Thursday, July 21, 2011

Das Israel Chamber Orchestra in Bayreuth - Ein Gespräch mit Chefdirigent Roberto Paternostro



Wagner in Bayreuth
Anlässlich seines geplanten Auftritts in Bayreuth setzt sich Roberto Paternostro mit dem problematischen Verhältnis von Richard Wagners berühmt-berüchtigtem Antisemitismus und dem Brückenschlag zwischen israelischen Musikern und deutscher Kultur auseinander.

Paternostro übernahm 2009 die künstlerische Leitung des 1965 gegründeten Israel Chamber Orchestra und reiht sich lückenlos in eine Liste namhafter Künstler wie Luciano Berio, Rudolf Barshai, Shlomo Mintz und Philippe Entremont ein.

Im Anschluss an seine Studienzeit bei Hans Svarowsky in Wien, und später bei György Ligeti und Christoph von Dohnayi in Hamburg, wurde er 1978 Assistent von Herbert von Karajan.

Paternostros Ruf begründen neben diversen internationalen symphonischen Aufführungen vor allem seine vielbeachteten Neuproduktionen von Opernwerken Wagners, sowie Werken von Verdi, Puccini und Strauss.

Seine häufigen Auftritte mit Jugendorchestern und Nachwuchskünstlern schaffen eine besondere Publikumsnähe, und zahlreiche Fernsehübertragungen seiner Auftritte vermitteln das besondere Flair des Wiener Dirigenten. Sein Gespür für interessante Projekte und ganz besondere künstlerische Herausforderungen hat ihm ebenfalls viel Anerkennung beschert.

Von seinem erfolgreichen amerikanischen Debut am 5.Juni in Cincinnati zurückgekehrt, bereitet sich Paternostro nun auf das bevorstehende Gastspiel des Israel Chamber Orchestra in Bayreuth vor.


Israel Chamber Orchestra (Photo)
Auf dem Programm stehen neben der Musik Wagners auch Werke von Franz Liszt, Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy sowie des zeitgenössischen israelischen Komponisten Tzvi Avni.

Das für den 26. Juli 2011 in der Stadthalle Bayreuth angesetzte Konzert des Israel Chamber Orchestra ist Teil der Veranstaltungsreihe „Lust auf Liszt“, mit der Bayreuth den 200. Geburtstag des berühmten Sohns der Stadt Bayreuth würdigt.

Die Richard-Wagner-Festspiele am Grünen Hügel beginnen am Vorabend des Konzertes und dauern bis zum 28. August 2011.

Fragen an Roberto Paternostro:


Roberto Paternostro
Ilona Oltuski: Majestro Paternostro, wie kam es zu dem Konzert in Bayreuth?

Roberto Paternostro:

Ich liebe und dirigiere die Musik Wagners seit vielen Jahren, und ebenso bin ich Israel sehr verbunden. Nicht nur beruflich durch meine Arbeit als Dirigent, sondern auch persönlich - viele meiner Verwandten leben in Israel. Als ich die Position des Chefdirigenten in Tel Aviv antrat, war es mein Bestreben, beides irgendwie miteinander zu verbinden. Ich war mir klar darüber, dass es nach wie vor sehr schwer ist, in Israel Wagner zu spielen. Aber ich wollte einen Weg finden, das Eis zu brechen.

Ilona Oltuski:Auf Bayreuther Seite scheint es vor allem Katharina Wagner zu sein, die eine erfrischende weltoffene Haltung zeigt ...

Roberto Paternostro:

Ja… und Ich kannte Katharina Wagner wie auch ihren Vater schon seit Längerem. Es war ein glücklicher Zufall, dass ihre neuen offenen Ideen für Bayreuth mit meinem Plan zusammenfielen. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, und sie war sofort von der Idee angetan und als Schirmherrin des Konzertes hat sie mich sehr unterstüzt. Die Veranstaltung des Konzertes übernimmt die Stadt Bayreuth, und auch von dieser Seite haben wir unglaublich viel Unterstützung bekommen.

Ilona Oltuski: Was bewog Sie, allem Widerstand zum Trotz, Ihrer Entscheidung für ein Bayreuth-Konzert treu zu bleiben?

Roberto Paternostro:

Noch vor meiner Entscheidung für das Konzert habe ich in vielen Gesprächen mit Musikern in Israel Neugier und Offenheit gespürt, sich auch mit dieser Musik zu beschäftigen. Ich muss sagen, dass es vor Allem eine künstlerische Entscheidung war, das [Konzert] zu machen. Ich bin kein Politiker.

Und ich muss nochmals sehr klar sagen, dass ich die Vorbehalte der Menschen verstehe, die dagegen sind. Ich möchte niemanden verletzen und habe mit meiner Familie, die selbst viele Opfer der Shoa zu beklagen hat, das auch besprochen. Wir zwingen niemanden, die Musik zu hören. Und es war natürlich auch den Musikern des Orchesters freigestellt zu fahren und zu spielen. Aber alle werden fahren ...

Ich bin mit einer Diskussion sehr einverstanden, aber nicht, um damit politisches Kleingeld zu machen, wie jüngst geschehen.

Völlig unabhängig von mir hat sich in Israel der erste Wagner-Verein gegründet. Auch das ist ein sehr interessanter Schritt.

Ilona Oltuski:Leistet der Auftritt des Israel Chamber Orchestra in Bayreuth Ihrer Meinung nach einen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung?

Roberto Paternostro: (Photo)

Das ist eine sehr schwierige Frage. Das Verhältnis Israel-Deutschland ist doch sehr gut. Man muss nicht weiter ausführen, welcher Austausch hier in allen Bereichen herrscht. Ich denke aber, dass diese Vergangenheit in einem Aufeinanderzugehen bewältigt werden kann und alles getan werden muss, damit Auschwitz - Birkenau NIE wieder möglich sein wird. Vielleicht kann die Musik etwas dazu beitragen.

Ilona Oltuski:Wie sehen Sie den Stellenwert des Auftritts aus rein künstlerischer Perspektive?

Roberto Paternostro:

Über den Stellenwert Wagners Musik zu sprechen ist überflüssig. Er ist aber in Israel für manche zu einem Symbol geworden. Für alles Schreckliche, das man damit - zu Recht oder auch nicht - mit diesem Symbol verbindet.

Es gab Komponisten, die zu Lebzeiten Hitlers sehr aktiv in Deutschland waren, z.B Orff oder Lehar; da gibt es kein Problem.

Richard Strauss ist ein ganz eigener Fall. Er hatte eine jüdische Schwiegertochter, die ich auch persönlich kannte, und er hat sich sehr vom Nazismus distanziert.

Ich habe sehr grossen Wert darauf gelegt, in unserem Bayreuther Konzert einen zeitgenössichen israelischen Komponisten, sowie Mahler und Mendelssohn zu spielen.

Also, von unserer Seite ist es ein musikalische Freude, das zu machen.



Ilona Oltuski:Kann man oder sollte man den Musiker Wagner vom Antisemiten Wagner trennen oder trennen dürfen?



Roberto Paternostro:

Ja,denn ein Stück wie das sehr zarte und sanfte "Siegfried Idyll", das wir spielen werden - ist das antisemitisch?

Ilona Oltuski: Was liesse sich zu Wagners Schrift, „Das Judentum in der Musik” aus heutiger Sicht sagen?

Roberto Paternostro:

Schrecklich. Und ich kann nicht verstehen, dass es dieser Mann, aus welchen Gründen auch immer, nötig gehabt hat, so eine Sache zu schreiben. Da gibt es nichts zu beschönigen.

Ilona Oltuski:Maestro Paternostro, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.


Roberto Paternostro
Vielleicht kann man gegen eine antisemitische Schrift wie diese nur mit jüdischer Präsenz im Musikbetrieb angehen - eine Position, die der ebenfalls auf dem Bayreuther Programm vertretene israelische Komponist Tzvi Avni vertritt.

Und vielleicht sollte man hoffen, dass künstlerischem Talent - in diesem Falle Wagners Genie - ein freier Wirkungsbereich gewährt wird, der unabhängig von der Person des Künstlers beurteilt und genossen werden darf.

Der unlängst angekündigten Freigabe des in Familienbesitz befindlichen Wagner-Archives durch Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier kommt im Kontext dieser lange überfälligen Diskussion eine wichtige Rolle zu.

