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Monday, June 3, 2013

Alexander Fiterstein: Der Rundum-Klarinettist

Klarinettist Alexander Fiterstein
 
An einem beliebten New Yorker Treffpunkt, im Gespräch versunken mit dem sehr sympathischen Fiterstein, habe ich mehr über das KlarinettenRepertoire erfahren, als ich je wusste.
“Die Klarinette ist das letzte der Holzblas-Instrumente, die im Orchester aufgenommen wurden, erläutert der renommierte Klarinettist und Empfänger des ‘Avery Fisher Career Grant’ im Jahre 2009, der seitdem von der Presse in einzigartiger Einstimmigkeit hoch gelobt wird.
"Mozarts Klarinetten-Konzert K 622, das aus seiner späteren Schaffenszeit stammt, öffnet den Blick auf dieses Instrument innerhalb des klassischen Repertoires; vor diesem Stück kam die Klarinette in Mozarts intimeren Kammermusikwerken vor, wie dem Kegelstatt Trio K498 statt in seinen größeren Werken, wie einem Konzert. Mozart benutzt die Klarinette ebenfalls an prominenter Stelle in seinen Bläserserenaden, erklärt Fiterstein.
Ich wurde darauf hin neugierig, mehr über den historischen Hintergrund der Klarinette zu erfahren und begann es nachzulesen. Nach Angaben der Herausgeber von ‘Floricor Editions’, einem Verlagshaus, das sich auf Rohrblatt-Blasinstrument Repertoire spezialisiert, wurde die ungewöhnliche Kombination von Instrumenten des Trios, das üblicherweise für Violine, Cello und Klavier komponiert wurde, vielleicht von Mozarts Fable für das Instrument angeregt durch seinen Wiener Freund, den Klarinettisten Anton Stadler. Er war ein geübter und begabter Spieler von ‘Harmoniemusik’, einem Genre, das aus Arrangements für ein paar Oboen (oder Klarinetten), einem Fagott oder zweien und zwei Hörnerns bestand, die dafür geeignet waren, während stattlicher Abendessen und Jagdgesellschaften und ähnlichem zu unterhalten. Die modischste wurde die Partita, eine Suite bestehend aus drei bis acht
kurzen Sätzen, die von sehr bescheidenen Kompositionen bis zu den sechs Symphonien von J.C. Bach oder den Serenaden K.251-253 von Mozart reichen.”
Fiterstein spielt natürlich jegliche Klarinettenmusik. Carl Maria von Webers Klarinetten Konzert Nr.1, geschrieben im Jahre 1811, sticht innerhalb des Repertoire des Instruments als Juwel heraus. Es wurde von Heinrich Baermann, einem deutschen Virtuosen-Klarinettisten inspiriert, der großen Einfluss auf das romantische Klarinetten Repertoire hatte und dem dieses Stück gewidmet ist. Viele Komponisten, die zu dieser Zeit für die Klarinette schrieben, hatten ihn dabei im Sinn; zahlreiche Werke von Webern, Felix Mendelsohn und Giacomo Meyerbeer ragen unter den Stücken dieser Zeit hervor. Mendelssohns Konzertstücke (Concert Pieces), Opus. 113 und 114 wurden für Baermann und seinen Sohn, Carl geschrieben, um sie zusammenzuspielen.
“Es scheint, sobald ein Komponist die Klarinette verstanden hatte, konnten sie nicht mehr die Finger davon lassen” sagt Fiterstein begeistert; wie so oft scheint Musikgeschichte plötzlich sehr persönlich!
“Innerhalb der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts waren besonders Debussy, aber auch Messaien und Copland für die Klarinette besonders massgeblich und Jazz Einflüsse werden zunehmend sichtbar und es ist hier, wo unabhängig von der Klassischen Literatur die Jazz Improvisationen ihren Anfang nehmen,” erklärt Fiterstein.
Technisch gesehen, im Laufe des 19. Jahrhunderts, spaltete sich die Welt der Klarinette in einen deutschen /österreichischen und den französischen Sektor. Jede entwickelte sich mit einem unterschiedlichen Fingersatzsystem und einer unterschiedlichen Kombination von Verschluss und Ringpositionen. Der Körper des deutschen Instruments ist ein bißchen schlanker. Offenbar sind die Instrumente und die Spielmethoden so unterschiedlich, dass ein französischer Klarinettenspieler (was besagt ein jeglicher Klarinettenspieler außer den Deutschen und Österreichischen) nicht einfach eine deutsche/österreichische Klarinette nehmen und spielen kann.
Schon im Alter von acht Jahren war Fiterstein von diesem Instrument fasziniert, das nach seiner Auffassung das Vielseitigste und das dem Spieler auf Engste vebundenste ist: “Es gibt wie bei anderen Blasinstrumenten durch die eigene Atmung eine starke physische Beziehung zu dem Instrument. Alles passiert auf sehr direkte Weise. Die Klangvorstellung and dann die Übertragung durch das Atmen; man kann ein recht großes Klangvolumen erreichen, aber dieses kann auch super weich sein. Man muss jede Note verstehen und sehen, wie sie zu allem anderem in einem bestimmten Stück passt, um wirklich gut zu spielen,” erklärt Fiterstein.
Seine Expertise innerhalb der Breite des Klarinettenrepertoires ist unermesslich: Das Repertoire ist eigentlich viel größer als man denkt, ich kannte nicht die Hälfte dessen, was es gibt und die Stile und Stimmungen sind endlos variiert.”
Seine neue Aufnahme von Sean Hickeys Clarinet Concerto dem amerikanischen Komponisten zusammen mit dem Hickey Cello Konzert,
gespielt von Dmitry Kouzov, wurde gerade am 28. Mai vom Delos Label herausgegeben. In St. Petersburg mit der ‘St.Petersburger Staatssymphonie’ unter der Leitung von Vladimir Lande aufgenommen, markiert dieses Stück Fitersteins letzten Besuch ins zeitgenössische Gebiet, in dem er sich ebenso zuhause fühlt wie im Vergleich zum klassischen Repertoire:
"Es ist ein schönes und geistreiches Stück, das die lyrischen Qualitäten der Klarinette im Dialog mit der Violine herausstellt,” sagt Fiterstein über Hickeys Werk, als er dessen Erstaufnahme für ein ganzes Orchester beschreibt.
Die Veranstaltung war für Fiterstein das erste Konzert und die erste Aufnahme in Russland. Hickey und Fiterstein verbrachten recht viel freie Zeit zusammen, durchliefen als Touristen die Eremitage, waren beim Abendessen miteinander beisammen im eleganten Hotel Europa, das gegenüber der Strasse lag, an der ihr Konzert stattfand. Beide, Komponist und Solist, beschreiben ihre Erfahrung als extrem angenehm, trotz des Mangels ausreichender Beheizung im Melodyia Aufnahme Studio, dass sich in einer kleinen Kirche befindet; Fiterstein erinnert sich daran, dass einige der Musiker ihre Mäntel während des Spielens anbehielten.
Im Jahre 2001 gewann Fiterstein in Dänemark den Carl Nielsen Wettbewerb mit einer Aufführung von Carl Nielsens “Konzert für Klarinette und Orchester,” Opus. 57 und er spielte das Konzert erneut in der letzten Saison mit dem ‘St.Paul Chamber Orchestra’ unter der Leitung von von Thomas Dausgaard. Nächstes Jahr wird Fiterstein das Konzert mit Isaac Sterns Sohn, dem Dirigenten Michael Stern, zurückbringen, der mit dem ‘Iris Orchestra’ in Memphis, Tennessee spielen wird.
Diesen Sommer wird Fiterstein, der auch an der Universität Minnesota unterrichtet, einige Zeit mit dem Mozart Klarinetten-Quartetten beim Toronto Sommer Musik Festival verbringen und mit dem ‘Pacifica Quartet’ auftreten.

