Ausschlaggebend ist das Konzept des gemeinsam positiv Erlebten, als Ausgangsbasis zur Verbesserung des Verhältnisses zueinander.
Auf der Basis gegenseitigen Respekts sucht "Cultures in harmony" den aktiven Dialog mit der Bevölkerung des jeweiligen Gastlandes auf unterschiedlichen Ebenen. Dabei gilt das besondere Bemühen immer der Unterstützung demokratischer Ideale.
Zum Beispiel wurde das Mitmachen weiblicher Musiker bei der musikalischen Begleitung einer traditionellen Dervisch Zeremonie in Konya zum ersten Mal in dieser Gegend der Türkei ermöglicht. (einer 700-jährige Tradition zu Trotz) Kleine Veränderungen können Größere nach sich ziehen. Es geht hier darum Präzedenz-Fälle zu schaffen, die das kulturelle Umfeld erweitern und positive Verhältnisse etablieren.Es wurden sowohl Wohltätigkeits-Konzerte für UNICEF in Zimbabwe veranstaltet, als auch Kompositions-Lehrgänge für Jugendliche auf den Philippinen, Mexico und Tunesien eingeführt.
Es geht den Musikern, die rund um die Welt reisen und an unterschiedlichen Projekten teilhaben darum, durch die Darbietung ihrer Fähigkeiten, Freundschaft und Hoffnung zu vermitteln und Vorurteile abzubauen.
Und von einer persönlich geprägten Erfahrung berichtet William Harvey dann auch:
Noch vor dem Türkei-Besuches, des damaligen regierenden US Präsidenten Busch, besuchte William im Rahmen einer moslemisch-amerikanischen Gruppeninitiative im Juni 2004, die ziemlich anti-amerikanisch gestimmte Türkei:
"Wir saßen beim Abendessen, bei einem Musiker - einem türkischen Oude-Spieler und die Unterhaltung ging nicht voran. Jeder war für sich, bis ich eine Geige entdeckte und anfing zu spielen. Danach spielte der Oudeist und die Atmosphäre lockerte sich zunehmend auf, schließlich spielten wir zusammen. die Musik überbrückte wirklich jegliche Kluft. Es war eine unglaubliche Erfahrung."
Ich hatte den jungen Mann, von dem mir eine gemeinsame Bekannte erzählt hatte, bisher noch nicht gesehen. Ich verabredete mich mit ihm Downtown in der Clinton Street Bakery. Zwar kannte ich sein Facebook-Profil, was in manchen Fällen ganz schön viel über die Person aussagt, aber ich hatte ihn noch nie als Musiker auftreten sehen, spielen gehört oder persönlich gesprochen. Ein Link auf seiner Facebook Seite: "Paganini Caprice Challenge" auf dem er mit Geige in der Hand sozusagen "Luftsprünge" veranstaltet, machte mich neugierig darauf ,was es denn mit seinen Aktivitäten wirklich auf sich hat.

Diese Challenge ist eine Aufforderung zur Unterstützung seiner Organisation. Er lernt und spielt jeweils eines der Stücke aus der Reihe des schwierigen, virtuosen Repertoires der Capricen. Gegen Spende versteht sich.
Das Projekt wird ähnlich wie bei anderen Wohltätigkeits-Aktionen, durch aktive oder passive Sponsoren finanziert. Eine im Prinzip lustige Idee, eines außergewöhnlich leidenschaftlichen, engagierten , jungen Musikers.