Dieser Artikel wurde in Auszügen vom Author in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung am 21.7.11 publiziert ; http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10832

Thursday, June 23, 2011

Vicky Chow: die Eröffnung einer Neuen Partitur











Spricht man mit der begabten jungen Pianistin über ihre Mitwirkung auf dem Gebiet der Darbietung neuer Musik, ist es leicht, vom ansteckenden Enthusiasmus der klassisch ausgebildeten Absolventin von Julliard und der ‘Manhattan School of Music’ hingerissen zu sein und von ihren persönlichen Erkenntnissen eingenommen zu werden. Was ein neues Musik Repertoire angeht, hat sie während der letzten zwei Jahre als die Klavier-/Keyboard-Spielerin des neuen Music Ensembles ‘Bang on a Can All-Stars’ viel nachgeholt.
Das innovative Sextett besteht aus Klarinette,Keyboard/Piano, Cello, elektrischer Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das einzigartige Zusammenspiel – das Cello und der Klavierflügel werden regelmäßig auf der Bühne verstärkt – schafft eine zusammengesetzte Klangwelt. Halb eine Rockband, halb verstärkte Kammermusikgruppe sind die ‘All Stars’ für ihre erfolgreiche Avantgarde Initiative bekannt, indem sie sich an neuen Musik-Kollaborationen mit einigen der anregensten Komponisten unserer Zeit beteiligen.
Nach einer Zusammenarbeit mit vielen auf der A-Liste Neuer Musik, einschließlich von Steve Reich, Tan Dun, Ornette Coleman, Philip Glass und Meredith Monk war die Band in einer Vielzahl von Auftrittsprojekten, die sowohl an Luxus- Veranstaltungsorten wie der Carnegie Hall als auch alternativen, manchmal öffentlichen Auftrittsorten abgehalten wurden, unglaublich erfolgreich.
Die Fotos in diesem Artikel entstanden beim Soundcheck dessen, was eines der bekanntesten Kollaborationen der Band werden sollte, dem außerordentlichen, extravaganten Spektakel, das am 19. Juni im ‘Wintergarden’ des New Yorker World Financial Center veranstaltet wird – dem Bang on the Can Marathon. Der Marathon wurde im Jahre 1987 von den Komponisten David Lang, Julia Wolfeu und Michael Garden initiiert, die ein all-umfassendes “Treffen von Bands” schaffen und die Barrieren zwischen den Musik Genres einreißen wollten. Vom ‘River to River Festival’ und von ‘Arts at World Financial Center’ mitveranstaltet, werden an dem diesjährigen Marathon 180 Auftrittskünstkler und Komponisten ein ununterbrochenes offenes Haus für Neue Musik präsentieren.
Innerhalb des Genres neuer Musik sind die ‘All Stars’ für ihren Eklektizismus und ihre Interaktion von Kompositionsstilen bekannt, aber auch für ihre individuelle Auswahl der Instrumentalisierung wie auch für das dynamische Niveau ihres Auftritts. Zusätzlich zu den eigenen Auftritten beteiligen sie sich auch daran, verschiedene musikalische Happenings zu produzieren und zu kuratieren. Für Chow ist der Aktivismus, den es beinhaltet, ein Lebensstil. Derzeit verbringt sie viele ihrer Abende in New Yorks Gershwin Hotel, wo sie ihre eigene Musikreihe – genannt ‘Contagious Sounds’ – betreibt.

Ein Naturtalent als Auftrittskünstlerin von jung an, war die in Kanada geborene Chow im Alter von neun Jahren eingeladen worden, beim Internationalen ‘Gilmore Music Keyboard Festival’ ein anspruchsvolles Soloprogramm darzubieten. Dann hat sie angefangen, an der ‘Vancouver Academy of Music’ zu studieren, wo ihre Lehrerin Lorraine Ambrose ihr empfahl, ihr Studium bei Julliard fortzusetzen, was sie dazu führte, unter den Professoren Yoheved Kaplinsky und Julian Martin zu studieren. Ihre Ankunft in New York war von einer Krisensituation begleitet — mehr noch als von den kleinen Katastrophen, die jeden Umzug begleiten; Chow kam nur zwei Wochen vor dem 11. September nach New York. Sie war in der Juilliard Bibliothek als die dramatischen Ereignisse dieses Tages Gestalt annahmen. Chow erinnert sich noch an die Anweisungen des Julliard Direktors Polisi aus Sicherheitsgründen für den Fall weiterer Angriffe, Kissen mit in den unterirdischen Theaterraum zu bringen. Selbst chinesischer Herkunft half sie später als Freiwillige den Familienmitgliedern asiatischer Opfer.
Aber es gab noch einen anderen Grund, warum Chow, bevor sie bei Julliard anfing, sich in einer Situation befand, wo es nicht recht weiterging. Kaplinsky, die Direktorin des Klavier-Fachbereichs bei Julliard, erkannte, dass Chow am Klavier völlig angespannt war und teilte ihr mit, dass sie große Änderungen an ihrer Technik einleiten müsse. Kaplinsky stellte ihr den Taubman Ansatz vor, der die natürliche Klaviertechnik durch ein intensive Neuausbildung sondiert. “Ich musste lernen, mich mit einem anhaltenden Komflikt zweier sich im Duell befindlichen Tendenzen zu arrangieren: ich hatte daran zu denken, woran ich bei der Anwendung der Technik denken musste, aber meine Intuition stand dem entgegen,” erläutert sie. Aber zu ihrer großen Freude verbesserte sich in diesem Verlauf ihr Spielen und so hat es sich umso mehr gelohnt. Ihre Klangfarbe und Ton, ihre Fähigkeit wirkungsvolle Kontrolle über all das zu haben, was sie zu artikulieren beabsichtigte, eröffnete ihr eine völlig neue Erfahrung, meint sie. “Ich erinnere mich an einen Zeitpunkt an dem die Tatsache, dass ich mit einem begrenzten Repertoire arbeitete, um so ganz die Technik zu beherrschen, für mich völlig entmutigend war. Als der alljährliche Konzertwettbewerb bei Juilliard mit Bartóks ersten Piano Concerto, abgehalten wurde, entschloss ich mich, die Herausforderung anzunehmen. Es bedurfte der Überzeugungarbeit bei Veda [Kaplinsky], da ich einen Monat vor dem Wettbwerb nur den ersten Satz parat hatte. Aber gewissermaßen inspirierte sie mich, es durchzuziehen und da ich den Wettbewewerb gewann, war sie sehr stolz auf meine Leistung.”
Chows gründliche Erkundung des Klaviers und ihre Beziehung zu ihrem Instrument haben ihr das Experimentieren schmackhaft gemacht. Nachdem sie vom Julliard Komponisten Zhou Tian angesprochen worden war, einige seiner Kompositionen darzubieten, entdeckte Chow eine Berufung für das Neue und Nicht-Klassische. “Als ich seine Partitur eröffnete, war mir klar, dass hier etwas passierte, was ich seit langem – während all meinen Musikstudien – vermisst hatte. Obwohl ich Musik liebte und es liebte aufzutreten, sah ich mich nicht gerade für den Rest meines Lebens damit beschäftigt, die Erfahrungen, die mir klassische Musik mitgegeben hatte, immer zu wiederholen. Es war zeitgenössische Musik in der ich den Reiz fand, nach dem ich gesucht hatte.”
Das permanente Lernen neuer Partituren, die Erkundung neuer und unbegrenzter Möglichkeiten des Experimentierens innerhalb neuer Musik entsprach ihrer Neugierdeund führte sie dazu, von ihrer Bewerbung bei Julliard und einem der Doktorprogramme an der ‘Mannes School of Music’ zurückzutreten und sich stattdessen für das ‘Contemporary Performance Program’ an der Manhattan School of Music einzuschreiben. Zur ungefähr gleichen Zeit begann sie mit verschiedenen Kollektiven junger Komponisten von Harvard und New Yorker Universitäten aufzutreten, bei denen sie durch einen anderen Julliard Kontakt, ihren Freund Alex Lipowski, Percussionist beim sich neuer Musik verschriebenen Talea Ensemble, mitmischte.
Nachdem sie fand, wonach sie gesucht hatte, wurde Chow in der neuen Musikszene schnell zu einer bestimmenden Größe. Nicht nur wurde sie zu einer vielseitigeren Pianistin, sondern sie entwickelte auch einen ganz neue Reihe musikalischer Fertigkeiten. “Aus der Perspektive des Klaviers, hat sich nicht nur mein Blattspiel von der kreativen Arbeit mit einer Partitur, an der ich arbeite, verbessert – ganz zu Schweigen von der enormen Anzahl neuer Partituren die ich immerzu lese. Eines der Herausforderungen ist es, das man sich oft auf seine eigenen Interpretationen verlassen muss – [und das] obwohl der Komponist manchmal als Vermittler tätig ist. Das ist eine ganz andere Erfahrung, als [einfach] die Werke von Komponisten zu spielen, die immer wieder gespielt worden sind” sagt Chow und bestätigt damit, dass die Herausforderung oft im Nervenkitzel liegt, eine neue Artikulation zu finden. “Experimentieren ist Teil der Erfahrung neuer Musik und ich habe eine andere Reihe von Fertigkeiten erlangt, neue Klänge, beinflusst von anderen Genres zu schaffen. Es befreit auch die eigene Persönlichkeit, indem es einige Federn mit anderen Klangwelten aufraut und so die Reibungsfläche bietet, die ich brauche.” Ihre website ist: http://www.vickychow.com/