Fiterstein wuchs auf mit Musik, die von Beethoven bis zu Jazz und Klezmer reichte und wichtig war vorallem immer viel Freude beim Music machen. Als er die Klarinette zu spielen begann, wurde er oft von seinem Vater auf dem Akkordeon im Wohnzimmer der Familie zuhause in Israel begleitet. Später erlaubte ihm sein klassisches Training bei Juilliard und dem ‘Marlboro Chamber Music Festival’, das anfänglich durch eine AICF Sponsorship gefördert wurde, seine außerordentlich erfolgreiche Karriere in den USA und in Übersee zu verfolgen.
Im Jahre 2002 wurde Fiterstein mit der Musik von Iswaldo Goligov, dem jüdisch argentinischen Gastkomponisten beim ‘Marlboro Chamber Music Festival’, das Fiterstein besuchte, vertraut. Viele Jahre später griff Fiterstein sein “die Träume und Gebete von Isaak dem Blinden” auf, das unter einem starken Klezmer Einfluss geschrieben worden war und Fiterstein begann sich anderer jüdischer ethnischer Musik zu nähern, wo sich unterschiedliche Stile, wie in den zeitgenössichen ethnischen Kompositionen von Ronn Yedidia, zusammenfanden. Im Jahre 2011 nahm Fiterstein Werke von Yedidia mit dem Komponisten für das Naxos Label auf, was im März 2012 veröffentlicht wurde.
Die Musikszene der Neunziger Jahre, besonders in New York, hob die Klarinette innerhalb verschiedener parallel laufender Trends jüdischer künstlerischer Musik hervor. Komponisten, wie André Hajdu (gen. 1932), Osvaldo Golijov (geb. 1960), Robert Starer (1924–2002) und Ofer Ben-Amots (geb. 1955) experimentierten mit neuen Improvisationen, die vom Klezmer Stil inspiriert wurden.
Die Wurzeln dieser Werke gehen auf die sogenannte “St.Petersburger Schule” der Wende zum 20. Jahrhundert zurück, die zu einer Form jüdischen nationalen Hervortretens wurde, was vom Zionismus hervorgebracht wurde. Durch diese Bewegung zielten etliche Schüler des Komponisten Rimsky-Korsakov darauf ab, basierend auf traditioneller Klezmer-, Volks- und kantoraler Musik Materialien neue Ausdrucksmöglichkeiten ihrer jüdischen Identität zu finden.
Das Zimro Ensemble, ein im Jahr 1919 gegründetes Sextett, das aus Klarinette, Klavier und einem Streichquartett bestand, konzentrierte sich unter der Leitung seines Klarinettisten Simeon Bellison (1881–1953) auf diese Werke. Das Ziel von Zimro war es während einer europäischen Konzerttournee Gelder aufzutreiben, um ein Zentrum für jüdische Musik in Palästina zu etablieren. Eines der bekanntesten Werke, die für das Zimro Ensemble geschrieben wurden, ist Prokofjews Overtüre zu jüdischen Themen, Opus 34, die im Jahre 1919 vom Ensemble in Auftrag gegeben worden war.
Bellison, der später der erste Klarinettist des ‘New York Philharmonic’ wurde, schaffte es nie nach Palästina, stattdessen wurde er einer der einflußreichsten Klarinetten Größen in den Vereinigten Staaten. “Die meisten Klarinettisten seiner Zeit hatten irgendwas mit ihm zu tun” sagt Fiterstein und erzählt mir dennoch: “[Bellison] vergaß nie seinen Traum: er hinterliess seine gesamte Musiksammlung der Rubin Academie in Israel.” In Verbindung mit der Forschung, die dieses Material untersucht, wird Fiterstein an einem Konzert von Pro Musica Hebraica, teilnehmen: “Die Idee ist es, jüdische Erfahrung, jüdisches Gefühl und jüdische Geschichte, die jüdische Seele, wenn man so will hervorzubringen, ausgedrückt durch klassische Musik,” sagt Charles Krauthammer, Mitbegründer von Pro Musica Hebraica, einer Organisation, die im Jahre 2004 gegründet wurde. In Verbindung mit dem Kennedy Center in Washington wird Pro Musica Hebraica vernachlässigte Werke jüdischer Komponisten in die Konzerthalle bringen.
Im Dezember diesen Jahres wird Fiterstein zusammen mit dem The Zimro Project aufreten, einer Kammermusikgruppe, die er am Kennedy Center in Washington gründete. Das Konzert wird russisch-jüdische Kammermusik vorstellen, von der einige Werke seit mehr als 100 Jahren nicht in der Öffentlichkeit gespielt worden sind.
Auch zum mitbeteiligten künstlerischen Direktor des neuen Sedona Winter Musikfestes ernannt, das im Januar in Carefree, Arizona stattfindet, werden New Yorker die Gelegenheit haben, Fiterstein im April nach seiner Rückkehr nach New York, mit der Chamber Music Society of Lincoln Center zu hören.
Ilona Oltuski-getclassical.org