"Als 9-11 passierte, hatte ich gerade in "Juilliard" zu studieren begonnen. Es war die erste Woche nach meiner Freshman-Orientierung.“, erzählt William während er die Speisekarte studiert. Seinen Geigen Kasten, den er beim Eintreten über der Schulter trug, hat er unter seinem Stuhl verstaut. Er befand sich also am Ausgangspunkt einer viel versprechenden Ausbildung, die in manchen Fällen zu einer Traum -Karriere führt. Auf jeden Fall aber gehört die Ausbildung zu einer der Anerkanntesten überhaupt und dementsprechend äußerst schwer zu erlangenden Schulungen. "Die Studenten hier sind überkritisch zueinander und stehen in einem ständigen Konkurrenzverhalten." Kurzentschlossen bestellt er Pancakes mit viel Sirup. Die Schilderung seiner Erfahrungen, seine besonders gesprächige, verbindliche und sehr ernste Persönlichkeit sind sehr einnehmend. Man kann fühlen, dass William die tiefere Befriedigung, die er durch seine Kunst und in seinem Leben verfolgt nicht im Gewinnen etlicher Musik-Wettbewerbe finden wird. Voraussichtlich wird diese ihm auch nicht auf den Bühnen der großen Konzertsäle begegnen, obwohl er diese Möglichkeit eine Zeitlang, als 'hochbegabt' anerkannt, ins Auge gefasst hatte. Als er wieder zu seiner eindringlichen Beschreibung 'seines' 9-11 übergeht, schauert mich die Erinnerung. Dieser Tag und auch eine ganze Zeit danach, ist auch mir als 'mein' 9-11 in so klarer Erinnerung geblieben, als läge er nicht schon Jahre zurück.Ich sehe die Wolken über derselben Downtown, in der wir jetzt unseren Kaffee trinken, als wäre es heute und ich bin mir ziemlich sicher, dass es allen New Yorkern ebenso ergeht.
"Die Stimmung war so bedrückend, jeder wollte etwas tun, aber alle fühlten sich unglaublich hilflos. Jemand sagte: "Warum schicken wir nicht unsere Musiker los, damit sie den Leuten einfach Trost spenden.“ "So kam eine kleine Gruppe von 3 Juilliard Studenten in dem riesigen militärischen Gebäude, der sogenannten "Armory" zusammen, um Quartett-Musik zu spielen. Üblicherweise für Antik -Shows und Ähnliches benutzt, wimmelte es von Leuten, die auf Nachricht von ihren Angehörigen warteten. Wir spielten von den Noten, für vier Instrumente arrangierte Musik, zu dritt. Die Menschen hörten zu. Manche weinten. Alle waren gerührt. Ich blieb länger und spielte weiter, als die beiden Anderen gingen, sie waren vor mir gekommen und vollkommen erschöpft. Ein Hauptmann der völlig erledigt von der Hilfeleistung bei den Bergungsarbeiten mit seinem Trupp einkehrte, bat mich für seine Maenner zu spielen. Ich spielte mein gesamtes Repertoire, dass ich auswendig konnte: Bach H-Moll Partita - Tchaikovsky Konzert - Dvorak Konzert - Paganini Capricen 1 und 17 - Vivaldi Winter und Frühling -Tchaikovsky Melody und noch einige zeitlose Melodien. Zuletzt fragte ich, ob es okay wäre, die Amerikanische Nationalhymne zu spielen und der Hauptmann der 69sten Division bejahte. So kam es, dass ich die Hymne vor 300 Männern der 69sten Armee Einheit spielte, und da verstand um was es geht, anderen Musik zu vermitteln.“
William erhielt für seinen ganz persönlichen Einsatz, die Ehren -Medaille des Regiments. Sein Essay, genauso fesselnd wie seine persönlichen Schilderungen, über seine Erfahrungen als 18 -Jähriger unmittelbar nach 9-11, wurde in mehreren Publikationen veröffentlicht. William wurde von der Rundfunk -und Fernseh-Sendung "From the Top" die junge Talente der Musikbranche Amerikas vorstellt und auch fördert, als einer ihrer ersten Künstler, öffentlich vorgestellt.
"Cultures in Harmony" wird von einigen bekannten Corporations und Foundations, sowie von privaten Sponsoren unterstützt:McGraw-Hill Companies, Fan Fox and Leslie R.Samuels Foundation ,the Gladys Krieble Delmas Foundation, Kevin and Pam Wolf und Susan and Gerald Slavet.Auch wird häufig positiv und auch sehr anerkennend über diese außerordentlich tatkräftige Organisation berichtet. Doch all dies hat es leider bisher nicht ermöglicht, Cultures in harmony ein festes Budget oder gar Gehälter einzurichten. William Harvey wird im kommenden Semester, eine Lehrposition in Afghanistan antreten.
Weitere Informationen zu "Cultures in Harmony" auf: http://www.culturesinharmony.org/ony.org/
William Harvey's Culture in harmony, was named as one of the most succesfull cultural foundation, acting as cultural ambassador in 2010.

William Harvey - culture adaptation