Monday, June 20, 2011

Heilende Musik






In der Zeit ihres sechsjährigen Kampfes gegen Krebs hat er seiner geliebten Ehefrau Célia Cooke, mit der er dreißig Jahren verheiratet war, unterstützend zur Seite gestanden. Um den großen Schmerz über ihre Krankheit und dann am 30. März diesen Jahres ihren Verlust zu verkraften, schaut Pianist/Komponist Jed Distler bei einigen alten Freunden und in der Welt der Musik, in der er zuhause ist, nach Trost.
Eine Nebenerscheinung seines Bedürfnisses nach Heilung ist seine jüngst herausgebrachte CD, “Meditate with the Masters”, welche während diesen harten Zeiten für das ‘Musical Concepts’ Label produziert wurde. Seinen Beitrag sieht er als hilfreich an, ein “schonendes Ambiente” zu schaffen, das ideal für ganzheitliche und therapeutische Behandlungen oder für intime Zusammenkünfte zum Abendessen und zurückgezogene Nachmittage zuhause ist …wie auch für solch öffentliche Gegebenheiten, wie Warteräume, Aufenthaltsräume am Flughafen, Restaurants…”
Der Hauch des Bekannten wird in jeder der fünfzehn Aufnahmen, die Distler entsprechend der bekannten Komponisten betitelt hat – zum Beispiel nach Schumann, nach Chopin, nach Distler – (er setzt sich lässig mit einer Prise des Gut-Gelaunt-Seins mit auf die Liste der Klaviermeister) – bietet, in einem traditionellen Stil komponiert, angenehme Variationen des Klavierspielens, mit rhythmisch besänftigenden, schnörkellosen Klavier-Aufbereitungen. Eines meiner Lieblingsstücke ist sein folklore-ähnliche Behandlung von Schumanns ‘Von fremden Ländern und Menschen’ aus Kinderszenen, welches das wunderbare Thema von Schumann innerhalb eines neuen und originären verbindenen musikalischen Gewebes einfließen lässt. Einige dieser Kompositionen deuten seine großartige Empfindsamkeit für Jazz Rezepturen an, einem Bereich für den Distler durch seine veröffentlichten Art Tatum und Bill Evans Transkriptionen für Solo Piano bekannt ist. Diese wurden berühmt, als der Pianist Jean -Yves Thibaudet für das Decca Label im Jahre 1997, “Conversations with Bill Evans,” aufnahm, die von Distler arrangiert und transkribiert wurden.
Distlers neue Musik wird von Star Interpreten der neuen Musikszene dargeboten und aufgenommen. “Three Landscapes for Peter Wyer, for toy piano,” [“drei Landschaften für Peter Wyer, für Spielzeugklavier”] von Margaret Leng Tan bei ‘Point records’ aufgenommen waren in drei Filmmusiken zu hören und sein “Loose Changes” für zwei Pianos wurde von Quattro Mani bei ‘Bridge recordings’ aufgenommen. Die Pianistin Jenny Lin und ‘ETHELs Violinist Cornelius Duffalo (siehe mein Artikel: http://getclassical.blogspot.com/2011/06/ethel-quartets-violinistcomposer.html ) sind unter den vielen Künstlern, für die er Kommsionsarbeiten in Auftrag nahm.
“Als Komponist werde ich am meisten von Aufträgen und Abgabefristen angeregt. Ich fühle mich in der Pianisten /Komponisten Tradition verankert, aber ich glaube nicht an musikalische musikalischen Snobismus. Ich versuche aufgeschlossen. Jegliche gute Musik ist gleichwertig. Jimi Hendrix, zum Beispiel wird nie passé sein, währenddessen es sogenannte “ernste” Musik gibt, die ich mir nie anhören mag! Für mich geht es bei Musik um gute Kommunikation und es geht auch um einen Lebensstil, der eine gute Arbeitsmoral beeinhaltet, um die großartige Technik aufrechtzuerhalten, die für die Vortragsweise notwendig ist. Ich habe irgendwo gelesen, dass der großartige Jazz Pianist Bill Evans sagte, dass Technik musikalisch das vermochte, was man machen möchte, ohne sich um seine Hände Sorgen machen zu müssen. Noch besser, der andere außergewöhnliche Jazz Pianist Oscar Peterson definierte einst Technik als das, was unsere Ideen hörbar. Diese Gedanken helfen mir bei dem Versuch, das Publikum zu unterhalten und mit diesem wirkungsvoll zu kommunizieren,” meint Distler.
Er gibt nicht eine freiwillige Erläuterung über seine eigenen Kompositionen, fühlt sich ihnen zu nahe, um einen Kommentar zu geben, sondern überlässt das lieber den Musikern, die sie spielen und die sein Oeuvre etablieren werden. Aber dennoch gibt er ausgiebig Kommentare über andere und setzt anhand seiner oft aufschlussreichen Musikbesprechungen, die vornehmlich bei Gramophone and Classicstoday.com publiziert werden, ein Zeichen. Distler fühlt sich verpflichtet, einen Unterschied in der Welt der Musik zu machen, indem er seine vielseitigen Talente als Dozent, Autor, Förderer, Vortragender und Pianist für verschiedene Medien und Konzertaufführungen einsetzt.
Distler ist am Piano und als künstlerischer Leiter von ‘Composers Collaborative’, die er mit seiner verstorbenen Frau Célia Cooke zusammen gegründed hat, aufgetreten, hat Programme mit Arbeiten anderer Komponisten erstellt und ruft weiterhin Musikinitiativen im öffentlich-rechtlichen Radio und an Veranstaltungsorten wie das Cornelia Street Café ins Leben und hat an diesen auch teil. ‘Serial Underground’, eine neue Musikreihe, die seit einigen Jahren in diesem intimen Setting dargeboten wird, brachte mich letzte Woche zum erstenmal mit der ausdrucksvollen Art des Piano Spielens dieses bewährten Musikers in Berührung.
Von TIME OUT NY als ”the subversive nightclub series” tituliert, folgte Distler dem Auftritt einer Gruppe, die “Other Life Forms,” genannt wird, mit einigen seiner sehr intimen Wiedergaben von Thelonious Monk Stücken.
Auf das Publikum zuzugehen ist ein Distler innewohnendes Talent und er erreicht sicherlich das, was er sich vorgenommen hat, genau in der Weise wie er es beschrieben hat: ”Zuerst kommt die Kommunikation und die Ausdruckskraft folgt.”
Da es unmöglich ist, all seine Unternehmungen, die er mir auf einer langen Liste miteilte, zu nennen, werde ich Sie nur auf eines der vielen interessanten Projekte hinweisen, das im Cornelia Street Café stattfindet, die Vorstellung der ComposersCollaborative Inc. vom “Mano-a- Mano” Piano Festival. am 21. , 22. und 23. August, wie auch auf eine vielversprechende Unternehmung von Thelonious Monks gesamten Piano Oeuvre, der einfallsreiche Pianist plant genau hier am 17. Februar 2012, dem 30. Todestag von Monks, aufzutreten.