Friday, December 31, 2010

Bemerkungen zur Grammy Nominierungsparty im ‘Le Poisson Rouge’ in New York am 16. Dezember 2010

Avi Avital
In [ihrem Artikel] “Der Grammy, den keiner kennt” äußerte Anne Midgette von ‘Classical Beat’ ihre Vorbehalte bzgl. der klassischen Musikauswahl, die in diesem Jahr anscheinend allein dem Zufall überlassen wurde.

Ihre Beschreibung des zunehmend verwässerten Auswahlprozesses der Grammy Nominierungen, die in einer künstlich aufgeblähten Stimmkraft selbst der kleinsten Mehrheiten resultieren, werfen ein schlechtes Licht auf die Urteilsfähigkeit der Musikindustrie. Sie spricht ebenfalls über die zunehmende Ungleichheit in einem ständig anwachsenden Meer von Vielfalt:

“Das Ergebnis ist ein Feld, in dem Geschmäcker so verschieden sind und es eine solche Vielzahl gibt, von der es auszuwählen gilt, dass es nicht mehr darüber einen Konsensus gibt, was am besten ist. Es ist erstaunlich, wie wenig Überschneidungen es zwischen den klassischen Grammy Nominierungen und einigen 2010 Bestenlisten der New York Times und dem Nationalen Öffentlichen Radio (NPR) gibt.”

Midgette ist auch über das Schwinden traditioneller Normen besorgt, das es auf dem Markt der Plattenlabels gibt und die den greifbaren Verkaufszahlen wie auch den damit zusammenhängenden Bereich der Kritik und Besprechungen beeinflussen.

Aber was auch immer die langfristigen Auswirkungen auf die Musikindustrie sein mögen, die Stimmung bei der Le Poisson Rouge Grammy Nominierungsfeier im südlichen Teil von Manhattan erreichte kaum zuvor erzielte Höhen.
Der junge israelische Mandolinenspieler Avi Avital war in der Kategorie ‘Beste Instrumental Soloaufführung (mit Orchester)’ nominiert worden. Der strahlende Avital erläuterte, dass in dieser Kategorie, die Trophäe sowohl dem darbietenden Solokünstler wie auch dem Dirigenten des Orchesters übergeben wird.