Friday, June 10, 2011

Cornelius Dufallo, der Violinist/Komponist von Ethel reist ohne Gepäck






Als ich mich mit dem Violinisten/Komponisten Cornelius Dufallo traf, den ich als Mitglied von Ethel, einer sehr originellen, postmodernen und ein bisschen premiere-bezogenen Gruppe von Musikern kenne, gab er mir sogleich die wichtigen Neuigkeiten bezüglich der Gruppe preis: Mary Rowell, eine von Ethels Gründungsmitgliedern wird die Gruppe mit dem 1. Juni verlassen, um anderen Prioritäten im Leben nachzugehen und Jennifer Choi, die wie Dufallo selbst der jüngeren Generation von Julliard Alumni angehört, wird sich der Gruppe anschließen. So ist auf gewisse Art und Weise dieser Artikel ein Abschiedsgruß an die Ethel-Violonistin Mary Rowell und ein Hallo an Jennifer Choi.
Dufallo trat vor sechs Jahren dem Quartett bei, als er mit Freude einem Aufruf zum Vorspielen bei der damals bereits renommierten Ethel-Band folgte, nachdem eine Stelle frei geworden war. Er beschreibt die Beziehung mit allen anderen Mitgliedern als ausgezeichnet und sehr eng. Er erinnert sich: ”Wir hatten von Anfang an den richtigen Draht zueinander. Wir werden Mary vermissen und sie wird in der Zeit des Übergangs mit dabei sein, um sicherzustellen, dass bei Ethel weiterhin alles gut läuft.”
Die Verpflichtung auf ein einfallsreiches Programm zeitgenössischer Musik, das mit großer Kunstfertigkeit wie auch mit persönlicher Hingabe ausgeführt wird, war es, was Dufallo an Ethels Kernidee reizte. Sich auf Musik zu spezialisieren, die nach 1995 komponiert wurde, ist nicht länger und ganz bestimmt nicht im Großraum New York und wenigen anderen Ballungsräumen im Lande [in den USA] ein besonderes Unterfangen. Selbst die Presse ist überwiegend enthusiastisch:
”Man kann nicht gerade sagen, dass Neue Musik während der Hauptzeit der New Yorker Konzert Saison selten ist und Veranstaltungsorte wie der ‘Issue Project Room’, ‘Galapagos’ und ‘Tank’ spezialisieren sich das ganze Jahr hindurch darauf. Aber das Frühjahr und der Sommer sind praktisch eine ununterbrochene Parade von Festivals, die das Experimentelle feiern,” meint Alan Kozinn in seinem Artikel über Ethels Eröffnungsprogramm des diesjährigen Tribeca New Music Festival in der Merkin Hall (siehe Alan Kozinns Besprechung in der New York Times am 24. Mai 2011).
Von seinen Befürwortern geschaffen und mit solch einem Gusto beharrlich betrieben, von Internet Verfechtern wie auch von Bildungseinrichtungen und privaten Institutionen unterstützt – um nicht auch noch das anwachsende jüngere Publikum zu nennen –, hat ein solcher Enthusiasmus aber erst in jüngster Zeit bewiesen, dass sich neue Musik in der Öffentlichkeit einer solchen Hochachtung erfreut.
Was einen wirklichen Unterschied in dieser neuen Wertschätzung gemacht zu haben scheint – verglichen mit der früheren Unwilligkeit des Publikums, der Presse und der Programmgestalter gleicherweise – , mag die tatsächliche hohe Qualität der Musikschaffens sein. Der neue Schub an Musikern bringt eine einzigartige Vielseitigkeit, einen hohen Qualitätsgrad in der Ausbildung wie auch ein innovatives, einnehmendes und belebendes Engagement in die Musik ein.
Es ist schwer, einer Entwicklung einen Zeitstempel aufzudrücken. Manche Veränderungen passieren einfach nur, weil die Zeit dafür reif ist. Sie passieren, durch geringfügige Veränderungen, die nicht gerade ungemein bemerkbar sind und nur zum nächsten Niveau der Dinge führen. Ob das nur nur auf den Zeitgeist zurückzuführen ist oder in einem reflektierenderen Lebensstil diese Änderungen bringen die Wirklichkeit auf eine andere Bewusstseinsebene.
Je mehr ich über einige dieser talentierten Musiker spreche, die sich für neue Musikprojekte engagieren, desto mehr bin ich von ihrer sehr bedachten Art und Weise beeindruckt, ihre musikalische Erzählung mit einem Aktivismus in Verbindung zu bringen und so in diesem Prozess einen tatsächlichen sozio-kulturellen Einfluss auszuüben. Viele setzen ihre Talente für Bildungsbedürfnisse, Fragen der Umwelt oder praktisch-orientierte Lösungen zu verschiedenen guten Zwecken ein. Obwohl das Bedürfnis verbal zu kommunizieren für einige Künstler – und typischerweise schreiben viele von ihnen selbst und betätigen sich wenn nicht sogar als verkappte PR-Manager – eine unmittelbar bevorstehende neue Entwicklung für viele Künstler zu sein scheint, nehmen sie die Notwendigkeit ernst, etwas zu klären und zu konzeptualisieren. Sie verbinden diesen Aspekt mit einer sehr direkten, pro-aktiven und unternehmerischen Betrachtungsweise, die die Dramatik des Auftritts, Musik und das Leben in sehr kreativen Formen miteinander verbindet.
Als wir uns über solch philosophischen Aspekte seines musikalischen Schaffens unterhalten, beschreibt Dufallo, der seine erstklassige Ausbildung von Lehrmeistern an der Julliard School wie Dorothy DeLay, Robert Mann und Marcel Kawasaki erhielt, einige von Ethels Projekten für die nächste Saison: ”Ethel hat bereits in der Vergangenheit so viel Erfolg gehabt und wir haben weiterhin viele großartige Projekte anstehen, wie die Weiterführung unseres “Present Beauty” Projektes. Dieses beschreibt ein Programm, das sich großer Nachfrage erfreut, als wir mit dem im ganzen Land unter großem Beifall auf Tournee gegangen sind. Es bezieht sich auf den Begriff der Schönheit eines Augenblicks und stellt Musik der Komponisten Philip Glass, Huang Ruo (siehe meinen Artikel: http://english.getclassical.org/2010/05/16/180/), Julia Wolfe, Mark Stuart und Terry Riley vor. Das verbindende Element des Musikprogramms ist, dass sich all diese Kompositionen auf die Idee beziehen, die Schönheit des gegenwärtigen Augenblicks zu erleben, und diese, wie auch ihre meditativen Elemente, die in der Musik durch verschiedene musikalische Elemente vertreten sind, im jetzigen Moment zu erleben.”
Ein anderes Programm, das Dufallo beschreibt, ist: “Music of the Sun.” Es ist ein vorbildliches Outreach Projekt, das eine einzigartige Zusammenarbeit mit dem indianischen Flötisten Robert Mirabal aus Taos, New Mexico beinhaltet. Das Programm dreht sich um verschiedene Praktiken von Stammesfesten und die Sonnenmythologie der Kultur amerikanischer Ureinwohner, wie sie in den Taos’ Peblos Reservationen ihren Ursprung haben und [von da] überliefert werden. Diese werden in Verbindung mit einiger Musik aus der Welt der Konzertmusik präsentiert, wie dem Stück von John Luther: ”Sky with Four Suns,” das die scheinbare Existenz mehrerer Sonnen durch spezifische Lichtkonstellationen beschreibt – dem sogenannten “Alaska-Effekt.” Dufallo hält inne und stößt hervor:” Ich möchte auch unsere Beziehung zur amerikanischen Ureinwohnerschaft in Arizona erwähnen, wo wir jeden September am “Grand Canyon Music Festival” teilhaben, und in Kooperation mit lokalen ‘High School’ Programmen vor Ort Jugendliche aus den Reservationen engagieren, um Stücke für Streichquartett zu erstellen. Es ist eine äußerst sinnvolle Erfahrung.“
Die enge Verbindung mit der Natur und den Kräften der Umwelt wird in einigen von Dufallos eigenen Werken sichtbar, die bei diesem Programm vorgestellt werden, wie sein “Aphelion” für Solo-Cello. Dieses Werk beschreibt den äußersten Punkt in der irdischen Umlaufbahn und symbolisiert den Zustand menschlicher Einsamkeit, aber ruft auch Gedanken hinsichtlich anderer kosmologischer Aspekte und unserer Beziehung zur Sonne und zur Erde, unserem eigenen Planeten wach. ”Es ist wichtig, dass wir an diese Verbindungen weiterhin denken”, bemerkt er. “Dorothy spielt das auf wundervolle Weise”, fügt er hinzu, wie er über diese Komposition spricht, was etwas ist, was er nie formal studiert hat, aber dennoch die ganze Zeit weiterstudiert.
“Obwohl ich schon seit ‘High School’- Zeiten komponiere, ist mir nie in den Sinn gekommen, dass ich Komposition richtig auf formale Weise studieren sollte. Ich war mit dem Üben der Violine viel zu beschäftigt, da jeder das so hervorragend kann” erläutert er, als er über seine Jahre an der ‘Juilliard School’ spricht. Er macht sich viele Gedanken über die Programmgestaltung: ”Konzepte innerhalb eines Konzertprogramms geben dem Publikum etwas, woran es sich halten kann. Es hilft den Leuten, sich mit dir auf eine Reise zu begeben. Meine Musik ist nicht programmatisch, aber wir nutzen eine konzeptionelle Idee, auf die sich jedes Stück bezieht und die unterschiedlichen Stücke miteinander in Verbindung bringt. Wir bieten Musik dar, die sehr anspruchsvoll sein kann. Manches davon ist intensiv, laut und schnell. Unserer Erfahrung nach hat es dem Publikum beim Verständnis geholfen, diese unterschiedlichen und neuen Aspekte unserer Musik zu akzeptieren und zu verstehen, wenn wir es in einem Kontext präsentiert haben.”
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, was Ethels Auftritte betrifft: Das Bühnenverhalten ist lässiger, weniger formal, was hilft, die Barrieren zwischen dem Publikum und den Auftretenden einzureißen. Indem man spricht, lacht und mit dem Publikum Witze macht, ist das, was in Theateraufführungen die “vierte Wand” genannt wird, geradezu verschwunden und schafft ein Milieu statt eine Bühnenpräsentation.
“Wir spielen immer noch in Konzerthallen, sie haben einfach eine bessere Akkustik. Dennoch treten wir auch in Clubs auf und sind jüngst in ungewöhnlichen öffentlichen Räumlichkeiten, wo wir es mögen, Räume für Installationen zu übernehmen. Zum Beispiel zur Eröffnung der neuen Alice Tully Hall boten wir ein von Phil Kline neu in Auftrag gegebenes Stück in der Lobby des Veranstaltungsortes dar. Wir mögen es ebenfalls, uns im Auftrittsraum so zu positionieren, dass wir aus unterschiedlichen Ecken des Raumes spielen und so ein anderes Bühnenerlebnis kreieren Für unseren 2008 BAM (Brooklyn Academy of Music) Auftritt von “Truck stop” half uns Regisseurin Annie Dorsen mit dem Konzept unterschiedliche verschiedene Disziplinen miteinander zu verbinden. Die Idee war [es], auf Ausflügen mit dem Auto lokale Musiker zu finden, etwas von ihrer Musik zu lernen, während man in diesen verschiedenen Communities war – neue Musik [also], die wir vorher noch nicht auf Instrumenten gehört hatten, die unterschiedliche Klänge hervorbrachten. In Hawaii zum Beispiel fanden wir den ‘Slack Key Guitar’ Spieler Jeff Peterson und in Kentucky den Bluegrass Banjo-Spieler Dean Osborne.
Wir brachten dann die Musiker als Solisten hierher und installierten auf der Bühne ein Aufnahmestudio. Der“Auftritt ” wurde eine Aufnahmesession, die vom Publikum miterlebt werden konnte. “
Unabhängig von allen Ethel Aktivitäten hat Dufallo im Jahre 2003 ebenfalls eine Gruppe namens “ne(x) t works”, ein Kollektiv von Avantgarde Komponisten gegründet. Im Jahre 2009 schrieb er “Mindscape 2” für das MATA Festival. Eine andere Gruppe (seine erste), an der er sich beteiligte und in Wirklichkeit mitbegründete, war “flux” die beim Ojai Festival zum Auftrit eingeladen worden war. “Ich erinnere mich als Jazz Legende Ornette Coleman nach Juilliard kam und ich so von seinem kreativen Quer-Denken jenseits eingefahrener Bahnen beeindruckt war. Er war so inspirierend, so sehr seinem individuellen Ansatz verpflichtet und repräsentierte in den Künsten das Allerbeste, was Amerika zu bieten hatte.”
Als Komponist/Auftrittskünstler kann es schwer sein zu entscheiden, an welcher Rolle man teilhaben möchte:
“Ich spiele mehr Musik von anderen als von meiner eigenen. Manchmal werde ich von meiner eigenen Musik ein wenig krank. Meine Aufnahme von “Dream Streets” im Jahre 2009 besteht aus all meinen eigenen Kompositionen, die ich zu verschiedenen Gelegenheiten gespielt habe.
Indem ich die Musik anderer spiele, lerne ich. Von Zeit zu Zeit spiele ich auch ein klassisches Repertoire; allerdings geniesse ich es nicht genauso, als wenn ich zeitgenössische Musik spiele. Neue Musik trägt nicht die Last, die, sagen wir, romantische Musik besitzt. Für mich ist erst einmal das fehlende, verbindene Glied der “Kommunikation” ein Nachteil, wie es auch das [beschwerende] Gewicht aller historischen Interpretationen, Assoziationen, Lehren ist, kurzum, all der Filter, die einem traditionellen Repertoire inne wohnen. Mit einem zeitgenössischem Repertoire empfinde ich eine direkte Verbindung zu dem Komponisten und es gibt auch die Möglichkeit etwas einzubringen. Ich kann Sachen vorschlagen, während ich mit dem Komponisten an der Aufführung des Stückes arbeite; es gibt ein Geben und Nehmen und es gibt Klarheit, kein Raten. Das heißt nicht, dass ich es nicht genieße, traditioneller klassischer Musik zuzuhören; ich mag sie sehr und sie ist mir tief vertraut. Aber als Auftretender ziehe ich es vor, in das Hier und Jetzt zeitgenössischer Musik einbezogen zu sein. Das beinhaltet die Verwendung von Technologien und die Einbeziehung von populärer Musik, die immer auch in die klassische Musik hineinwirkte. Es mag ein bisschen schockierender sein, dass elektronische Musik ihren Weg in die Instrumentalisierung fand – aber ich bin sicher, dass direkt im Anschluss an das Cembalo auch der Aufstieg des Hammerflügels kein kleiner Schritt war. Warum sollte alles zu einem bestimmten Zeitpunkt aufhören, warum nicht lieber weitergehen? Wir müssen uns weiterbewegen und weiterwachsen und daher müssen wir uns weiterhin verändern.”
Cornelius Dufallo: http://www.corneliusdufallo.com/
Ethels Webseite: http://www.ethelcentral.com/

Sunday, May 29, 2011

Violinist Ittai Shapira: Eine Persönliche Dimension vermitteln



Bisher sind 14 Kompositionen von verschiedenen zeitgenössischen Komponisten dem Violinisten Ittai Shapira gewidmet worden. Zugehörig zur Generation von Auftrittskünstlern der New Yorker klassischen Musikszene, in der Altersgruppe dreißig und darüber – er und der Pianist Jeremy Denk waren zu College-Zeiten Zimmergenossen und machten auch eine gemeinsame Aufnahme– , ist er jetzt als vielseitiger Auftrittskünstler eines riesigen klassischen Violinenrepertoires bekannt, das die Gegenwart wie die Vergangenheit, das Zeitgenössische wie das Traditionelle umfasst.
Eine dieser Premieren beinhaltete ein Violinen Concerto, das von der israelischen Landsmännin und ‘Pulitzer’ Preisträgerin Shulamit Ran für ihn geschrieben worden war. Es wurde im Jahre 2003 bei Shapiras gefeierten Debüt in der Carnegie Hall mit dem ‘Orchestra of St.Lukes’ aufgeführt. Im Jahre 2007 wurde es in Rans Zusammenstellung der von Daniel Barenboim und dem ‘Chicago Symphony Orchestra’ gespielten Werke aufgenommen.
Shapiras internationale Auftritte als ausgezeichneter Solist mit vielen der führenden Orchester wie auch Kammermusik Ensembles, lassen zusammen mit seinen verschiedenartigen Aufnahmen sein weitgefächertes Interesse am Standard - wie auch am ungewöhnlichen Repertoire erkennen und erklären, warum so viele Komponisten ihm Werke für seinen Auftritt widmen.
Ein anderer israelischer Landsmann, der Komponist Avner Dorman, der sich jüngst großer internationaler Nachfrage erfreut, schrieb im Jahre 2006 ebenfalls ein Violinen Concerto für Shapira. Es wurde mit dem ‘Jerusalem Symphony Orchestra’ aufgeführt.
Wie auch Shapira hatte Dorman seine Ausbildung an der Juilliard School
erhalten, nachdem er Israel verlassen hatte, um nach New York zu ziehen. Während Dorman bei John Corigliano Komposition studierte, wurde Shapira von Juilliards Violinenkapazitäten wie Dorothy DeLay und Robert Mann unterrichtet - und erhielt Privatunterricht von Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman.
Da Ittai mit der Daniel Pearl Foundation zu tun hatte, entschlossen sie sich, wie Dorman im Programm des Konzerts bemerkt, das Stück und ihre Premieren-Auftritte dem Gedächtnis an den Journalisten Daniel Pearl zu widmen. Ein anderes Konzert von dem Komponisten Dave Heath fand über ihn und Shapira seinen Weg in die Filmmusik von “The Journalist and the Jihadi”, den Film über Daniel Pearls tragischen Tod in Pakistan.
Glen Rovens Konzertstück “The Runaway Bunny” war im Jahre 2006 für Shapira geschrieben und mit dem ‘Royal Philharmonic’ und Brooke Shields als Erzählerin der Kindergeschichte für Sony/BMG aufgenommen worden. Dieses Stück, wie auch sein Auftritt für einen Jerry Lewis’ Spendenmarathon, machten Shapira einem größerem Publikum gegenüber bekannt. Der letztere Auftritt, der in den USA auf nationaler Ebene im Fernsehen übertragen wurde, hatte Berichten zufolge ein Publikum von 55 Millionen Zuschauern. Unter den anderen Kompositionen, die ihm gewidmet sind, ist das kürzlich entstandene “Katrina Concerto” von Theodore Wiprud.
Aber obwohl Shapira sich sehr gücklich schätzen könnte, der gefragte Auftrittskünstler zu sein, der er nun mal ist, hat er ein sich ausweitendes Interesse am zeitgenössischen musikalischen Versuchslaboratorium von Zusammenarbeit, Arrangements und Orchestrierung entwickelt, einem Prozess also, der ihn sicherlich sein eigenes Interesse an Komposition erkunden läßt.
“Ich habe eine Musikreihe vorgestellt und junge Komponisten bekannt gemacht, um so eine Verbindung mit einem jüngerem Publikum herzustellen. Wir haben virtuose Variationen vorgestellt, die einem großen Künstler gewidmet waren. Am Ende war ich damit beschäftigt, die Stücke zu spielen und zu orchestrieren. Es war ein großartiger Lernprozess”, erläutert er wie er seine anfänglichen Versuche mit Kompositionselementen und auch eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Komponisten Dave Heath beschreibt, die während seines Studiums entstanden war, als er seine eigenen Kadenzen unter der Anleitung seines Juilliard Mentoren Robert Mann schrieb.
Und Dorman hat über sein Concerto folgendes zu sagen: ”Als ich das Konzert komponierte, hat Ittai Shapira beim Schreiben für die Violine mit viel Information und Rat mitgewirkt – und dafür bin ich ihm sehr dankbar.”
Als wir während unseres Gespräches beim Mittagessen in New Yorks ‘Upper West Side’ auf seine Doppelrolle als Violinist und Komponist zu sprechen kommen, wird Shapira sehr lebhaft. Das ist sicherlich für ihn auch eine Leidenschaft.
‘Champs Hill Records’ hat gerade sein eigenes ”Concierto Latino” herausgebracht, von Shapira selbst gespielt, in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Krzysztof Chorzelski , der auch Violist des bekannten Belcea Quartetts ist.
Concierto Latino umspannt die Einfüsse eines ganzen Spektrums von lateinamerikanischen Komponisten einschließlich von Villa Lobos und Manuel de Falla bis hin zum Flamenco Sänger Camaron de la Isla, Shakira und der kubanischen Musik des Bueno Vista Social Clubs reichend.
Zusätzlich zum lateinamerikanischen, musikalischen Szenario hat bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 2007 ein sehr persönliches Ereignis die Gestalt vom Concierto Latino beeinflusst. Im Kommentar des Begleitheftes des Stückes werden die entscheidenden Elemente seiner Komposition beschrieben:
In einer eiskalten Nacht im Januar 2005 war Shapira von einer ‘Gang’ von sieben oder acht Männern angegriffen worden. Nachdem er am nächsten Tag aus dem Krankenhaus entlassen worden war, verwarf Shapira diesen Vorfall und begann unverzüglich mit seiner Tournee. Dennoch hinterließ die Attacke eine ungewöhnliche Wunde: täglich pochende Kopfschmerzen, die von trüben, aber dennoch bestimmten Klangreihen begleitet waren. Als Shapira beschloss, diese Klänge niederzuschreiben, war die neurale Reaktion faszinierend: er sah im Inneren eine kurze Momentaufnahme von sich selbst, wie er auf Eis fiel. Als seine Komposition Form annahm, geschah das Gleiche mit seinen Erinnerungen …nicht nur, dass der Überfall eine musikalische Reaktion hervorrief; umgekehrt ermöglichte die musikalische die neurale Reaktion, was eine bemerkenswerte therapeutische Wirkung hatte.
In drei Teilen konzipiert mit den Titeln:”Der Angriff [the attack]”, “Wehklage [lament]” und Party [party]”
Die Tatsache, dass diese intensive, persönliche Begebenheit eine Reaktion hervorrief, die so vehement die Komposition beeinflusste, wurde nicht beabsichtigter Weise ein bisschen zu einem Marketing Mittel, was in den Gesprächen vor dem Konzert eingesetzt wurde. Während seine Doppelrolle als Komponist /Auftrittskünstler als solche herausstach, wurde die persönliche Geschichte zu einem schlagkräftigen Katalysator und führte umgehend zu vier weiteren Aufträgen. Shapira erläutert weiter: ”Während ich in Wirklichkeit eine sehr private Person bin, glaube ich in der Tat, dass es für mich zu einem wichtigen Faktor wurde, Andere Anteil an der Auswirkung der eigentlichen Bedeutung, die hinter der Komposition steht, haben zu lassen. Die Grundtatsache ist, dass Musik in Wirklichkeit dafür gedacht ist, zwischen den Menschen zu kommunizieren und, je mehr das Publikum den Hintergrund eines Stückes versteht – auch dank von wortwörtlichen Erklärungen – desto mehr kann es mit der Musik etwas anfangen. Es ist mir wichtig, eine persönliche Bemerkung hinzufügen zu können; es gibt dem Stück eine andere Dimension. Das heißt nicht, dass die Musik nicht auf eigenen Beinen stehen kann, sondern vielmehr, dass wir eine bessere Idee davon haben, wie man eine Interpretation auf die Musik bezieht, was auf positive Weise den Einfluss der Musik verändert. Besonders bei neuer Musik – eben dann wenn die Vertrautheit traditioneller Botschaften wegenommen wird – wird etwas anderes gebraucht. Es wird dabei grundlegend, eine persönliche Geschichte hinzuzufügen, die die Menschen verstehen können und die Öffentlichkeit ist weniger defensiv, wenn sie, wie in einem tatsächlichen laufenden Schauspiel, Anteil am Wissen über eine sinnstiftende Interpretation hat. Und wer kann nicht einen Angriff, eine Wehklage und die Party, die das Leben ist, mit sich selbst in Beziehung bringen?“
Während er noch in Israel lebte, studierte Shapira mit der angesehenen Pädagogin Ilana Feher in Israel als ihr letzter Schüler. Shapira beschreibt ihren Einfluss auf ihn als tiefgreifend und dauerhaft:” es ging nicht nur um die Musik,” erinnert er sich, “es ging um das ganze Paket. Wie man sich für einen Auftritt kleidete, wie man sich benahm … der Lehrer war in allem in deinem ganzen Leben einbezogen, nicht nur der dem Musikunterricht.”
Zum Gedächtnis an Feher und gewidmet dem Aufbau und der Förderung junger israelischer Violinisten gründete er mit seinem Kollegen Hagai Shaham vor Kurzem die ‘Ilana Feher’ Stiftung. Diese is darauf ausgerichtet, begabten Studenten zu helfen, indem sie ihnen ”einen extra Anstoß, den sie brauchen, gibt, sie bei der Auswahl des Repertoires berät und ihnen beim Knüpfen von Kontakten behilflich ist und nachhilft, indem sie Vorführaufnahmen für Hörproben zur Verfügung stellt etc…” macht Shapira klar: “Wir konzentrieren uns auf konkrete Projekte. Zum Beispiel, brachten wir Itamar Zorman, einen sehr begabten Studenten von Hagai, mit verschiedenen Lehrern in Kontakt, damit er unterschiedliche Perspektiven bekommt. Dann waren wir die Sponsoren einer Vorführaufnahme und gaben bezüglich Repertoires Rat. ‘Fundraising’ für ein Konzert in der ‘Carnegie Hall’ machte ihn einem breiteren Publikum bekannt und er gewann in der Tat drei Wettbewerbe und eine Auftrittsmöglichkeit mit dem ‘Juilliard Orchestra’ in der Avery Fisher Hall. So sehen wir den Einfluss der ‘Feher Foundation’, indem wir die Ausrichtung der Unterstützung den jungen Künstlern individual anpassen.” Ein anderer Künstler, auf den Shapira sehr stolz ist und den er mir nennt, ist Netanel Draiblate, ein talentierter Solist, der auch vor Kurzem Konzertmeister der ‘Annapolis Symphony’ wurde.
In jüngster Zeit hat die Stiftung in Partnerschaft mit verschiedenen städtischen Gemeinden in Israel zusammengeabeitet, um Musiker auszubilden und ihr fortlaufendes Engagement als Lehrer in Israel zu bestärken.