Die nominierte Aufführung “Mandolinenkonzert” ist Teil einer Auswahl von ‘Concertos für Mandoline, Piccolo-Flöte, Klavier und Konzerflügel’ des israelischen Komponisten Avner Dorman (siehe auch mein Interview mit Dorman, dass man hier finden kann: http://getclassical.blogspot.com/2010/09/avner-dormans-compositions-percussive.html

Komponist Avner Dorman
Dirigent Andrew Cyr ist der innovative Kopf und unternehmerische Geist hinter dem “Metropolis Ensemble”, einer gemeinützigen professionellen Kammermusikgruppe von jungen und talentierten klassischen Musikern, die sich um eine familiäre, miteinander vertraute Gruppe seiner Förderer scharte.
Dirigent Andrew Cyr
Indem sie ihre Kammermusik- und Soloaufführungen klassischer Musiker in alternativen Örtlichkeiten spielen bringen Gruppen wie Metropolis ihre Kunst direkt in die Häuser ihres Publikums und stellen so sicher, dass das (gleichwohl große) Wohnzimmer eines anderen ein ebenso geeigneter Aufführungsort ist, wie die Carnegie Hall (wenn nicht sogar noch geeigneter).

Cyr erkannte die Gelegenheit eines ‘sozialen Marketings’ durch die Involvierung enthusiastischer Voluntäre wie z.B. Frau June Wu. Als derzeitiges Vorstandsmitglied des Metropolis Ensembles stellte sie ihre prächtige Wohnung in der New Yorker Upper Westside dem Ensemble für ihr letztes Konzert und 80 seiner Fans zur Verfügung.

Indem sie erfrischend enthusiastisch ihre Fertigkeiten einsetzt, ist die Metropolis Gruppe Teil eines neuen Trends: Musiker organisieren Aufführungen im Hause von Leuten oder an alternativen Veranstaltungsorten. Indem man sich oft auf zeitgenössische Komponisten konzentriert, erweitern diese Aufführungen die Ausdrucksform traditioneller klassischer Musikveranstaltungen.

In perfekter Harmonie, mit dem Credo, das Erlebnis des klassischen Spektrums auszuweiten, zeigte Avi Avital mit immenser Beseeltheit und virtuoser Fertigkeit dem mitgerissenen Publikum die künstlerisch unglaubliche Anziehungskraft seiner geliebten Mandoline.

Avi Avital at (le)Poisson Rouge
Die tatsächliche Grammy Entscheidung vorwegnehmend stand Avitals Mandoline zusammen mit einer Vielzahl anderer Instrumente wie Tamburin, Akkordeon und Harfe im Mittelpunkt und wurde zum unangefochten Gewinner des Abends. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass irgendjemand im Publikum an diesem Abend, was die bescheidene Mandoline angeht, jemals das gleiche denken wird, wie es vor dem Spielen Avitals der Fall gewesen wäre; dieser hat sicherlich meine Wertschätzung für diese unglaublich verändert.
Die globale Angebotspalette des Abends hat wirklich das Publikum begeistert. Beginnend mit einem barocken Bach Concerto, dem Avner Dormans zeitgenössisch verschmolzenem und charismatischem ‘Allegro’ Satz unter der Leitung von Cyr und den Mitgliedern des Ensembles folgte, wurden die Zuschauer im Le Poisson Rouge von der Lyrik des spanischen Liedes (DeFalla) verzaubert, und von einer beachtlichen und bestimmenden Aufführung von Rhythmen aus dem Nahen Osten von Avital und Freunden hingerissen. Nun ist die Grammy Nominierung noch verständlicher.

Sean Hickey, Verkaufs- und Geschäftsentwicklungsmanager bei Naxos USA, kommentiert eine seiner vielen Nominierungen, die sein Label in diesem Jahr erhielt:

“Avner Dormans Beziehung mit Naxos reicht einige Jahre zurück, als er eine Aufnahme seiner Klavierarbeiten mit Eliran Avni einreichte. Die neueste Aufnahme diese Arbeiten, die den erstaunlichen Avi Avital zusammen mit Andrew Cyr vorstellt, der das nach vorne denkende Metropolis Ensemble leitet, gibt uns die Möglichkeit mit visionären amerikanischen Künstlern und Ensembles zusammenzuarbeiten, einer Verpflichtung, der sich Naxos schon seit ein paar Jahren verbunden fühlt. Wir freuen uns für alle sehr, die in diesem Jahr an ihrer Grammy Nominierung beteiligt waren.”

Teil einer ständig wachsenden Liste von jungen talentierten israelischen Künstlern, sind Avitals und Dormans Karrieren von AICF, der Amerikanisch - Israelischen Kulturstiftung, gefördert worden. Das ermöglichte ihnen ihre Ausbildung in den jeweilig künstlerischen Gebieten voranzutreiben und ihre Talente auch ausserhalb davon zu entwickeln.

Wie mir David Homan, AICFs geschäftsführender Direktor und selbst ein an Kooperationen interessierter Künstler ist, erläuterte: “Die Förderung gibt es auf zwei Ebenen: In Israel, mit der frühen Auswahl und Unterstützung von all dem außergewöhnlichem, künstlerischem Talent, und dann in Amerika, durch die weitere Entwicklung und Training oder Vermittlung von Auftrittsgelegenheiten in den entsprechenden Veranstaltungsorten.”

“Der schwierige Teil ist manchmal die Koordinierung der Bemühungen eines jeden – der, die aus Israel kommen, und der, die sich im Ausland anschließen, um die bestmöglichen Ergebnisse für den Künstler zu erzielen, was natürlich unser gemeinsames Ziel ist.” Unter der Leitung von Bill Schwartz, dem AICF Generaldirektor und beauftragt von Vera Stern, der Gattin des verstorbenen Violin Virtuoso Isaac Stern, der dem AICF von 1964 bis 2002 vorstand, ist es Homan gelungen, neue Netzwerke zu entwickeln und damit Kontaktmöglichkeiten unter den Alumni der Organisation zu verbessern.

Während es Avner Dorman möglich war, als Student des hochgeschätzten Komponisten John Corigliano die New Yorker Jullliard School zu besuchen, konnte Avi Avital seine Fertigkeiten im seltenen Bereich des Mandolinenspielens in Padua in Italien ausbauen.

Avi Avital
Immer nach neuen Mandoline Repertoires Auschau haltend, hatte Avital in Israel Dorman kennen gelernt. Avital zufolge begann Dorman im Jahre 2006 an einem Concerto für ihn zu arbeiten und beendete dieses nach nur drei Monaten eines fantastischen Zusammenspiels der beiden Künstler. Dormans künstlerische Sensibilität erlaubte ihm, was das Instrument betrifft, Avitals persönlichen Ansatz sehr gut zu verstehen und machte so ein seltenes und fruchtbares Treffen zweier musikalische Köpfe möglich.

Das Concerto war teilweise vom israelischen Kulturministerium und der Rabinovich Stiftung in Tel Aviv in Auftrag gegeben und mit in Auftrag gegeben vom “Festival Nessiah” in Pisa in Italien, wo es auch uraufgeführt wurde.

Die Aufnahme des Concertos war vom sechsmaligen Grammy Preisträger David Frost produziert worden und half ihm, eine Nominierung als Produzent des Jahres zu erhalten, der so potentiell zu seinem dritten “Produzent des Jahres” Titel führen könnte.

Bei Naxos herausgegeben, besteht die CD aus einer Vielzahl von Concertos für Mandoline, Piccolo-Flöte, Klavier und Konzerflügel und stellt auch den Pianisten Eliran Avni, die Piccolo-Flötistin Mindy Kaufman und die Cembalistin Aya Hamada vor.

Dies ist die zweite Kooperation zwischen dem Komponisten Avner Dorman und dem Produzenten David Frost auf dem Naxos Label.
Während ich im Le Poisson Rouge David Frost vorgestellt wurde, hatte ich die Gelegenheit mehr über seine Beziehung zu Avner Dorman herauszufinden.

Frost meinte: “Es war John Corigliano, der seinen Studenten Avner Dorman zu mir gebracht hatte. Ich mochte seine Musik, obwohl der Veranstaltungsort, wo ich zuerst Eliran Avni gehört hatte, eine schreckliche Akustik hatte und das Klavier ebenfalls nicht besonders war. Wir entschieden uns, eine Aufnahme zusammen zu machen und durch Dorman wurde Naxos an Bord gebracht. Jene erste Aufnahme wurde im Jahre 2006 herausgegeben.”

Und was antwortet der immens erfolgreiche Produzent von den in der Kritik anerkannten Aufnahmen für alle Hauptlabels - von RCA, Sony, Decca, Deutsche Grammophon bis zu EMI und Naxos – als ich ihn frage, wie wichtig ein weiterer Grammy für ihn ist?

Andrew Cyr david Frost
Frost grinst verschämt: “Ich sage nicht ‘nein’. Während es nicht niederschmetternd wäre, wenn ich diesen nicht bekäme, würde es sicherlich großartig sein, wenn es klappen würde. Es macht so viel Spaß und es ist sicherlich ein Klaps auf die Schulter. Da ich nominiert bin werde ich auf jeden Fall zur Zeremonie kommen.”

Erst heute informierte mich David Homan, dass er auch einen enthusiathischen Sponsoren gefunden hat, um an der Zeremonie teilzunehmen. Wie man sagt, das erste Mal ist ein Moment, den es nur einmal im Leben gibt. Ich kann dem nur zustimmen.