Wednesday, May 18, 2011

"Do the Shuffle!"


Die jüngste Idee verschiedene Musikstile, die zuvor voneinander getrennt waren, miteinander zu vermischen, hat dazu geführt,, Konzerte als Shuffle im I-Pod Stil aufzuführen .In diesem Fall wird das Programm von den Hörern von einer Musikauswahl aus bestimmt und so entspricht es fast vollständig den Wünschen des Publikums.

Sogenannte “‘shuffle’-Konzerte” werden von einer Gruppe klassisch ausgebildeter Solisten und Kammermusiker dargeboten, unter der innovativen künstlerischen Leitung ihres Pianisten Eliran Avni. Jedes Konzert bietet eine Musikauswahl verschiedener musikalischer Genres, angefangen von Klassik bis hin zu Jazz, Pop und Folklore.

Indem sie nicht die bestehenden Genres leugnen, sondern vielmehr deren Repräsentation durch die Auswahl des Publikums koordinieren, haben diese einfallsreichen Musiker noch eine weitere Dimension gefunden, auf erfolgreiche Weise das gewichtige Urteil einer Kategorisierung auszuräumen.

Durch erstaunlich einfache Mittel wird der Prozess eines ‘Shuffle’- Konzerts zu einem anspruchsvollem Erlebnis. Das Publikum hat dank seines eigenen Einflusses die Möglichkeit, die Ergebnisse eines offenen, anregenden Musikereignisses zu gestalten.

Die Idee entsprang einer Konzeptionalisierung einer täglichen Begebenheit. Avni befand sich auf einem Laufband und hörte seinem MP3 Player zu, dessen Musik “geshuffelt” wurde und so folgte Prokofievs 5.te Symphonie auf The Pretenders.

“Ich war geschockt und mir wurde langsam klar, dass es interessant wäre, ein Live Konzert dem Prinzip einer Zufallsauswahl verschiedener Stile zu gestalten,” meint Avni in einem kürzlich mit mir geführten Interview. Er hat seine Erfahrung ebenfalls in einem Interview mit Anita Mercier, einem Fakultätsmitglied an der ‘Juilliard School’ beschrieben: ”Ich war so geschockt, dass ich das Laufband anhalten musste ….Das ursprüngliche Shuffle Prinzip ist größtenteils ein Zufallsprinzip, Es geht darum, nicht zu wissen, welches Stück als nächstes kommt und die Schockwirkung, die aus dem Wechsel der Nummern und in manchen Fällen aus radikal unterschiedlichen Stilen erwächst, zu genießen.”

Linor Katz und Eliran Avni

Es gab hier noch ein anderes Erlebnis, welches als Katalysator bei der ausschlaggebenden Entscheidung wirkte, mit diesem neuartigen Ansatz zu arbeiten. Avni stand zusammen mit seinem Freund Moe eine klassische Darbietung eines Streichquartetts durch, welches er nicht im geringsten mochte; weder das Spielen noch die Auswahl des Repertoires. Als er während der Pause das Konzert verließ, war er von der erdrückenden Atmosphäre frustiert und teilte das Moe mit: ”Wie kann ich als ausgebildeter klassischer Musiker von anderen erwarten, meine Darbietungen durchzustehen, wenn ich es nicht selbst vermag … ich verstand, dass sich etwas ändern muss.” Und Moe unterstützte diesen Anstoß. Und so taten es auch andere Freunde, wie Moran Katz, der ihm riet, die Idee mit dem Shuffle zu verwirklichen.

Das Konzept hat sich seit seinen ursprünglichen Anfängen ein bisschen entwickelt, als Avni zunächst mit seiner ursprünglichen Gruppe von ‘Shufflern’ begann, die zumeist Freunde und Musiker waren, mit denen er zuvor gespielt hatte. Einige von ihnen haben mit ihm ihre israelische Herkunft gemein. Diese Gruppe umfasste die Schwestern Moran Katz (Klarinettistin) und Linor Katz (Cellistin), die Violinistin Lauren Basney von der Juilliard School, mit der Avni in der ‘Weill Recital Hall’ der Carnegie Hall gespielt hatte und die Oboistin Roni Gal-Ed, mit der er in Deutschland aufgetreten war. Die Sopranistin Amy Justman wurde für die Gruppe zu einem speziellen Vorsingen eingeladen.

Schon relativ früh entdeckten sie, dass die Schwierigkeit der Vielfaltsoption des Programms darin bestand, dass man die Zahl der Mitglieder der Gruppe vergrößern musste.

Am gleichen Tag der Darbietung 40 und mehr Stücke einzustudieren, war eine Herausforderung und schon bald entschieden sie sich, die Gruppe für weitere ebenso talentierte Musiker zu öffnen.

Avni erläutert: “Wir brachten die Sopranistin Mary Mackenzie an Bord, um den Sopranisten Platz zu teilen, und da (Oboistin) Roni auf Mutterschaftsurlaub ist teilt Jessica Pearlman sich jetzt mit Hassan Anderson den Oboisten Platz. Und Angelia Cho und David McCarroll teilen sich den Violinisten Platz. Diese Art von Format entspricht recht gut dem Geist (der Dinge) eines “Shuffle”– auf diese Weise bekommt das Publikum nicht nur jedesmal ein anderes Programm zu hören, sondern auch unterschiedliche Talente und Interpretationen. Ich persönlich finde es auch wirklich interessant, die gleichen Stücke mit unterschiedlichen Musikern darzubieten.”

Das erste “shuffle” – Konzert fand am 15. Februar 2010 im Rose Studio des Lincoln Centers statt, dem schlossen sich eine Vielzahl anderer Veranstaltungsorte an und das ganze fand auf Einladung des ‘Felicia Blumenthal Chamber Music Festivals’ hin seinen Höhepunkt mit einer kürzlich stattfindenden Israel Tour. Weitere Tourneen sind für die Westküste geplant: [nach] Oregon, San Francisco, Los Angeles und San Diego im November 2011 und nach London in 2012.

Shuffle Weill Recital Hall

Es bleibt abzuwarten und ich glaube, dass es wahrlich faszinierend sein wird, wie – auf lange Sicht – die Wahl des Repertoires, die Auswahl der Stücke beeinflusst, die sich auf der “Auswahliste” befinden, [und] die sich mit dem sich ändernden Eingaben der Musiker verändern.