Für weitere Informationen zum Le Poisson Rouge sehen Sie meinen Artikel: http://getclassical.blogspot.com/2009/10/new-venues-open-their-doors-for.html

Thursday, June 24, 2010

Sean Hickey spricht über Naxos – ein visionäres Musikunternehmen






Sean Hickey
Als ich meinen Musikblog über New Yorks Musik- und Kulturszene im Sommer 2009 startete, nahm sich Naxos als erste Firma meiner Arbeit an und publizierte meine Texte auf ihrem deutschsprachigen Blog. Als ich dann zu ihrer regulären New Yorker Korrespondentin wurde, wollte ich mehr über die innere Dynamik von Naxos erfahren. Ich fand ein faszinierendes Geschäftsmodell vor, auf echten Gründergeist gebaut und mit einer klaren Vision von der ständigen Erweiterung des Unternehmens.
Das Unternehmen wurde treffend nach der griechischen Insel „Naxos“ benannt, der Wiege der westlichen Zivilisation und auch dem Ort, den man gerne mit Kunst und Kultur assoziiert, verweist doch der Name „Naxos“ auf die Oper von Richard Strauß „Ariadne auf Naxos“, die er 1912 geschrieben hat.
Naxos, das Label für klassische Musik, ist das geistige Kind des Unternehmers Klaus Heymann. Geboren und aufgewachsen in Frankfurt, Deutschland (übrigens auch meine Heimatstadt), kam er 1967 über eine Anstellung bei der amerikanischen Zeitung The Overseas Weekly nach Hong Kong.
In den frühen Siebzigern gründete er eine Importfirma für Elektronik, die Audioanlagen der Luxusklasse wie Bose-Lautsprecher und Revox-Aufnahmegeräte verkaufte. Er erkannte bald das Potenzial für neue Märkte im Fernen Osten und setzte auf innovative und kosteneffiziente Handels- und Marketingkonzepte in seinen Unternehmen in Hong Kong. Eines seiner Marketingkonzepte führte zur Organisation von klassischen Konzerten zu Werbezwecken, gesponsert von Bose und Revox.
Die Begegnungen mit den Musikern bei diesen klassischen Konzerten machten ihm erst bewusst, dass in Hong Kong ein eklatanter Mangel an Firmen für klassische Musik bestand. Eine neue Geschäftsidee war geboren, und so begann er mehrere klassische Labels zu importieren und zu vertreiben. Wegen seiner gut organisierten Konzerte wurde er 1973 eingeladen, dem Hongkong Philharmonic Orchestra, damals noch Amateure, als ehrenamtlicher Leiter beizutreten. In der Folge trug er wesentlich zu dessen Umwandlung in ein professionelles, Orchester bei.
Heymanns untrüglicher Sinn für Geschäfte und seine Leidenschaft für Musik begannen sich mit seinem Privatleben zu verflechten, als die japanische Geigerin Takako Nishizaki zum Orchester kam – sie verliebten sich und heirateten.
Um das Talent seiner Frau Nishizaki zu demonstrieren und zu fördern, nahm Heymann mehrere Werke mit ihr für seine neue Firma, Pacific Music, auf. Dazu gehörten das Gesamtwerk von Fritz Kreisler und – mit der Nagoya Philharmonie im Jahre 1978 – das berühmte chinesische Geigenkonzert, „The Butterfly Lovers“.
Als die Herstellungskosten für CDs 1986 zu sinken begannen, war das die Gelegenheit für Heymann, ein preisgünstiges CD-Label zu lancieren. Die ersten fünf Naxos-CDs wurden 1987 herausgebracht und im Detailhandel in Hong Kong für etwa $6.25 verkauft – der Preis der Konkurrenz lag bei ungefähr $15 - $20 für ein vergleichbares Produkt.
Statt auf berühmte Künstler zu setzen, die ein beschränktes Repertoire wiederholen, entschied sich Naxos klar dafür, ihren Katalog mit einem breitgefächerten Musikspektrum zu erweitern.
Die Firma investierte lieber in neue und häufig auch multikulturelle Projekte, als viel Geld für die Promotion eines teuren Künstlers auszugeben. Als Folge dieser Geschäftspolitik bietet Naxos heute die gesamte Palette von traditionellen bis zu sehr seltenen Titeln an, einschliesslich der Werke von neuen Komponisten.
Naxos World zeichnet sich aus durch die Vielfalt der vertretenen Musikgenres, darunter Folk, Pop, Klassik, amerikanische Klassiker und eine historische Reihe. Sicher brauchte es die leidenschaftliche Hingabe und eine langfristige Vision, um diese Nischen im Musikmarkt aufzuspüren. Und die äußerst leistungsfähigen und gut organisierten Teams in den vielen Bereichen von Naxos waren notwendig, um dieses multinationale und vielseitige Geschäft zustande zu bringen. Entsprechend Naxos’ Slogan „music first“ (der sich auf das Konzept von „Musik für das kleine Budget “ bezieht) hat das Unternehmen während der letzten 23 Jahre äusserst erfolgreich eine Lücke im Musikmarkt geschlossen, die Heymann – den andern weit voraus – bereits 1987 erkannte.