Es wird auch interessant sein zu sehen,, wie sehr der kuratorische Aspekt des Konzerterlebnisses vermisst werden wird. Die “catering” Aspekte eines Selbstbedienungsmenus werden mit Sicherheit eine Herausforderung sein, eines das Spontanität und das Vergnügen des freien Flusses, angesichts eines reflektiveren Gusto hat.

Sich dieser Grenzen bewusst, hat Avni die Gruppe angehalten, die Anfangsnummern einer jeder Programmhälfte auszusuchen. Avni meint: “Wir mussten mit Stücken beginnen, bei denen wirkliche Leidenschaft empfanden und so haben wir ein bisschen Kontrolle über die Ausgewogenheit und Struktur des Konzerts, indem wir sicherstellen, dass die Stücke alle Mitglieder des Ensembles involvieren. Einige Grenzen beziehen sich auch auf die Arrangements für die Instrumente, die beim Ensemble Verwendung finden.”

"Shuffle" Kosciuszko Foundation

Avni zollt seinen Dank der Unterstützung der Produzenten Liat Shetret, Oded Naaman und Richard Lissemore, ohne die dieses Projekt nur eine spaßige Idee geblieben wäre. Er bewundert das hohe Kaliber seiner klassisch ausgebildeten Mitmusiker, die seine Vorstellung des ‘Shuffle’ unterstützen. Alle von ihnen sehen jedes Konzert als einen Zufall an, der den traditionellen Auswahlprozess für eine wahrlich demokratischen Geist hinter sich läßt, und durch ein “kosmisches” Konzerterlebnis erweitert.

Wednesday, May 4, 2011

Pianisten Lucille Chung und Alessio Bax: Ihr Leben gemeinsam am Klavier











Ich genieße einen an Perfektion heranreichenden Cappuccino an der geschmackvollen, ordentlichen und brandneuen Adresse der Pianisten Lucille Chung und Alessio Bax in New Yorks ‘Upper-Upper Westside’.



Lucilles Organisationsfähigkeiten in die moderne, durchgestylte und dennoch komfortabel, schicke Atmosphäre zu übertragen, ist ein Echo auf Alessios italienisches, klassisches Design-Erbe, welches, zu meiner Freude, auch wenn es um die Küche geht, ebenso eine führende Stimme in der Handhabung des professionellen Prädikats-Milchaufschäumer für Cappucino ist.



Diese großzügige Räumlichkeit, die das junge attraktive Paar ihr Zuhause nennt, wenn es in New York ist, nimmt zwei Konzertflügel auf. Einer ist fürs Üben und Unterrichten in ihrem Arbeitszimmer, das zur Zeit ebenfalls als Gästezimmer dient; der andere im Wohnzimmer und für das gleichzeitige Üben bestimmt oder dafür, sich einander oder auch Gäste zu unterhalten, die typischerweise ebenfalls Musikliebhaber oder Musiker sind.



Klavierspielen ist für beide ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Daher können sie es auch genau so gut gleich zusammen machen und so die Zeit gemeinsam verbringen. Als zwei junge, jeder für sich allein genommen, erfolgreiche Musiker verbringen sie die restliche Zeit gemeinsam, indem sie versuchen, die Klavier Fakultät an der SMU in Dallas und ihren zunehmend vollen Auftritts- und Aufnahme-Terminkalendern unter einen Hut zu bringen. Obwohl sie als Solisten sehr gefragt sind, passiert es in letzter Zeit immer öfter, dass sie auch als Duo spielen. Nicht, dass sie das notwendigerweise so geplant hätten. Obwohl es immer eine großartige Idee zu sein schien [dass sie gemeinsam auftraten] und es gelegentlich passierte, war es erst in jüngster Zeit, dass die Zahl ihrer Duo-Auftritte zugenommen hat, so dass diese heute 20 Prozent der Zeit ausmachen, die zuvor für professionelle Soloauftritte in Anspruch genommen wurde. Und die Wahrheit ist, sie genießen es, diese wertvolle, intensiv erlebte Zeit am Klavier zusammen zu verbringen.



Als Klavier Duo zu spielen, schafft endlose Möglichkeiten aufzutreten, sich auf eine Bandbreite gut einstudierter Programme vorzubereiten und bietet ihnen schließlich eine Vielseitigkeit, indem es die Musik auf den Weg zu den unterschiedlichen Veranstaltungsorten bringt, wohin sie gern gemeinsam reisen. Wieviel romantischer könnte es noch werden?

“Es bedarf einer Menge an Koordination,” meint Lucille, die verantwortlich für alle organisatorischen Details des Teams ist. Alessio lächelt glücklich, während er zugibt, für diesen Bereich kein Interesse zu haben and bestätigt: “Wir haben uns entschieden, dieses Jahr mehr Zeit für gemeinschaftliche Auftritte auszusparen. Wir haben immer sporadisch zusammen gespielt, aber nie haben wir uns früher bemüht, das im Voraus zu planen.”



Lucille beschreibt die Psychologie des Zusammenspielens: “Es muss nur zur richtigen Zeit sein, dann sagen wir gerne ja, denn wir sind ein großartiges Team. Es gibt ein totales, gegenseitiges Vertrauen und… wir denken so ähnlich, dass wir uns nicht einmal unterhalten müssen, während wir proben. Nach einer Unterbrechung wissen wir einfach, wo man wieder einsetzt und wie man seine Vorstellungen kommuniziert. Wir denken als eine Einheit und das ist vorteilhaft, wenn es darum geht, innerhalb des Repertoires die eigene Sicherheit zu verbessern. Wir können während eines Konzertes Risiken eingehen und sind uns dann immer noch der Absicherung bewusst, des gleichzeitigen vollständigen Beistandes.”



Alessio, der auch in seinem zweiten Jahr als Gastkünstler mit der angesehenen ‘Chamber Music Society of Lincoln Center’ auftritt und sich der verschiedenen Farben und Texturen erfreut, die von den verschiedenen Instrumenten innerhalb von Kammermusik geboten werden, liegt ebenfalls viel an der Situation mit zwei Klavieren: “Auf eine Weise ist es die ideale Situation zwischen Kammermusik und Solo-Auftritten. Es wirkt eher wie eine Klavieraufführung, insofern es eine größere Freiheit und Flexibilität gibt, aber dennoch gibt es eine starke Partnerschaft und einen befriedigenden musikalischen Dialog. Das Repertoire ist wunderbar und wir können leicht die Proben koordinieren.”



Und dann gibt es natürlich all die sozialen Aspekte des Zusammenreisens, die das Paar auf jeden Fall genießt. Sie mögen es immer, den anderen auf dem Weg zu Auftritten zu begleiten, nun als Duo weitet sich das bis auf die Bühne aus. Lucille erläutert: “Dieses Jahr hatten wir bereits dreißig extra Duo-Konzerte und wir sind gerade von einer ganzen Chicago Tournee wiedergekommen, die aus vier unterschiedlichen Programmen bestand, einschließlich einer aufregenden zweistündigen “Perspective”; die mit Solo wie auch Duo- Auftritten und beiden ihren neuen Aufnahmen als Livestrom von WFMT.com ausgestrahlt wurde. Dieser ausgestrahlten Darbietung folgte ein Programm in Madison, Wisconsin, Brahms Waltzes Op. 39 wie auch ihre eigenen Arrangements von Piazzolla Tangos umfasste. Brahms wird auch diesen Sommer beim angesehenen Music@Menlos Festival gespielt werden.



Alessios CD wird gerade beim Signum Classics Label unter dem Titel Rachmaninov Preludes and Melodies herausgebracht und wird - ich bin mir da sicher - ein weiteres atemberaubendes Beispiel von Alessios Virtuosotechnik sein, die sich mit einem kultivierten musikalischen Verstehen verbindet und die expressivsten Nuancen in der Musik hervorbringt. Alessio erweist Rachmaninov die Ehre, einem Künstler, den er als den “letzten der Romantiker” bezeichnet. Und wenn man Alessio kennt, kann man eine grundlegende Verwandtschaft spüren. Egal, um wessen Musik es sich handelt, er widmet sich immer ihrer ernsthaften Erkundung und, während des Auftritts, klingt es so … unglaublich richtig – im besten Sinne von richtig, nämlich in der Musik Schönheit und Wahrheit zu finden. Zu Alessio als Solokünstler, vergleiche man bitte meinen Artikel http://english.getclassical.org/2010/11/05/pianist-alessio-bax-new-york-debut-recital-at-the-metropolitan-museum/ und bezüglich einiger früherer Auftritte von Lucille und Alessio als Duo im ‘Poisson Rouge’ siehe meinen Artikel http://english.getclassical.org/2009/10/25/new-venues-open-their-doors-for-classical-music-in-new-york/



Lucilles CD hat den Titel: Mozart and Me. Im letzten Sommer am ‘Conservatoire de musique’ in Montreal aufgenommen und gerade von Disques XXI Universal herausgegeben, spricht diese einen für sie wichtigen musikalischen Ort an. Mozart war der Grund für Lucille Musikerin zu werden. Sie erklärt, “…Seine Musik war so voller Freude und dennoch so immanent zugänglich, so einfach und doch so tief. Ich fühlte mich sofort angezogen und war fortan danach süchtig. Ich erinnere mich lebhaft, wie ich bei einer Gelegenheit, während ich mit einem zweiten Klavier das Concerto probte, eine Vorstellung hatte, in einer hell erleuchteten Halle mit einem Orchester aufzutreten. Ich konnte die Energie und das Publikum um mich herum ‘fühlen’. Wenig Ahnung hatte ich davon, dass dies bald Wirklichkeit und mein Leben werden sollte …”



Ihr zierlicher Körper könnnte auch leicht der einer Tänzerin sein, und ebenso, wie bei einer Tänzerin, bei der jede Sehne angespannt ist, ist sie durch und durch Musikerin. Eine Ausgeburt an Konzentration, gibt sie sich bei jedem ihrer temperamentvollen Auftritte der ganzen emotionalen Botschaft der Musik hin. Seit ihrem Debüt Auftritt im Alter von 10 Jahren mit dem Montreal Symphony Orchestra unter Charles Dutoit und der sich anschliessenden Asien Tournee mit dem Orchester wurde Musik für die in Kanada geborene Chung, deren Familie aus Korea stammt, zu ihrem natürlicher Lebensraum. Sie ganz sie selbst am Piano, mit vollkommener Gelassenheit und natürlichen Gesten, ob sie eine private Unterrichtstunde gibt oder ob sie in der großen Konzerthalle ist. Ihre Mozart CD gibt eine sehr lebendige Darstellung ihres innigen Klavierspiels wieder, voll von spielerischer Vorstellungskraft – ein perfektes Gegenstück zu Mozart.



Und dann wird es persönlich: War es dank der Musik, dass sich dieses Paar kennenlernte? Hätten sie sich vorstellen können, mit einem Nicht-Musiker/einer Nicht-Musikerin verheiratet zu sein und wird es nicht manchmal zuviel des Guten?



Alessio sieht es so: “Es wäre zu fremd, wenn wir nicht beide so sehr Musik mögen würden. Fast jede Stunde eines Tages sind wir mit Musik beschäftigt. Es ist fast völlig unmöglich, irgendeinen Moment zu finden, der nicht irgendwie mit Musik in Verbindung steht. So kann ich mir nicht vorstellen, mit einer Person zusammen zu sein, deren Leben sich auf völlig andere Vorstellungen beziehen würde. Es wäre auf so vielen Ebenen etwas Trennendes. Jede Person, jedes Paar ist unterschiedlich, aber meine Reaktion ist [folgende]: Wie könnte es sonst funktionieren?” Und doch wartet Lucille mit einer anderen, dennoch ebenso überzeugenden Sichtweise auf: “Wenn man mir, bevor ich Alessio kennenlernte erzählt hätte, ich würde einen anderen Pianisten heiraten, hätte ich gesagt, ich glaube das nicht. Rivalität, Egos… jeder Gedanken in meinem Kopf hätte die Antwort hervorgebracht, dass es nicht gut funktionieren könne - und dann noch obendrein ein Zusammenspielen? Es wäre mir nie in den Sinn gekommen…Und dennoch hat es sich als wahrer Segen herausgestellt. Ich mag und respektiere sein Spielen so sehr, es veranlasst mich, mit ihm spielen zu wollen.”



Alessio fügt hinzu: ”Als Pianisten müssen wir nicht miteinander spielen, es gibt nicht eine wirklich gegenseitige Abhängigkeit wie zum Beispiel bei einem Violinisten und einem Pianisten und es heikel werden könnte, wenn man jemand anderen auswählen würde, als denjenigen, mit dem man lieber zusammenspielt. Für uns ist es ein Bonus, keine Notwendigkeit.”



Aber was ist, wenn die Stimmung nicht gut ist, man gerade Streit hatte und nun zusammen auf der Bühne auftreten muss? “Erst einmal, wir sind nicht sehr konfrontativ,” sagt Alessio mit einem Ausdruck, der mich jedes Wort glauben lässt, das er sagt. “Letztendlich suchen wir Harmonie und das überträgt sich auch auf die Musik.” “Und wir sind nie schlafen gegangen, ohne zuvor ein Problem gelöst zu haben,” sagt Lucille. “Auf der Bühne treten wir als eine Einheit auf, konzentriert wie bei einem Solo-Auftritt. Ich habe Konzerte gespielt, als ich krank war und das Publikum hätte es nicht gemerkt.“ Und, mit einem verschmitzten Blinzeln in ihren Augen, “ich möchte nicht übertrieben sentimental klingen, aber ich denke, dass, wenn wir zusammen spielen, Leute davon angezogen werden - unsere romantische Beziehung wird in unserem Spielen in einer positiven harmonischen Weise offenkundig.”



Das Paar lernte sich im Jahre 1997 während des Hamamatsu Klavier Wettbewerbs in Japan kennen, wo Alessio den ersten Preis erhielt. Zu dieser Zeit studierte Lucille in Italien und unternahm viel zusammen mit der ‘italienischen Clique’ beim Wettbewerb. Alessio studierte in Dallas, aber da er Italiener war, schloss er sich der gleichen Gruppe von Freunden an. Es geschah zufällig, dass bei der Verteilung von Übungsräumen und der Planung der Auftrittszeiten Gruppen entsprechend der alphabetischen Ordnung eingeteilt wurden und ihre Namen im ersten Teil des Alphabets waren. So verbrachten Baglini, Bannister, Bax und Chung Zeit zusammen, während sie darauf warteten zu konzertieren, zusammen aßen und Freundschaften formten. Dennoch, nach diesem ersten Kontakt, gingen alle ihres Weges. Bis Lucille ungefähr ein Jahr später ihre neue E-mail Adresse mit einem Weihnachtsgruß schickte, was einen intensiven Austausch von e-mails auslöste.

Es war zu der Zeit nicht einfach, mit der langsamen Internet Verbindung und den zeitlich eingeschränkten Plänen Kontakt aufrecht zu erhalten.



“Mir fällt der Film: You’ve Got Mail ein,” sagt Alessio, als er an die Zeiten des Wartens am Computer zurückdenkt. Dennoch, während ihre Beziehung ihnen immer wichtiger wurde, war es dennoch noch eine begrenzte Freundschaft; beide von ihnen steckten zu der Zeit noch in anderen Beziehungen. Alessio kam nach Florenz, um ein Konzert zu spielen und sie gingen selbst mit den jeweiligen Partnern zusammen zum Abendessen aus. Und dann kam Lucille nach Dallas. Alessio hatte sich gerade von seiner ehemaligen Freundin getrennt und Lucille, die ihren Freund begleitete, einen Violinisten, der mit dem ‘Dallas Symphony Orchestra’ auftrat …nun gut, um eine lange Geschichte kurz zu machen: Lucille ließ ihr Herz in Dallas und Alessio, der ein bisschen ahnungslos was, was Lucilles Zuneigung betraf, kam nach Florenz zum Abendessen im “Dante” zurück, demselben Restaurant, in dem ihre Freundschaft begonnen hatte.



Der Rest ist Geschichte. Lucille zog nach Dallas und schrieb sich als Schülerin des Pianisten und Pädagogen Joaquín Achúcarro ein, der bereits Alessios große künstlerische Inspiration war. Jetzt beteiligen sich beide als künstlerische Direktoren der Achúcarro – Foundation, die kürzlich eine Partnerschaft mit der Phillips Collection in Washington D.C., wie auch mit dem Bravissimo- Festival in Guatemala eingegangen ist, das junge Künstler vorstellt. Lucille und Alessio sind schon seit einigen Jahren bei Bravissimo aufgetreten und eines der Highlights dieses Jahres wird eine Produktion sein, die Stravinskys Petrushka Ballett-Partitur beinhaltet, gespielt von … Marionetten. Indem eine besondere Kindheitserinnerung von Alessio einfließt, wird diese zu einem interessanten Auftrittsmotiv, produziert von einem in Miami ansässsigen Marionetten Ensemble. Die Marionetten werden mit Hilfe eines Videos eines vorherigen Duo-Pianoauftritts dieser Partitur von Lucille und Alessio, die Aufführung einstudieren.



Als Alessio eingeladen wurde, um im Jahre 2005 für die aufgezeichneten Meisterklasse von Daniel Barenboim zu spielen, war er davon beindruckt, wie gut der Maestro verstand, wie sich Musik auf das Leben bezieht und wie hervorragend er diese Verbindung erklären konnte und so Musik zum ultimativen Medium menschlicher Erfahrung machte.



Das musikalische Paar hat, obwohl es noch relativ jung ist, bereits bemerkenswerte Erfahrungen über sein melodisches Leben, seine Reisen und Bandbreite von Auftritten hinweg gesammelt. Auf einige bezieht sich Alessio in seinem Blog: Alessio Bax…habe Klavier, werde

reisen (http://alessiobax.blogspot.com/)



“Wenn es etwas gibt, was ich von diesen selbst-auferlegten musikalischen "Expeditionen" der letzten wenigen Jahren gelernt habe (zwei transsiberische Tourneen und drei kanadische Prärie Tourneen), ist das genau dieses. Eine außerordentlich wertvolle Lektion dessen, was WIRKLICH in der Musik wichtig ist und im Leben, wenn wir schon dabei sind, und was am Ende des Tages unser ultimatives Ziel beim Musikmachen sein soll. Schönheit, Enfachheit, Unmittelbarkeit ist es, was Musik so universell macht. Ich schätze mich glücklich, dieses Gefühl in den entlegensten Ecken des Erdballs zu erfahren und aus eigener Erfahrung die erstaunliche Wirkung zu sehen, die Musik auf Menschen hat. Egal wie lange wir an jedem einzigen unbedeutenden Detail auch arbeiten, wir sollten nie dieses Gefühl aus dem Bauch vergessen, diese aus dem Bauch kommende Emotion, die großartige Musik in sich birgt und jede Seele genau auf die gleiche Art und Weise ungeachtet geographischer, religiöser oder kultureller Unterschiede rühren kann.”



Der Schlüssel zu dieser ungewöhnlichen Partnerschaft mag in der Besonderheit ihrer eigenen Individualität liegen. Ob als Solo- Künstler oder als Duo-Team, klassische Auftritte sind selten noch attraktiver.



Ihre Webseiten sind: http://www.lucillechung.com/ und

http://www.alessiobax.com/