Und doch, über diese cleveren Geschäftsentscheide hinaus war es die Passion für klassische Musik, die Heymanns Berufsleben antrieb – „die Wahl eines Lifestyles“, wie er es nennt.
Aber wie kann man ein Unternehmen funktionstüchtig erhalten, das in wenig mehr als 20 Jahren zu einer bekannten und wichtigen Grösse im klassischen Musikgeschäft geworden ist?
Sascha Freitag, General Manager bei Naxos Deutschland, beschreibt, wie eine kooperative Zusammenarbeit funktioniert, ohne die Individualität der Beteiligten einzuschränken: „Ich stehe mit Naxos America wöchentlich in Kontakt, mit England und Skandinavien monatlich und mit den andern Zweigstellen von Fall zu Fall. Wir nutzen alle die Ressourcen aus Hong Kong und Indonesien, wo die Newsletters, E-Cards und andere Internet-Tools entwickelt werden.
Die Australier sind verantwortlich für das internationale Marketing von Naxos. Es gibt viele Verflechtungen, gleichzeitig trifft aber jeder Geschäftsführer seine eigenen Entscheide über Vertrieb und Vermarktung. Nur im Falle des Labels Naxos existieren verbindliche Abmachungen. “
Mehr Informationen zum Unternehmensprofil und der Marktposition finden sich auf der deutschen Website von Naxos: „ Mit über 40 Veröffentlichungen pro Monat ist Naxos das produktivste unter den aktiven Labels für klassische Musik. Naxos beabsichtigt, die Lücken im Repertoire zu schliessen, unbekannte Schätze von bekannten Komponisten zu retten und zeitgenössische Komponisten einem breiteren Publikum bekannt zu machen.“
„So weit möglich möchte sich Naxos an die Regel halten, kein Werk zweimal herauszubringen. Nur in Ausnahmefällen setzen wir uns darüber hinweg. (... ) Das Label ist ständig daran, die Kollektion zu erweitern und so mehr Künstlern zu ermöglichen, ein breiteres Repertoire aufzuführen, die Werke in verschiedenen Formaten aufzunehmen und zu vertreiben, an verschiedenen Orten aufzuführen und einem breiteren Publikum bekannt zu machen.“
Sean Hickey, der National Sales und Business Development Manager von Naxos Amerika, fügt dem hinzu, als ich ihn im Dezember 2009 bei dänischem Käseplunder im trendigen „Aroma“ an der Houston Street in New York traf: „Die Produktions- und Marktbedingungen haben sich verändert, so dass nun unterschiedliche Konzepte gleichzeitig erfolgreich sein können.“
Der sympathische Hickey, ein Liebhaber von klassischer Musik, ist in ständigem Kontakt mit Musikern und komponiert selber auch zeitgenössische klassische Musik.
„Die persönliche Beziehung ist immer ausschlaggebend“ sagt er, als er darüber spricht, wie wichtig die Beziehung zu den Künstlern ist, mit denen er zusammenarbeitet. Er gibt zu, dass die Performer die Vorstellung von einer „sexy Weltpremiere“ lieben. Über seine eigenen kreativen Werke meint er, dass er es schätzen würde, wenn ihre Lebensdauer über das kurzfristige Verfallsdatum hinaus anhalten würde.
Hier kommt nun eine weitere Initiative von Heymann ins Spiel: die Naxos-Musikbibliothek sowie die erst kürzlich lancierte Naxos-Videobibliothek. Sean Hickey gab mir eine Einführung in die beiden Bibliotheken, die als Fokus von Heymanns Bildungsbestrebungen dienen.
Hickey erkärt: „Mit einer 500-jähriger Geschichte macht es wenig Sinn, verschiedene Interpretationen von traditioneller Klassik, wie zum Beispiel von Chopins Nocturne oder Beethovens Symphonien zu veröffentlichen, vor allem weil es schon so viele ausgezeichnete und klassische Aufnahmen mit wirklich berühmten und namhaften Künstlern gibt. Die Musikbibliothek soll vor allem den Studenten Gelegenheit geben, verschiedene Interpretationen zu vergleichen, und wir hoffen, dass sie das auch nutzen. In der Naxos-Musikbibliothek ist die Aufnahme des Naxos-Labels nur eine von hunderten verschiedenen Aufnahmen. Anders als die kommerziellen Internetanbieter wie iTunes oder ClassicsOnline streamt die Naxos-Musikbibliothek ihren Bestand und stellt so den Bildungsinstitutionen in der ganzen Welt immense Ressourcen für die Forschung zur Verfügung. Sie ist zudem eine unglaubliche Quelle für vergleichende Hörübungen.“
Über den Zugang zu dieser „Schatztruhe“ sagt Hickey: “Mit jährlichen Subskriptionen können Bildungsinstitutionen, Orchester, Konzertveranstalter oder Musikfestivals jederzeit auf den Musikstream zugreifen und nach den gespeicherten Informationen suchen, die von einem Team von Musikwissenschaftlern eingegeben wurden. Dies hat die Art, wie wir Musik hören und Forschung betreiben, auf revolutionäre Weise verändert.“
Kein Zweifel, Hickey ist sehr begeistert von Naxos’ Leistungen, und er ist auch stolz darauf, dass er während der letzten acht Jahre mit seinem Expertenwissen und seiner Leidenschaft zu diesem Firmenprojekt beigetragen hat. „Es ist so aufregend, Teil dieses innovativen Umfeldes zu sein, gerade wenn es den meisten im Business nicht so gut geht. Allein 2009 hat Naxos 24 Labels zum Vertrieb erworben.“
Im April 2010 meinte Hickey in einem Interview für „Notes on the Road“ von Amanda von Goetz: “Sie haben ihre Liebe zur Musik in das Unternehmen eingebracht. Was inspiriert Sie am meisten an ihrer Arbeit mit Naxos?“ Er antwortete: „Ich bin unglaublich stolz zu wissen, dass ich – oder eher wir, nämlich Naxos als ein Unternehmen – von Beginn an dabei sind und sehen können, wie ein Projekt zum Leben erwacht und dann auch sehr erfolgreich ist. Es ist einfach fantastisch, wenn man zusehen kann, wie sich so ein Prozess entfaltet und entwickelt.“
„Ich persönlich bekomme pro Monat etwa ein Dutzend Vorschläge von Musikern, Komponisten, Künstlern – darunter einige der größten Namen der Welt – und alle möchten Aufnahmen machen für Naxos oder für Labels, die wir vertreiben. Ich finde es fantastisch, wenn ich sehe, wie sie den ganzen Prozess durchlaufen, und dabei weiß, dass ich das Endprodukt verkaufen werde. Ich habe nicht das letzte Wort bei dem, was wir in der Firma weltweit machen, aber ich habe einen gewissen Einfluss. Alles, was zu mir kommt, schicke ich an unser Team von Fachberatern weiter und die bestimmen dann letztendlich. An diesem Punkt hole ich auch das Feedback von meinen amerikanischen Kollegen ein. Um ein Beispiel zu nennen: Samuel Barber würde einem Amerikaner mehr sagen als einem Deutschen.“
Die Beschreibung Sean Hickeys kann als „Neo-Renaissance-Mensch“ von Amanda von Goetz ist ein Attribut, das zu seinem energischen Engagement passt und das auch für viele der anderen starken Persönlichkeiten dieses dynamischen Unternehmens gilt.
Getreu seinen Grundsätzen hat Naxos sich auch einen Namen als Plattform für angehende junge Künstler und Komponisten gemacht. Es genügt jedoch nicht, ein Forum für seine Kreativität zu finden. Um sich vermarkten zu können, gehört noch eine gehörige Portion Networking dazu. Tatsächlich ist letzteres ein äußerst wichtiger Teil des heutigen Künstlerlebens geworden. Hickey denkt, dass ein Künstler unbedingt in der Lage sein muss, sich selbst zu vermarkten und sich an die ändernden Marktbedürfnisse anzupassen - und das auch gerne tun muss: „Jedes Jahr schliessen Musiker an den Konservatorien ab, und es ist toll, dass sie Paganini spielen können (...) aber können sie sich auch als Paganini-Virtuosen vermarkten?“
Auf der andern Seite mag Paganini nicht gerade die erste Wahl eines jungen, professionellen Musikers sein. Viele von ihnen zieht es eher zu frischen Vorzeigeprojekten, und sie werden deshalb lieber mit neuen und unbekannten Kompositionen auftreten.
Auf Naxos' Website spricht Klaus Heymann darüber, wie wichtig es ist, gegenüber Neuem, worauf sie durch neue Künstler und Orchester stoßen, aufgeschlossen zu sein. Gleichzeitig spielt die Kontinuität in der Arbeit mit den „Hauskünstlern“ der Firma und dem Aufbau einer Musikergemeinschaft eine zentrale Rolle.
Um das alles zu erreichen, ist Kommunikationstalent wichtig. Kommunikation meint heutzutage vor allem, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die die neuen Technologien der Medien und die Cyberkultur bieten.
Auch Jim Selby, der Generaldirektor von Naxos Amerika, betont die Schlüsselrolle von Networking. Auf Tennessean.com spricht er im Februar 2010 über die Fragen, die er seinem Team, den Künstlern der Firma und den Werbeagenturen, mit den die Firma arbeitet, stellt: „Habt ihr einen YouTube-Kanal? Benützt ihr Facebook mit all euren Künstlern und seid ihr mit allen sozialen Medien verknüpft? Twittert ihr? Kümmert ihr euch um Blogger? (...) All dies zusammen scheint eine große Wirkung zu haben.“
Es kann gut sein, dass einige der Antworten auf diese Fragen einen Einfluss darauf haben werden, wie der 23-jährige Konzern künftige Herausforderungen bewältigen wird. Darüber hinaus ist es sicher der „Begeisterungsfaktor“, kombiniert mit Know-how, persönlichem Einsatz und Interesse an der Musikszene selber, der Naxos noch lange an der Spitze halten wird. Und diese Formel kann nicht durch Facebook Erfolge ersetzt werden. Letzten Endes reicht es nicht aus, über Events der klassischen Musikszene zu twittern, man muss dabei sein, es erleben, spüren und letztlich – lieben.